Beiträge von Lucius Claudius Calvus

    Der Kampf war vorbei. Erfreulicher Weise hatte Flamma gewonnen. Calvus sah zu Caudex. Sie waren sich einig. Calvus Blick und ein breites Grinsen gingen bei drei in Richtung des Trebelliers. Calvus streckte dazu triumphierend den rechten Daumen nach oben. " Leben für den Verlierer !!!! " rief er laut.

    Calvus ging zum kleinen Tisch und füllte zwei Becher mit verdünntem Wein ein. Damit kehrte er an den großen Tisch zurück und reichte Marcella einen davon. „ Das Haus liegt unterhalb der Via Nomentana im Collis Viminalis. Der Besitzer ist ein junger Mann, der seiner Tante volle Unterstützung zugesagt hat und sie hiermit einlöst.“ Calvus trank von seinem verdünnten Wein. „ Also musst du dich nur noch um die Einrichtung und das was deine Stiftung angeht kümmern. Wobei ich bei der Möbelbeschaffung helfen könnte. Ein Kunde hat, zwei Schreibpulte, ein Bett und zwei Truhen übrig, die er mir kostengünstig überlassen hat. Ich lasse sie bei Gelegenheit abholen und gleich in das Haus bringen.“ Mehr hatte Calvus nicht zu sagen. Innerlich freute er sich, Tante Marcella sprachlos zu sehen. Ihm war gelungen, was er erhofft hatte. Die Familie wuchs zusammen. Ein Wermutstropfen gab es allerdings. Agrippina verließ bald das Haus. Dafür kam als Ausgleich ja bald danach jemand neues hier ins Haus.

    Calvus hatte Bedenken wegen des Kampfes. Er wusste um was es ging. Corvina hatte deswegen kurzerhand das Heft in die Hand genommen und ehe sich Calvus versah, waren sie an der Seite ihres Bruders gelandet. Der Kampf war in vollem Gange. Die Sorge, dass er für Corvina zu blutig ablief war unbegründet. Sie schien hart im Nehmen zu sein. Calvus beobachtete jede Bewegung der beiden Kämpfer. Er saß nicht mehr, er stand und bejubelte jede gute Aktion Flamma’s. Der Treffer auf dem Rücken Flamma’s löste ein wenig Sorge in ihm aus. Um sich selbst Mut zu machen rief er zu Corvina, anders konnte man sich kaum noch verständigen: „ Der Hieb wird ihn aggressiver machen. Flamma lässt sich durch so etwas sicher nicht stoppen.“ Corvina nickte ihm zu. Calvus hoffte inständig, dass Flamma durch diesen Hieb nicht zu sehr abgelenkt wurde. Sein Leben stand auf dem Spiel noch ein bisschen mehr.

    Mit sich und der Welt zufrieden, traf Calvus in Begleitung von Agrippina und seiner Verlobten Tiberia Corvina im Colloseum ein. Die Hauptkämpfe mussten demnächst beginnen. So sah es jedenfalls aus. Er ging zu den Plätzen der Patrizier. Seine Verlobte hatte ihn involviert, was die Intrige eines gewissen Senator’s betraf. Calvus grüßte alle ihm bekannten Anwesenden, ein vernichtender Blick traf den betreffenden Senator. In der Nähe von Marecella war genügend Platz um sich dort nieder zu lassen. Kissen wurden bereit gelegt. „ Bitteschön, Agrippina und Corvina nehmt Platz.“ Calvus setzte sich auf die freie Seite Corvina’s um eventuelle Gespräche zwischen den Frauen nicht zu stören. „ Ich bin auf die heutigen Kämpfe gespannt. Es sollen ein paar sehr gute Kämpfer darunter sein.“

