[Officium] Iunia Axilla

  • Araros hatte Axilla aufgeklärt, dass Maliku wieder zurück war und hatte ihr den Brief gezeigt, den ihr Vetter ihr geschrieben hatte. Axilla seufzte und überlegte. Was sollte sie mit dem Burschen machen? Wie stellte Varus sich das überhaupt vor? Auf den Jungen aufpassen? Er war ein Pferdeknecht. Was sollte sie mit einem Pferdeknecht im Stadthaus?


    Bei aller Liebe, die Axilla für ihren Vetter empfand, sie hatte keine Verwendung für den Jungen. Und hier im Haus konnte sie ihm auch keine Aufgabe zuweisen. Sollte sie ihn einfach rumgammeln lassen? Nein, wirklich nicht.


    Aber Axilla wär nicht Axilla, wenn sie nicht eine Lösung fände. Und so fand sich Maliku ein paar Tage später wieder auf dem Weg nach Hispania zu ihrem Vetter Silanus. Dort auf dem Land konnte er sich um die Pferde kümmern, und Silanus hatte ein wenig neue Gesellschaft und Nachrichten aus Rom.

  • Wieder einmal brachte Araros der Hausherrin die Post. Es kam die bereits erwartete Einladung zur Hochzeit von Caudex und Aurelia Corvina. Besondere Vorfreude verspürte Axilla nicht, würde aber wohl hingehen. Schon allein, weil ihre neuernannte Freundin, die Kaiserin, zugegen sein würde und Axilla diese Bekanntschaft vertiefen musste. Außerdem wollte sie es sich auch nicht mit Aurelius Lupus verscherzen, und ja, ein ganz klein wenig wollte sie Tiberius Caudex daran erinnern, was er verpasste. Minimal. Zumindest würde ihr Auftritt dort die Männerwelt daran erinnern, dass auch Frauen jenseits der zwanzig durchaus den ein oder anderen Blick wert sind.


    Dann allerdings kam noch ein weiterer Brief in dem stapel zum Vorschein, den sie so nicht erwartet hatte. Tiberius Caudex schrieb ihr, wegen der Unterlagen zu seinem Müllprojekt. Auch wenn er anfügte, dass er sie gerne wiedersehen wollte, fand Axilla, dass es sachlich klang. Überhaupt, dass er sich ankündigte, zwei tage im Voraus.

    Sie saß eine Weile da und hielt den Brief einfach in Händen. Sie dachte nicht einmal wirklich nach, was sie tun sollte oder wie sie sich fühlte, sondern starrte ihn einfach an, während sich die Leere in ihrem Kopf Raum schuf. Ärgerlich zerknüllte sie das teure Papier und warf es weg. Sie ärgerte sich über ihn, aber mehr noch ärgerte sie sich über sich selbst. Ließ sich davon beeinflussen wie ein junges, verliebtes Mädchen! Nein, wirklich, sie war doch kein naives Ding mehr, sondern eine Frau. Eine selbständige Frau, mit allen Rechten ausgestattet und von allen Beschränkungen befreit.

    Sie nahm also eine Wachstafel und schrieb eine kurze Antwort, die zusammen mit diversen anderen Antworten auf andere Briefe auf den Stapel der ausgehenden Korrespondenz wanderte. Nein, sie war ein großes Mädchen. Sie würde die Situation meistern. Wie sie alle Situationen meisterte.

  • Ein Bote mit einer Nachricht war angekommen. Araros brachte sie sogleich der Hausherrin, da der Mann ebenfalls auf eine Antwort wartete, wie er sagte. Axilla überflog also die Nachricht, lächelte leicht und löschte die Wachstafel. Auf derselben Wachstafel stand dann auch ihre Antwort.


    Ich werde auf dich warten und Ausschau halten


    Axilla


    Axilla gab die Nachricht wieder an Araros, damit dieser sie dem wartenden Boten geben konnte.

  • Wieder einmal brachte Araros die tägliche Post in Axillas Officium, damit sie sie abarbeiten konnte. Wie immer sortierte Axilla die Hälfte davon gleich aus, da es sich um die üblichen Bittgesuche und Betteleien handelte, die man als reiche Frau eben so über sich ergehen lassen musste. Die andere Hälfte sah sie sich etwas genauer an.


