Beiträge von Narrator Minor

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Der Reiter, der mit Manal gesprochen hatte, horchte auf, als er Angus rufen hörte und fragte ihn auf Latein: "Du benutzt die Zunge der Römer?" Neugierig sah er ihn an und hob die Hand, um seine Männer zurück zuhalten. Der Bursche und das weinende Mädchen, sie würden ihm nicht entkommen. Wohin sollten sie in dieser menschenfeindlichen Weite auch hin? Er tat sogar ein gutes Werk, da er sie nicht in der Wüste verdursten und verhungern ließ.

    Kurz befahl er seinen Leuten, die beiden Gefangenen zwar zu umringen, sie aber nicht anzugreifen, dann blickte er wieder von oben bis unten Angus an:

    "Ich spreche Latein.", erklärte er und spuckte aus: " Ihr seid in der Gewalt von mir, Zahak, dem Sklavenhändler, ich bin weit herumgekommen und spreche alle möglichen Sprachen. Bist du fügsam, so gibt es Wasser und keine Schläge. Bist du rebellisch, so gibt es kein Wasser und die Peitsche - das gilt auch für deinen kleinen Schatz aus Antiochia. Ich denke nicht, dass sie mehr als zehn Hiebe überleben würde."

    Er nahm von seinem eigenen Sattel eine lederne Wasserflasche und warf sie dem Kelten vor die Füße: "Trinkt! Und dann sagst du mir wer ihr wirklich seid und was ihr hier zu suchen habt. "

    Seine Männer murrten etwas, es hätten ihnen zweifellos Freude gemacht, den Blonden zu überwältigen und mit der jungen Frau noch anderes zu tun, aber ein weiterer Blick Zahaks brachte sie zum Schweigen. So machten sie Pause, ließen es zu, dass der Zug der erschöpften Sklaven sich niederließ, wo er gerade stand, und lagerten sich, während Zahak seine Beute befragte.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen. Saturninus wollte gerade etwas Freundliches erwidern, da hörte man von draußen Schritte und eine helle und eine beinahe schon erotische Stimme wie Samt, die sich Widerworte gaben, erklangen. Claudiana Charis hatte ja dieses beindruckende Organ.

    "Ein Gewand aus reiner Seide, wo käme ich da hin!", sagte sie, und ihre Tochter erwiderte: "Mamma, alle Mädchen in meinem Alter, deren Eltern es sich leisten können, tragen reine Seide."

    "Da könntest du genauso gut nackt herumlaufen!"

    "Na vielleicht wäre das eine gute Idee...."

    Ein Klatschen war zu hören und Heulen, und dann kippte die tiefere Stimme etwas: "Ahhh, hast du mich gerade gebissen, du Schamlose?!!"

    Schluchzen: "Dann würde ich vielleicht einen richtigen Mann abkriegen und keinen alten Knacker. So einen wie Flammii.", mit spitzem I am Ende.

    "Einen Gladiator? Das fehlte noch. Nicht weinen, meine süße Chariton, Mutter wird es richten, du wirst es sehen. Auf den Knien wirst du mir noch danken. Jetzt lach wieder...Ach, du bist so hübsch, zum Anbeißen, mein kleiner runder Apfel...."

    Es war nicht zu überhören, die Claudianas - Charis Nummer Eins und Charis Nummer Zwei waren im Anmarsch.


    Sie traten in das Thermoplium ein, und da Claudiana Charis Acciana Helia sitzen sah, fuhr sie sie an: "Hast du nichts zu tun?! Meinst du, die Erbsen pulen sich von alleine! Auf in die Küche ...oder..."

    Ihre Miene änderte sich: "Salve, der Herr Furius. Na, das ist eine Überraschung.", säuselte sie:

    "Charitonuela, schau mal, wer uns besuchen kommt. Unser früherer Mieter. Er ist jetzt ein Ritter und der Procurator Annonae. Mein Vater Claudianus Chariton steht auch auf eurer Liste der Bezugsberechtigten, übrigens. Und du, Furius, erinnerst du dich noch an meine kleine Charis? Bestimmt noch, wer könnte so etwas Herziges vergessen. Ein Weinchen gefällig? Bestimmt ja. Komm, Chariola, leiste unserem Gast Gesellschaft, während die da...",

    sie wies mit geringschätziger Miene auf Helia:

    "...die Getränke holt. Ich hoffe, dass dumme Ding fiel nicht lästig."

    Dann schob sie Charis Minor vor, die sich auf die Bank setzte, auf der Helia gesessen war. Sie selbst jedoch nahm ächzend an der Seite von Saturninus Platz, so dass dieser nicht aufstehen konnte, ohne sie zu bitten, sich ebenfalls zu erheben. Er würde den beiden Frauen nicht so leicht entkommen.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Der Reiter, der den Elendsgestalten der Karawane vorausritt, war nun stehen geblieben. Sein scharfer kühner Blick taxierte Manal, die sich sofort verschleierte, um anzuzeigen, dass sie eine freie Frau war, doch der Mann grinste nur und spuckte so gezielt aus, dass der Spuckefetzen genau vor ihren Füßen landete.