    Ah, Tante Marcella. Diesmal bot er ihr keinen Platz an. Das hatte seinen Grund. " Nun, Marcella, Tante Macella." Hub er an. " Nun, da ich dir in dein Projekt gepfuscht und die Abläufe gelinde gesagt zum Stocken gebracht habe." Er ging zu ihr, hakte sich bei ihr unter und führte sie zum großen Tisch, auf dem die Grundrisse und anderer Baukram lag. " Habe ich heute hoffentlich die Möglichkeit mich dafür zu entschuldigen." Er holte einen Grundriss hervor und breitete ihn vor ihr aus (siehe oben). " Was hältst du hier von. Im Erdgeschoss, Officium, Lagerräume, Balneum, Culina, Gästezimmer, ein großer Raum für Unterricht und was du so vor hast. Ein kleiner Hortus und in der oberen Etage die Schlafräume." Er sah kurz zu ihr. " Ähm, zu den Kosten....." Er zögerte und sah ernst zu ihr. " Der Besitzer verlangt keine Miete und er überlässt dir die Einnahmen aus der Vermietung der beiden Geschäfte zur Deckung der laufenden Kosten. Der Umbau und die Renovierung sind bereits in vollem Gange." Er sah wieder auf den Bauplan. " Was denkst du. Wäre das in deinem Sinne? Ich könnte natürlich auch weiter suchen, falls...." Er sah zu ihr.


    Sim-Off:

    Entschuldigung, dass ich Marcella einfach mal so ein Stück geführt habe.

    Eine Überraschung für Tante Marcella 


    Das es nicht einfach werden würde, damit hatte Calvus gerechnet. Das es so schwer werden würde ein geeignetes Objekt für Tante Marcella’s Vorhaben zu finden, das wiederum überraschte ihn. Calvus hatte sich in den Kopf gesetzt das Gebäude zu kaufen, was in Frage käme. Miete zu zahlen und dann irgendwann auf die Straße gesetzt zu werden, weil es dem Vermieter gerade in den Sinn kam. Nein, das war ihm zu unsicher und nicht sehr förderlich für das Projekt. Es bedurfte einiger Laufereien, einer Bitte hier und einem Gefallen da, bis Calvus etwas gefunden hatte, was größten Teils seinen Vorstellungen entsprach.

    Der Verkauf wurde recht schnell über die Bühne gebracht. Calvus wollte nicht riskieren, dass der Besitzer es sich plötzlich anders überlegte. Das zweigeschossige Eckhaus lag unterhalb der Via Nomentana im Collis Viminalis.

    Vom Standort her lag das heruntergekommene Gebäude gar nicht so schlecht. Im Erdgeschoss waren an der Frontseite 2 Läden, die man vermieten konnte. Dahinter erstreckte sich ein Atrium um das herum drei kleinere Räume, Officium und Horea, ein Triclinum, zwei Gästezimmer, eine Culina und ein Balneum angeordnet waren. Im Obergeschoss lagen drei weitere Räumlichkeiten. Calvus hatte sich den Grundriss angesehen und beschlossen, dass im oberen Geschoss, die Schlafmöglichkeiten für die Mädchen sein sollten. Im Erdgeschoss das Triclinum konnte als Allzweckraum dienen. Die Culina besaß einen Wasseranschluss. Durch eine Öffnung in der Wand und eine Schwenkvorrichtung konnte Wasser ins Balneum umgeleitet werden. Über den Hortus kam man zur Befeuerung des Hypokaustum.

    Das Haus, ein kleiner Glücksgriff. Calvus machte alle Änderungen. Er schickte einen Sklaven zu Tante Marcella, falls sie Zeit fände ins Officium zu kommen. Er hätte eine kleine Überraschung für sie.



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    Das Flehen und Jammern rührte Calvus nicht im Mindesten. Vor wenigen Augenblicken hatten sie ohne mit der Wimper zu zucken versucht, ihm das Geld aus der Tasche zu ziehen. Jetzt kam auf ihr Heulen hin ein alter Mann aus dem Thermopolium. Ein Verwandter wie es sich nach seinem Reden anhörte. „ Ich nehme deine Entschuldigung an. Das ändert nichts an dem, was ich gesagt und festgelegt habe. Wer nicht weiß, wie man sich seinem Patron gegenüber verhält, der braucht keinen. Alles was folgt hat Claudiana Charis sich selbst zu zuschreiben.“ Während Calvus sprach legte er seine Hand auf Marcella’s Hand. Dann sah er sie an. Aufregen? Worüber. Über die Dummheit und Unverfrorenheit dieser Claudiana? "Wo denkst du hin. Hätte sie das Geld genommen, uns das Nebengebäude überlassen, würde sie jetzt mit ihrer Nachbarschaft angeben und wahrscheinlich noch finanzkräftigere Mieter und Gäste bei sich willkommen heißen können. Jetzt kommen dafür die Vigile.“ Er zuckte nur mitleidig mit den Schultern, ohne einen weiteren Blick an die beiden zu verschwenden. „ Ich wünsche dir einen besseren Tag als den beiden. Vale.“ Verabschiedete sich Calvus von dem alten Mann. „ Lass uns gehen.“ sagte er zu Marcella. Den Handwerkern bedeutete er das sie gehen wollten. Mit gemäßigtem Schritt machte er sich auf den Weg. Jetzt war es an ihm ein geeignetes Haus für Tante Marcella’s Projekt zu finden.