    Eines der schreiben war mit dem tiberischen Siegel versehen. Axilla lächelte, als sie es brach und die Rolle öffnete. Sie und Caudex hatten sich wirklich schon lange nicht mehr gesehen oder gesprochen. Einige Monate waren seit ihrem letzten Stelldichein verstrichen. Sanft legte sie eine Hand auf ihren Bauch und öffnete mit der anderen die Rolle. Sie hoffte sehr, dass er sie auch vermisste und mal wieder ein Treffen wünschte.

    Und es war auch eine Einladung. Aber nicht eine solche, wie Axilla sie sich erhoffte. Ganz und gar nicht, wie sie es sich erhofft hatte. Aber ja, sie hatte von der Schwangerschaft von Aurelia Corvina gewusst, und ja, die Zeit verging und die Geburt hatte um diese Zeit stattfinden müssen. Dennoch traf es Axilla mehr, als sie zugeben wollte, dass sie einfach nur eine Einladung zur Feier der Namensgebung seines Kindes bekam. Keine persönlichen Worte, kein Besuch, keine Schonung. Nur eine unpersönliche Einladung. Und es versetzte Axilla einen Stich.


    Sie legte die Einladung beiseite. Sie würde ein Geschenk schicken, eine Kleinigkeit für Kinder. Sie hatte keinen groll gegen das Kind, und sie gönnte es Caudex auch, nun endlich Vater zu sein. Sie wünschte ihm und seiner Familie nur das beste. Sie wollte es nur nicht sehen.

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    Ius Trium Liberorum
    Dominus Factionis (Factio Purpurea)
  • Araros brachte ein Päckchen mit einem Brief in Axillas Arbeitsraum. Von Tiberius Caudex, wie er sagte. Axilla sah ihren Ianitor und Maiordomus mit hochgezogenen Brauen fragend an, ehe sie das Siegel brach und den Brief las und anschließend dann auch das Päckchen öffnete und nachschaute, was Caudex ihr da geschickt hatte. Sie seufzte, fast schon ärgerlich.


    Sie war traurig gewesen, als er ihr nur eine knappe Nachricht mit einer Einladung zur Namensgebung seines Sohnes geschickt hatte, das stimmte. Sie war auch nicht hingegangen, sondern hatte nur ein Geschenk geschickt. Es war keine wirkliche Überraschung für sie gewesen, da Axilla ja schon wusste, dass Caudex seine Frau liebte. Und sie wusste, wie sehr ein Kind die eigene Liebe noch verstärken konnte. Sie machte es ihm nicht zum Vorwurf, nicht einmal ein wenig. Natürlich hatte es weh getan und sie war traurig gewesen, dass ihre gemeinsame Zeit damit vorbei war. Aber sie war nicht wütend gewesen.


    Jetzt aber war sie wütend. Er schickte ihr ein Kleid, das sie zum Ficken mit ihm anziehen sollte, und schickte der Purpurea ein Fohlen? War sie eine Hetäre, die man mit Geschenken bei Laune halten musste? Glaubte er, sie könne nicht selbst kaufen, was sie wollte? Glaubte er, die Purpurea benötige Unterstützung von der Albata?


    “Schick sofort einen Boten zu den Stallungen der Purpurea. Falls dort jemand ein Fohlen abliefern will, schickt ihn damit zurück. Jetzt gleich.“ Axilla hoffte, dass der Bote schnell genug wäre, sie wollte keine Verwicklungen, nur um rauszufinden, woher das Pferd gekommen war. Darauf konnte sie wirklich verzichten. Allein das Gerede, wenn Caudex etwas so öffentlich machte, wäre nervig genug! Wie konnte er nur so übergriffig sein?


    Ich weiß, du versuchst, dich so zu entschuldigen, aber ich möchte keine Geschenke von dir haben, Caudex. Ich bin reich genug, mir selbst die Dinge zu kaufen, die ich haben möchte. Ich bin keine Hetäre, die ihre Zuneigung dem Gönner mit den reichsten Geschenken gibt, und die schmollt, wenn die Geschenke ausbleiben. Und ganz sicher suche ich mir selbst aus, was ich anziehe, und ich frage gar nicht erst, wie und wo du das Kleid hast anfertigen lassen.


    Wenn du ein schlechtes Gewissen hast, welches du beruhigen möchtest, dann musst du das wie jeder andere Mann auch lösen, indem du dich ihm stellst. Wenn du dich bei mir entschuldigen möchtest, dann tu das. Es gibt zwar hierzu keinen Grund, denn ich habe dir schon lange gesagt, dass es so kommen würde und sich dein Leben verändern würde, wenn du erst ein Kind hast; aber wenn du darauf bestehst, dann tu es.

    Aber schick mir keine Geschenke, die mich nur in Verlegenheit bringen. Und lass um Dianas Willen das arme Fohlen bei seiner Mutter. Die Purpurea hat hiermit nun wirklich nichts zu tun, und ich will wirklich kein Gerede über Begünstigungen und Verwicklungen von Albata und Purpurea.


    Vale,Axilla


    Als Axilla zuende geschrieben hatte, las sie noch einmal über die Zeilen. Gut, es war wohl zu lesen, dass sie ärgerlich war. Aber das durfte Caudex auch durchaus wissen. Er sollte wissen, dass Axilla keine der Frauen war, die auf Geschenke spekulierte oder diese als Entschuldigung akzeptierte.


    "Schick das mit einem Boten an die Villa Tiberia, zusammen mit dem Päckchen. Zu Händen des Hausherrn persönlich. Der Bote soll darauf achten."

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    Dominus Factionis (Factio Purpurea)
  • Als Araros wieder ins Officium kam und verkündete, dass Tiberius Caudex gekommen war und sie zu sehen wünschte, sah Axilla kurz zum Fenster, um den Stand der Sonne abzuschätzen. Das ging aber wirklich schnell. Sie hätte heute eigentlich mit keinem Besuch gerechnet, eher morgen. Bei den Göttern, musste der ein schlechtes Gewissen haben. Der gehässige Teil Axillas fand das gar nicht mal schlecht.

    “Bitte ihn hier hoch. Ein paar Minuten Zeit habe ich wohl. Achja, und ich brauche noch eine Liste, wer hier bleibt und auf das Haus achtgibt, während wir weg sind.“ Axilla hatte vor, den Großteil der Sklavenschaft mitzunehmen. Sie hatten sich genauso wie sie Urlaub verdient, auch wenn die Sklaven natürlich weiterhin ihren Aufgaben nachgehen mussten. Nur halt eben diesmal am Strand mit weit mehr Freizeit, vor allen Dingen für die Kinder.


    Axilla arbeitete also noch ruhig ihre Liste weiter ab, als Araros dann auch den Tiberier hereinführte und sich mit einer leichten Verbeugung verabschiedete. Axilla machte sich nicht die Mühe, aufzustehen oder irgendwie verführerisch sein zu wollen. Sie war heute recht normal gekleidet für ihre Verhältnisse, was zwar immer noch bessere Qualität als die meisten römischen Kleidungsstücke bedeutete, aber eben weit weniger aufreizend war, als wenn sie sich zurechtmachte. Auch ihr Haar war einfach nur zu einem Zopf geflochten und im Nacken zu einem Knoten zusammengesteckt. Wenn sie in ihrem Officium saß, musste sie niemanden beeindrucken. Auch keine Überraschungsgäste.

    “Setz dich, Caudex“, bot sie dem Tiberier auch gleich freundlich einen Platz ihr Gegenüber am Schreibtisch an und räumte ein wenig des Chaos beiseite, so dass es wenigstens den Anschein von Ordnung machte. “Ich hatte heute ehrlicherweise nicht mit dir gerechnet“, meinte sie nicht unfreundlich und gab ihm so einen Einstieg ins Gespräch.