    Was sollte die Bemerkung? Nur weil er ein Claudius war? Darauf würde er nie spekulieren und auch keinen Wert darauf legen. Dankend nahm er den Mulsum an. „ Wenn dein Geld für solch eine teure Angelegenheit, wie diesen geeisten Mulsum reicht, dürfte die Renovierung oder ein Neubau kein Problem sein und so arm wie du vorgibst bist du dann wohl doch nicht.“ Er gab das Getränk an seinen Sklaven weiter, der reichte ihm seine Tabula. „ Ich wusste gar nicht, dass du dein Nachtlager an Claudia Marcella vermieten wolltest. Das musst du nicht.“ Er ritzte mit dem Stylus etwas in die Tabula. „ Damit du dir aber nicht den Tod holst in dieser elenden Ruine, sollten sich die Vigile das besser mal ansehen.“ Er drückte seinen Siegelring unter den Text. „ Im übrigen verzichtet die Gens Claudia gern auf solche Klienten wie dich. Damit es auch für dich greifbarer wird. Ich werde es öffentlich machen.“ Das war nicht schwer. Die Sklaven des Hauses trugen es zu den Händlern und bald wusste jeder hier, dass sie bei den Claudiern raus geflogen war. Vor allem weswegen, dass war das wichtigste. Er reichte seinem Sklaven die Tabula mit der Bemerkung zurück, das wenn sie zurück in der Villa waren, ein Bote gerade diese Tabula zu den Vigilen schaffen sollte. „ Also du siehst, mein Verantwortungsgefühl für dich ist groß genug um deinen Leib und dein Leben und das deiner Tochter vor Krankheit und Siechtum zu bewahren, indem ich die Vigile informiere. Das mache ich für dich kostenlos. Sieh es als letzten Gefallen deines, ab heute, ehemaligen Patrons.“ Er reichte der Tochter der Claudiana den Mulsum, ohne einmal davon getrunken zu haben zurück. „ Danke. Leider ist es nicht zu einem Geschäftsabschluss gekommen. Also gibt es keinen Grund zu trinken. Vale und einen schönen Tag.“ Calvus schickte sich an wieder zu gehen. Hier gab es nichts weiter zu besprechen. Die Claudiana wollte einen Wucherpreis für ein Abrisshaus. Er war nicht gewillt sich übers Ohr hauen zu lassen. Vor allem das Verhältnis von Patron und Klient war hier wohl außerordentlich in Schieflage geraten. So ging kein Klient mit seinem Patron um. Die Konsequenzen musste die Claudiana jetzt dafür tragen ob sie wollte oder nicht.