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  • Nervös wartete er im Atrium Wenn Axilla zu Hause war würde sie ihn sicherlich auch empfangen. Sie war nicht so, dass sie ihn nicht empfangen würde. Als er dann aber ihr Officium betrat und sie ihn zwar freundlich, aber entgegen ihrer sonst aufreizenden neckenden Art mehr oder minder distanzier begrüßte rutschte ihm das Herz ganz tief in die Tunika. Und sie hatte nach diesem Brief nicht mit ihm gerechnet? Er sah sie einen Moment verwirrt an. „Salve Axilla.“ Sagte er und nahm dem Platz ein, welchen sie ihm angeboten hatte. Er fuhr sich unsicher mit einer Hand durch die Haare, ja diese Angewohnheit hatte er noch immer nicht ablegen können. Als er es bemerkte ließ er seine Hand sinken und legte sie in seien Schoss, wo sie sich zur Faust ballte. Er sah sie direkte an aus seinen blauen Augen, in denen sich gerade diese Dunkelheit, dieser Schmerz widerspiegelte. „Ich....“ Er senkte seinen Blick. „Es... es tut mir leid. Ich wollte dich mit meinen Geschenken nicht beleidigen. Nichts liegt mir ferner als das.“ Sagte er und nun fuhr er sich doch wieder unsicher durch die Haare. „Du.. du bist mir eine wichtige Freundin.“ Das er dies nicht auf den Sex bezog verstand sie hoffentlich.“ Mit niemanden .. wirklich niemanden kann ich so offen reden wie mit dir.“ Er hob seinen Blick und sah sie wieder an. Trauer und Schmerz spiegelten sich in seinen Augen wieder. „Ich.. ich will dich nicht als Freundin verlieren und ich weiß... ich hab... es war so viel zu tun und... aber es ist keine Entschuldigung, dass ich dich nicht persönlich eingeladen und dir nicht persönlich die Nachricht von der Geburt überbracht habe. Ich war kein guter Freund und ich würde es auch verstehen, wenn du mich rauswirfst und nie wieder sehen willst.“ Sagte er und senkte seinen Blick wieder, denn ja er wollte Axillas Freundschaft nicht verlieren aber er würde es verstehen und akzeptieren, wenn sie ihn nicht mehr sehen wollte.

  • Axilla saß also da und wartete darauf, dass Caudex seine Sprache fand. Der saß da wie ein geprügelter Hund, oder wie einer ihrer Söhne, wenn sie etwas angestellt hatten und ganz genau wussten, dass es gleich eine Standpauke geben würde. Dabei hatte Axilla eigentlich gar nicht vor, Caudex eine solche zu halten. Er war Vater geworden und hatte darüber alles andere vergessen. Sie hatte ihm prophezeit, dass genau das auch passieren würde. Natürlich hatte es weh getan, natürlich war Axilla traurig gewesen. Aber sie war immerhin erwachsen, sie wusste mittlerweile, wie die Welt funktionierte und sie machte sich keine Illusionen darüber. Erst recht nicht bei einem Mann, der nach eigenen Angaben seine Frau liebte.


    Sie ließ ihn also seine Erklärung zusammenstammeln und sah ihn dann einen langen Moment einfach schweigend an, während sie überlegte, ob sie gemein sein sollte oder nicht. Aber Caudex hatte so viel in seinem Leben erlebt und durchgemacht, dass es Axilla keinen Spaß machte, ihn zu quälen. Nicht, wenn er da nicht auch Spaß daran hatte. Sie war keine Sadistin, die Menschen gerne leiden sah, und keine der Frauen, die Männer dazu brachte, ihr die Füße zu küssen.

    “Wenn ich mit jedem Mann, der sich mal wie ein Idiot benommen hat, kein Wort mehr reden würde, dürfte ich mit keinem Mann in der ganzen Stadt mehr reden“, meinte sie ernst, lehnte sich bequem zurück und griff nebenbei lässig nach der nächsten Liste. “Ich hab dir gesagt, dass es so passieren würde. Caudex, ehrlich, ich wusste, dass du alles andere vergisst, wenn du deinen Sohn das erste Mal siehst. Ich bin dir nicht böse deswegen. Ja, es war unsensibel, und ja, es hat auch weh getan. Aber ich bin ein großes Mädchen. Ich bind mir sogar die Calcei selber.“ Sie zwinkerte ihm leicht zu, nahm ihren Stylus und strich etwas auf der Wachstafel nebenher an.

    “Also keine Sorge, du musst nicht dein Haus hektisch nach Fluchtafeln absuchen und fortan einen Bogen um mich machen oder so etwas. Aber wenn du nochmal versuchst, dein schlechtes Gewissen in Geschenken zu ersticken, werf ich dir einen Schuh an den Kopf“, sie sah streng von ihrer Liste zu ihm herüber, so dass er wusste, dass sie es ernst meinte. Und es gab Personen selbst in diesem Haus, die bezeugen konnten, wie viel Zerstörungskraft einem von Axilla geworfenem Schuh innewohnte. “Ich bin selbst reich genug, um mir alles zu kaufen, was ich haben möchte. Und im allgemeinen mach ich das auch.“

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  • Ein ganz zaghaften Lächeln zupfte an seine Lippen.“Ja ich war ein Idiot.“ Stimmte er ihr zu. Dann sah er auf und Axilla direkt an. „Ich war.. ich war bei der Geburt dabei... ich hatte solche Angst.... Sie war so schwach.. ich hatte befürchtet sie schaffen es nicht.“ Gestand er ihr seine Ängste ein. „Ich glaube nicht, dass ich ihr das noch mal antun will.“ Denn ja er wollte seien Frau nicht noch einmal so leiden sehen. „Aber dennoch... ich hätte nicht so unsensibel sein sollen. Ich hätte es sein sollen, der dich persönlich informiert. Du hättest es verdient gehabt.“ Ja das hätte sie, sie hatte ihm so viel gegeben. Sie hatte ihm eine innere Stärke zurückgeben, von der er glaubte das er sie nicht besitzt. „Ich war dir kein guter Freund und das tut um unsagbar leid.“ Sagte er und fuhr sich erneut unsicher durchs Haar. „Ich wollte... als ja zum teil wollte ich meine Gewissen mit den Geschenken beruhigen, aber ich wollte dich damit sicher nicht kaufen. Ich wollte dir nur eine Freude machen.“ Sagte ein ich schaute beschämt auf den Boden. Er wusste es doch nicht besser und meisten war es eben seien Geld, dass er einsetzen konnte um seine Dummheiten gut zu machen. Er hatte es doch nie anders gelernt – von wem auch? „Ich möchte dich nicht meiden müssen. Du würdest mir fehlen.“ Gab er zu und sah ihr dann in die Augen. „Du kannst mir jeder Zeit einen Schuh an den Kopf werfen, alles ist besser... nur bitte streiche mich nicht aus deinem Leben, dafür genieße ich unsere Gespräche viel zu sehr. Du bist einer der wenigen Menschen, der mich sieht.“ Sagte er und er wusste, dass wohl auch sie ahnen würde was er damit meinte. Denn ja er würde auf die gemeinsamen sexuellen Erfahrungen verzichten können – wenn er müsste, weil sie es nicht mehr wollte – aber auf ihre Freundschaft wollte er nicht verzichten müssen.

  • “Ich würde dir ja jetzt gerne sagen, dass du diese Angst nicht noch einmal haben wirst, aber meiner Erfahrung nach bringt die Elternschaft das einfach mit sich. Was meinst du, wie es mir geht, wenn Titus von einem Brand erzählt, bei dem er dabei war? Oder von irgendwelchen Banden in der Subura?“ Axilla sah ihn nachsichtig an. Grade saß da nicht ihr Liebhaber vor ihr, und ganz sicher nicht der selbstbewusste Patrizier, als welcher er sich gerne präsentierte. Grade saß da ein kleiner Junge bei seiner Mama, der nicht wusste, wohin mit sich. Und Axilla war nachsichtig genug, die ihr zugedachte Rolle ohne Protest anzunehmen und auszufüllen. Sie hatte Erfahrung mit kleinen Jungs.

    “Und wenn du nie mehr mit der Frau vögeln willst, die du liebst, dann bist du immer noch ein Idiot, Caudex.“ Sie lächelte ihm leicht zu und wandte ihren Blick dann wieder ihrer Liste zu, wo sie die nächste Zeile strich.