    Warum war Calvus nicht überrascht? Wahrscheinlich hielt der Putz das gesamte Gebäude an seinem Platz. „ Unbezahlte Untermieter und vom Geruch her Sumpf an seinen schlechten Tagen. Was wohl die Vigile zum baulichen Zustand sagen werden?“ Calvus sah sich im Halbdunkel um. Es raschelte und ein kleiner Schatten huschte an seinen Füßen vorbei. Die Handwerker hatten sich gleich wieder nach draußen verzogen. Ihnen war der Bau nicht ganz geheuer. „ Was hältst du davon Claudiana Charis. Ich werde bei den Vigilen vorsprechen und die sehen sich dann dieses Elend hier an. Ich will dich ja nicht übervorteilen. Vielleicht wäre die Miete nach der Kontrolle sogar ein wenig höher.“ Er wusste es und Claudiana Charis sicherlich auch. Bei dem Zustand wohl nicht. „ Oder sie stellen fest, dass es marode, baufällig und unbewohnbar ist. Dann wird die nächst höhere Gewalt wahrscheinlich einen Abriss verfügen. Ich könnte dann sogar sagen, du hast uns versucht arglistig zu täuschen.“ Ja das hatte sie versucht, Claudia Marcella zu täuschen. Ihr das Geld für etwas abzuknöpfen, dass nicht mal durch eine Sanierung an Qualität gewinnen würde. „ Du weißt hoffentlich auch, dass die Kaiserin Schirmherrin ist. Also würde es sehr unangenehme Kreise ziehen und dein Name wäre dann dahin.“ Hoffentlich wirkte das, was Calvus aufzählte und ihr ausmalte. Unrecht hatte er nicht damit. Aber er bezweckte auch etwas damit. „ Allerdings könnte man die ganze Sache gepflegter und zu unser beider Vorteil abhandeln. Ich biete dir 7000 Sesterzen als moderaten Kaufpreis für dieses abrissreife Haus an. Alles weiter wäre dann mein Problem.“ Mal sehen wie es bei ihr ankam. Calvus jedenfalls wollte nicht länger in dieser giftigen Luft verweilen und ging hinaus. „ Claudia Marcella, es wäre besser, du folgst mir. Die Luft hier drin ist mehr als ungesund.“ Draußen holt er tief Luft. Die Handwerker sahen sich verstohlen an. Einer sagte laut. „In die Bruchbude würde ich kein As rein stecken.“

    Alles schön und gut was sie da erzählte. Leider entsprach das nicht dem, was Calvus hier vor sich sah. Er ging an die Wand und griff nach dem Putz. Der fing sofort an herab zu bröseln. Am Sockel war es noch viel schlimmer. „ So so, ein paar Sklaven, Farben und Pinsel.“ murmelt er vor sich hin.

    „ Lass uns hinein gehen. Ich möchte das Elend von drinnen sehen.“ Er hielt nicht damit hinterm Berg, was er von diesem heruntergekommenen und vernachlässigtem Bau hielt. Die Handwerker sahen sich den Außenputz und das darunter hervorschauende Mauerwerk genauer an. Er eine schüttelte den Kopf. „ Für wie viel gedachtest du dieses marode Gebäude zu verkaufen?“ fragte Calvus so nebenbei.

    Am späten Vormittag traf der kleine Tross bei der Insula ein. Außer Calvus und Claudia Marcella, waren zwei Bau-Handwerker und ein Mosaikleger mit von der Partie. Zwei Personen warteten bereits am Nebengebäude. Auf den ersten Blick machte dieses keinen berauschenden Eindruck. Es war eher maroder Natur. Calvus griff nach dem Putz, der ihm prompt entgegen bröckelte. Na gut, das ließ sich ohne viel Aufwand beheben. " Salve, Claudiana Charis nehme ich an. Ich bin Claudius Calvus und will mir das zur Miete angebotene Gebäude ansehen."  Seine Mappe und Messwerkzeuge trug ein Sklave. Die beiden Handwerker standen hinter ihm. " Lass uns die Innenräume besichtigen." Calvus hoffte das Innere in besserem Zustand vorzufinden. Aber meist sah das Innere nicht besser aus.

    Was sollte er dazu sagen ? Er hatte nicht wirklich nach der kleinen Aurelia geschaut. Erstens war es ein Kind, zweitens nicht sein Kind und drittens war er ja nur wegen Corvina hier. Das drittens gab er aber nicht unbedingt zu. „ Ähm, ja. Sehen nicht alle kleinen Kinder so aus?“ Zumindest kannte er es nicht anders. In dem Alter war nicht viel mit den Wesen anzufangen. Sie schliefen den ganzen Tag oder schrien, weil sie Hunger hatten und manchmal waren sie sehr geruchsintensiv.

    Das nächste Thema was Tiberia Corvina anschnitt war eher sein Geschmack. Bevor er ihr antwortete, probierte er den Wein. Ein guter Tropfen. Die Rebsorte sollte er vielleicht an dem südlichen Hang in der Nähe des Landhauses anpflanzen lassen. „ Ein kleines Landhaus in den Albaner Bergen. Der Umbau ist recht fortgeschritten. Ich habe einige Änderungen vornehmen lassen. Der kleine Garten bedarf der Auffrischung. Den größeren könnte man so lassen und am südlichen Hang steht Wein und es werden ein paar Reben dazu kommen.“ Corvina schien der Happen von den eigens zusammengestellten Leckerbissen zu schmecken. „ Wie ich sehe hast du die Entenpastete erwischt. Dann bleibt mir der Hirsch.“ Calvus nahm sich das Stück. „ Wer schwebt dir für die Gestaltung des Gartens denn vor ?“ Gute Gärtner waren rar und teuer. Es wäre ein Wunder, wenn Corvina einen sofort an der Hand hätte.