    “Wenn du mir eine Freude machen willst, dann nicht mit solchen Geschenken“, fuhr sie dann fort. “Ganz ehrlich, ein Fohlen für die Purpurea? Was hast du dir dabei nur gedacht? Du bist bei der Albata, wenn du irgendwem unbedingt ein Fohlen schenken musst, dann schenk es denen, und die Stute gleich dazu. Als ich das gelesen habe, war ich wirklich kurz davor, zu dir zu gehen und dir etwas an den Kopf zu werfen.“ Axilla schüttelte den Kopf. “Du hast Glück, dass ich in den Abreisevorbereitungen stecke.“ Sie winkte einmal leicht mit der Tafel, damit er auch wusste, was sie da nebenbei die ganze Zeit trieb.

    Sie wurde ein wenig ernster. “Aber wirklich, Caudex, schenk mir nichts. Ich komme mir dann vor wie eine Hetäre, und ich bin keine.“

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  • Bedächtig nickte Nero, ja er konnte sich gut vorstellen, dass die Sorgen mit dem Alter der Kinder nicht abnahmen nur eben anders wurden. Aber er hoffte, dass er sich an die Situation noch gewöhne würde. Als Axilla dann ein schlagendes Argument brachte verzogen sich kurz seine Lippen. „Du hast ja recht, natürlich will ich wieder mit ihr schlafen...“ Er fuhr sich wieder durch die Haare, die inzwischen wohl schon mehr als zerzaust waren. Dann sah er auf und Axilla direkt an. „Du hast ja recht... ich wusste nur nicht, dass es mit solchen Qualen verbunden ist. Wie haltet ihr das nur aus?“ Denn ja er hatte ja hautnah mitbekommen, wie seine Frau sich über Stunden hinweg gequält hatte und zum Schluss kaum noch Kraft hatte. Aber als ihr Sohn in ihren Armen lag war sie glücklich gewesen, ebenso wie er.

    Er zuckte getroffen mit den Schulter. „Ich wollte dir eine Freude machen.“ Sagte er und machte einen hilflose Geste. „Aber ich habe verstanden, keine Geschenke. Ich möchte nicht, dass du dich wie ein Hetäre fühlst. Ich möchte.. wollte ...“ Wieder fuhr er sich durch die Haare. „Ich möchte das du dich wertgeschätzt fühlst.“ Sagte er, denn genau das hatte er eigentlich ausdrücken wollen.

    „Du fährst auch aufs Land?“ Fragte er nun interessiert, denn ja er wusste ja das viele reiche Römer die Stadt im Sommer verließen, er hatte das mit seine Familie ja auch vor, sie würde allerdings im Umland bleiben, weil er Corvina keine weite Reise zumuten wollten und auch weil ihre Familie sich angekündigt hatte. „Wo fährst du hin?“

  • “Nun, die Alternative dazu, es auszuhalten, ist, zu sterben“, meinte Axilla leichthin. Welche Wahl hatte eine Frau also? Entweder, sie versuchte, eine Geburt trotz aller Schmerzen und aller Widrigkeiten zu überleben, oder aber, sie gab auf und starb kampflos. Aber sie musste eben da durch, so oder so. “Wie sagte es schon Vergil in der Aeneis? Una salus victis nullam sperare salutem.* Das gilt im Krieg genauso wie bei einer Geburt, Caudex. Wenn man keine andere Wahl hat, hält man viel aus. Du weißt das.“

    Ja, wenn das ein Mann nachvollziehen konnte, dann wahrscheinlich Caudex. Bei der Folter, die sein Vater ihm über Jahre hatte angedeihen lassen, wären sehr viele andere Menschen auch zerbrochen. Aber Caudex hatte nur die Wahl zwischen Schmerz und Tod gehabt und hatte den Schmerz gewählt. Das war nicht so viel anders wie bei einer Geburt.


    Zu seinem Versuch einer Erklärung, warum er ihr etwas hatte schenken wollen, schwieg Axilla. Es nützte ja nichts, ihm noch ein drittes Mal zu sagen, dass sie sich diese Art der Wertschätzung nicht wünschte. Er hatte es jetzt hoffentlich verstanden, also gab es keinen Grund, weiter darauf herumzureiten. Sie sagte einfach nur “Ich weiß“, denn irgendwie war ihr das schon beim Erhalt des Briefes klar gewesen, dass das seine komische Art gewesen war, sich zu entschuldigen. Nur musste er da eben lernen, dass das bei Axilla nicht funktionierte.