    Nach der Begrüßung hatte sich Calvus etwas abgesetzt. Der Zeremonie wohnte er etwas weiter hinten stehend nur halb bei. Insgeheim suchte er mit Blicken so unauffällig wie möglich nach der anwesenden Tiberia Corvina. Nach seinem dafür halten musste sie heute hier sein, denn Tiberius Caudex war mit einer Aurelia verheiratet. Lange musste er nicht suchen. Ein dunkler und ein heller Schopf, dass konnten nur die zwei Corvina sein. Calvus machte einen Schritt zur Seite bis er im Blickfeld von Tiberia Corvina stand und nickte ihr zu. Er ließ sich einen Becher Wein geben und ein paar kleine Häppchen auf einem Teller. Damit ging er etwas abseits und wartete. Für Außenstehende sah es so aus, als ob er ungestört seine Häppchen und seinen Wein genießen wollte.

    Was Marcella anziehen sollte, da wusste Calvus leider nicht so genau Bescheid, vor allem, was ihr vorschwebte. „ Am besten etwas, das nicht zu hell ist. Ich weiß nicht wie das Gebäude von innen aussieht. Jedenfalls nichts von deinen allerbesten Sachen, die du zu Empfängen anziehst.“ Das war seine Meinung dazu. Mit dem Wasser hatte er eine Idee. Sie um zusetzten, musste er aber erst den baulichen Zustand kennen. „ Ich glaube nicht, dass wir einen zweiten Anschluss brauchen werden. Es gibt da eine andere Möglichkeit.“ Als sich Marcella überschwänglich bedankte wurde Calvus etwas verlegen. Er machte eine beschwichtigende Handbewegung. „ Das ist das mindeste, was ich zur Zeit in dieser Phase der Umsetzung deines Projektes tun kann.“ Er überlegte, was Marcella für ihn tun konnte. Da fiel ihm gerade jetzt nichts ein. „ Es wird bestimmt irgendwann etwas geben, was du für mich tun kannst. Nur jetzt fällt mir nichts ein. Als gehen wir übermorgen deine Baustelle begutachten.“ Insgeheim, hatte er die Größe berechnet und die Lage des Grundstückes war ihm nicht ganz fremd. Wenn es der Teil war, den er dachte, dann gab es eine viel bessere Option. Die war vor allem für seine Tante wesentlich kostengünstiger. " Gut dann Übermorgen. Ich freue mich darauf." Er sah auf seine Wachstafel. So ein paar Ideen geisterten da schon in seinem Kopf herum.

    Und dann? Dann würde ich nach zwei Monaten, würde ich die Wand bemalen dürfen. Sofern ich mich gut machte. Ich nickte schnell und hastig und strahlte weiterhin überglücklich. "Ja, Dominus. Ich werde mich so schnell es geht um eine Werkstatt bemühen. Und die beste finden! Und ich werde lernen, wie ich noch nie zuvor in meinem Leben gelernt habe!" Das meinte ich völlig ehrlich und diese Ehrlichkeit lag wohl nun auch in meiner Stimme. "Könntest du denn eine empfehlen? Ich meine...." Ich schaute noch einmal auf die Rolle auf dem Tisch. "Du kennst doch sicherlich einen, der deinen Erwarungen entsprechen würde?" Etwas wage deutete ich dann auf den Umriss. "Ich meine... jemand muss doch diese Villa so schön... ausgestattet haben." Auch das meinte ich ehrlich, ehe ich wieder die Zeichnung beäugte. Der hintere Säulengang im Peristyl. Wenn ich alle richtig machte, so würde sie mir gehören. Wenn auch nicht für lange. Und ich würde sie äußerst schön hinterlassen. Das nahm ich mir fest vor.