    Da war das andere Thema doch ergiebiger und auch fröhlicher. “Ja, wir fahren nach Baiae. Ein letzter Urlaub mit meinem Sohn Cossus, bevor er nach Alexandria aufbricht. Vettiena Capitas Mann hat dort ein Haus, und Axius Lurco hat mich auch gebeten, vielleicht ein oder zwei Abende in seiner Villa vorbeizuschauen. Und für die Sklaven ist es auch immer schön, ein wenig am Meer zu sein und mehr Freizeit zu haben. Vor allem die Kinder genießen das sehr.“ Axilla lächelte schon voller Vorfreude. Ja, es würde in Baiae wie jedes Jahr einige Feste geben, auf denen man viel Spaß haben konnte.


    Sim-Off:

    *Die einzige Rettung der Besiegten ist es, auf keine Rettung zu hoffen.

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  • Nero nickte, er wusste nur zu genau was Axilla meinte, denn genau das war sein Motto gewesen. Und doch hatte er sich so oft gewünscht einfach zu sterben, aber dies war ihm nicht vergönnt gewesen. Aber er hatte nie... wirklich niemals seiner eigenen Frau derartiges antun wollen. Warum also gaben die Göttern den Frauen solchen Schmerzen? Waren sie neidisch, weil die Frauen in der Lagen waren ebenso wie sie Leben zu schenken? Er wusste es nicht, aber er würde wohl seinen Frieden damit machen müssen. So fuhr er sich einmal mit der Hand über das Gesicht um seine Gefühle wieder unter Kontrolle zu bringen. „Ich kann nur hoffen, dass die nächste Geburt leichter wird.“ Sagte er leise, denn ja nicht mehr mit seiner Frau zu schlafen war keine Option. Aber er wollte auch nicht weiter darüber nachdenken um so besser war es, dass sie sich nun in seichteren Gewässer befanden und über ihre Sommerpläne sprachen. Er grinste schief. „Nun wir haben noch kein Ziel festgelegt. Ich werde mit Corvina sprechen und sie fragen wohin sie gern möchte.“ Er legte seine Kopf schief und sah Axilla an. „Obwohl ich zugeben muss, dass Baiae gerade als Ziel in die engere Wahl gerückt ist.“ Sagte er, denn ja er mochte diesen Ort. Aber bisher hatte in diesen Sommer nichts dahin gezogen. „Dein Sohn geht nach Alexandria?“ Fragte er nun interessiert nach.

  • Leicht schmunnzelnd beobachtete Axilla Caudex’ Zweifel und die Hoffnung, dass bei der nächsten Geburt alles leichter würde. “Üblicherweise sind nachfolgende Geburten etwas einfacher“, bestätigte sie und verkniff sich den Hinweis, dass leichter trotzdem noch sehr schmerzhaft und langwierig sein konnte. Das würde er beizeiten schon noch herausfinden, sofern seine Frau nicht von Kinderkriegen die Nase voll bekäme und Maßnahmen ergreifen würde, eine weitere Schwangerschaft zu verhindern. Männer waren bei dem Thema ja doch eher unbedarft.


    Caudex nahm aber den Themenwechsel sehr dankbar an und brachte Axilla nun doch wirklich leicht zum Lachen. Sie schüttelte lächelnd den Kopf. “Ich bezweifle, dass deiner Frau eine zweitägige Schiffsreise zusagen würde, an deren Ende ihr Mann auf freizügige Feste geht“, meinte sie. Denn ja, Baiae war dafür bekannt, dass dort sehr ausschweifende Feste gefeiert wurden, an deren Ende nicht unbedingt alle Teilnehmer noch bekleidet waren. Und so, wie Axilla Caudex’ Frau bisher einschätzte, war diese für ausschweifende Parties eher nicht zu haben. Die Wahrscheinlichkeit also, in Baiae auf Caudex zu treffen, war wohl eher nonexistent.

    “Und ja, er wird nach Alexandria gehen. Ein Jahr ans Museion, um zu lernen und zu studieren. Und ich hab meine Kontakte spielen lassen, so dass er einem der Prytanen in dem Jahr assistieren kann und so in die Grundzüge der Stadtpolitik eingeführt wird. Und nach dem Jahr geht es nach Ravenna, ebenfalls Erfahrung sammeln.“ Und wenn alles gut ging, war Cossus Pompeius Largus in drei oder vier Jahren in Ravenna dann im Ordo Decurium und der Weg zur Stadtpolitikerkarriere gelegt. Ja, ihr Jüngster wurde nun auch erwachsen. “Deshalb wollte ich die Zeit noch für einen letzten Urlaub nutzen. Titus kommt ja leider nicht mit, in den Sommermonaten werden die Vigiles fürchte ich noch mehr gebraucht als außerhalb.“

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  • Nero legte den Kopf schief. „Du hast wohl Recht.“ Sagte er und zuckte mit den Schultern. „Wir werden wohl nach Antium fahren. Nur wird der Aufenthalt wohl kürzer als geplant, da ich für die nächste Amtszeit kandidieren werde.“ Sagte Nero, denn ja das war ein kurze Anreise und das würde auch für seine Frau und seinen kleinen Sohn nicht zu anstrengend sein.

    Er nickte auf ihre Erklärung hin. „Eine gute Bildung ist ein gutes Fundament. Ich beneiden deinen Sohn um die Möglichkeit außerhalb zu studieren.“ Sagte Nero und schloss nur kurz die Augen. Denn ja sein Vater hatte ihn dies nicht vergönnt, dass er irgendwo außerhalb sein Wissen hätte erweitern können und nach dem Tod des Vaters war es ihm nicht mehr möglich gewesen Studienreisen zu unternehmen, da war seine Anwesenheit auf dem Familiensitz von Nöten.

    Dann nickte er. „Ich kann mir gut vorstellen, dass Titus gerade jetzt in der heißen Jahreszeit alle Hände voll zu tun hat.“ Denn ja gerade jetzt im Sommer nahmen die Brände zu und da konnte Titus sich ja schlecht Urlaub nehmen. „Wir sehen uns dann hoffentlich am Ende des Sommers nach deiner Reise?“ Fragte Nero und blickte Axilla fragend an.

  • “Antium ist auch sehr schön. Hast du dort eine eigene Villa, oder besuchst du Freunde?“ fragte Axilla. Denn natürlich hatte nicht jeder Römer überall eigene Häuser, auch nicht in den Ferienorten. Axilla war ja in Baiae auch nur Gast. Wobei das letztendlich kaum Unterschied machte. “Und lass dir deinen Urlaub nicht von einer Kandidatur verderben. Alles, was eine wichtige Stimme hat, ist ohnehin in den Ferien. Da wirst du wahrscheinlich sogar mehr Senatoren erreichen, wenn du einfach in Antium eine Rede hältst oder ein Fest gibst, als wenn du dafür extra nach Rom zurückkommst.“

    Man musste ja nicht nur die Werbetrommel für sich selbst rühren bei einer Wahl, es war auch wichtig, wer zuhörte.


    Nachdem sie nun über Axillas beiden Söhne und deren Sommerpläne gesprochen hatten, kam Caudex dann doch noch mit einer Frage daher, die Axilla doch ein klein wenig amüsierte. Er schaute sie an wie ein Junge, der auf Strafe lauerte. Axilla sah gespielt unschuldig zurück und zuckte die Schultern. “Lässt deine Quaestur denn dann überhaupt Ablenkungen zu?“ Während seiner Zeit als Vigintivir hatte Axilla ihn schließlich auch so gut wie gar nicht zu Gesicht bekommen. Und auch danach nicht. Da war seine Frage jetzt schon etwas belustigend. An ihr hatte es ja nicht gelegen. Und ja, ein bisschen Strafe für ihn musste durchaus sein.

    Axilla lächelte und legte den Kopf schief. “Ist das eine vorsichtige Art, mich zu fragen, ob wir weiterhin miteinander vögeln?“

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