    „Der Erbauer dieser Villa ist mir unbekannt. Allerdings kenne ich den ein oder anderen Meister. Quintus Coruncanius Privernas , ein Meister der Mosaike und Sextus Orchius Caldus. Er ist für Wandmalereien bekannt. Steinmetze kenne ich ebenfalls zwei.“ Calvus ging zurück an seinen Schreibtisch und setzte sich. Er griff sich eine Tabula und grub mit seinem Stylus ein paar Worte ein. Zum Schlus drückte er seinen Siegelring auf das Wachs. „ So, hier hast du ein Empfehlung von mir. Suche dir den passenden Meister aus.“ Er überreichte Onatas die zusammengeklappte Tabula. „ Hast du sonst noch eine Frage ?“ Calvus wollte nicht, dass irgend etwas offen blieb. „ Ansonsten sehen wir uns in zwei Monaten. Je nachdem, wie zufrieden der Meister mit dir ist.“

    " Du stiehlst nicht, du bist ein willkommener Grund ungeliebte Schreiberei zu unterbrechen." Calvus nahm sich den Plan. Als er die Aufteilung sah schüttelte er den Kopf. " Von der culina ins Balneum. Das geht so nicht. Und wieviel Miete will sie haben? Ich werde mit ihr ein Wörtchen reden müssen. Am besten übermorgen. Ein kleiner Überraschungsbesuch. Willst du mit kommen? Ein oder zwei Handwerker werden mit dabei sein. " Calvus suchte gleich ein Paar Papyri zusammen und eine Wachstafel, auf der er grob den Grundriss übernahm. " Die gesamte Innenaufteilung ...." Er schüttelte nur mit dem Kopf und fing an auf der Wachstafel Linie glatt zu streichen und an anderer Stelle wieder einzusetzen. " Nach dem Besichtigen, sehen wir was wir draus machen können." Er sah zu Marcella. " Keine Angst, es wird deine Geldmittel nicht übersteigen. Wenn das Gebäude passend ist, werde ich die Baukosten und die Handwerker übernehmen." Marcella brauchte ihr Geld für andere Sachen und das hier würde Calvus finanziellen Rahmen nicht sprengen. Dafür sorgte er schon.

    Der 04.06. hörte sich sehr weit weg an. Aber wenn man bedachte was alles davor lag, war er durchaus gut gelegt, der Hochzeitstermin. Das Caudex ihm gleichzeitig seine Unterstützung, in Hinsicht auf den Amtsantritt anbot, war wirklich sehr praktisch. Die Art Hilfe konnte Calvus gebrauchen. Nicht, das er alles die andern machen ließe, nein darum ging es gar nicht. Es war immer gut hier in Rom Fürsprecher zu haben. „ Der Termin ist gut und ich werde auf dein Angebot zurückkommen. Ja, es wäre schon schön, dass wir nicht ganz fremd nebeneinander stehen. Wie wäre es in 3 Tagen zu einer kleinen Cena.“ Damit wäre ja fast alles unter Dach und Fach. Die Termine standen. Jetzt musste Calvus sich als nächstes mit den Feierlichkeiten von Agrippina befassen.

    Das waren gute Vorlagen. Was gedachte Calvus mitzugeben? Wie die Ehe geschlossen wurde. Confarreatisch ? Dann standen dem Nachwuchs mehr Möglichkeiten offen sich zu profilieren. Also ging er darauf ein. " Ja confarreatisch ohne Sponsalia. Die Mitgift dürfte angemessen sein. Ich zu meinem Teil gebe 20 000  Sesterzen in Barem und Schmuck dazu." Dann bliebe nur noch eins, den Hochzeitstermin festzulegen. Wobei zu bedenken war, dass hier im Hause eine Hochzeit stattfand. " Der Termin für die Hochzeit, wäre noch offen. Die nächste Hochzeit findet ja hier im Hause statt. Danach wäre es vielleicht möglich." Calvus war es dann eigentlich egal wann. Er hatte ja nicht so viel Baustellen, dass er auf Termine achten musste. " Wo wir bei Terminen sind. Ich würde Corvina bei nächster Gelegenheit einmal mit Begleitung einladen wollen, wenn du nichts dagegen hast. " Calvus wollte die Tiberia nicht nur auf dem Papier und vom Hörensagen kennen. Ein paar Kontakte vor der Hochzeit waren da ganz gut um sich ein bisschen näher zu kommen.