    Auf Aramäisch fragte er:

    "Wer bist du, kleine Blume und wohin des Weges?"

    Manal hatte sich gemerkt, was Angus ihr gesagt hatte, und nun sprach sie :

    "Manieren hast du nicht für ein Kupferstück, oder? Aber da du fragst, will ich dich zuerst fragen: Wer bist du und wohin des Weges?"

    Sie stemmte die Arme in die Hüfte. Auf gewisse Weise wirkte das drollig, wie sie versuchte, größer zu wirken, aber der Reiter hatte wenn überhaupt, nur Sinn für bösen Humor:

    "Wir sind Sklavenhändler, meine Dame.", erwiderte er: "Und unser Weg führt uns dorthin, wo es lohnende Beute gibt. Du könntest eine solche sein."

    "Denk nicht einmal daran!", sagte Manal: "Ich bin die edle Manal Bint Euodios ho Antiochia auf dem Weg zu ihrem Bräutigam in Palmyra. Auch du hast bestimmt von den Heiligen Vier Stämmen gehört, und mein zukünftiger Gatte ist einer davon, gehört zu einem davon wollte ich sagen: Ein Beschützer der Karawanen, ein Kriegsherr mit hundert berittenen Kriegern.

    Der zerreißt euch in der Luft, wenn ihr es auch nur wagt , mich und meinen Leibwächter .", sie wies auf Angus:

    "schief anzusehen."

    Der Sklavenhändler pfiff durch die Zähne: "Der ist ja noch besser als du.", sagte er: "Solch blonde Kerls sind selten. Der würde sich gut in einer Arena machen, oder wir schnippeln ihn zu einem Eunuchen und verkaufen ihn teuer an die Parther, da kann er dann Dutzende von Schönheiten wie dich bewachen!"


    Angus verstand vermutlich kein Wort, doch jetzt wies der Reiter auf sein eigenes Glied und machte die Geste des Abschneidens, deutete dann auf Angus und feixte. Die anderen Reiter lachten.

    "Nein...", sagte Manal, doch der Händler schüttelte den Kopf:

    "Du lügst.", sagte er: "Du sagst, du kämst aus gutem Haus, aber wo sind deine Frauen, wo sind deine Truhen, wo sind die bewaffneten Knechte? Wir nehmen euch mit."

    Manal brach in Weinen aus: "Angus!", rief sie nun verzweifelt auf Latein: "Curre! Lauf!"


    Drei der Reiter sprangen ab. zwei von ihnen trugen die schweren parthischen Reiterlanzen, die beidhändig geführt wurden, der andere hatte Ketten über seine Schulter und um ihren Leib geschlungen. Sie waren groß, kräftig und genauso narbenzerfurcht wie der Reiter im weißen Gewand. Als das junge Mädchen nun weinte und nach Angus rief, lachten sie rau. Das Leid anderer Menschen war ihr tägliches Brot, davon zehrten sie, das machte sie satt.

    Das Mädchen würde ihnen nicht entkommen, aber zunächst würden sie sich den Blonden holen.


    Sie kreisten Angus fast schon gemächlich ein.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Manal spürte Angus Hände, und wie er sie beschützte, und die Tränen schossen ihr in die Augen. Wie gut der Kelte war! Auch wenn er eine seiner heidnischen Göttinnen anrief in diesem an Göttern nicht armen Land. Aber er wusste es ja nicht besser, obwohl er eine Seele war, die nach Erlösung rief. Alle Seelen und die ganze Natur weinten und stöhnten nach Erlösung. Manal jedoch weinte, weil sie eine heftige Liebe zu diesem Mann in ihrem Herzen aufkeimen spürte. Aber es durfte ja nicht sein. Er hatte eine Gefährtin, jene I-dunah und ein Kind mit ihr.

    So war jede Minute des Glücks nur geborgtes Glück, geborgt von jener jungen Frau aus dem fernen Germania.


    Manal schwankte zwischen Glück und Selbstverachtung. Sie war eine Sünderin in ihren Gedanken. Die Sünde umschlich sie wie eine hungrige Raubkatze, und Gott hatte ihnen den Sandsturm geschickt, um sie zu strafen. Aber dann beschützte der große blonde Mann sie mit seinem Körper, und aus der Strafe wurde wieder Glück. Ob Gott das wusste? Natürlich, er wusste alles. Zweifellos war alles eine Prüfung.


    "Mir geht es gut.", pipste Manal und strich sich mit der Hand die Sandkörner von ihrem Schleier. Gerne hätte sie einen kleinen Schluck Wasser genommen, nicht viel, denn sie wussten nicht, wie lange das Wasser reichen musste, aber Angus beschloss wohl, bis zur Dämmerung zu warten.

    Ihr Blick fiel über die bewegungslose Sandebene, über die die Sonne sich erhob als wäre der Sandsturm nur ein böser Traum gewesen.Auf Angus Rufen antwortete keine Stimme.


    "Wo sind die anderen?", fragte sie und mit großen Augen: "Sind sie alle....tot?" Keiner der Männer war freundlich gewesen. Aber so zu sterben, das erschien dem Mädchen über alle Maßen grauenhaft.


    Wie ein Automat wankte sie neben Angus her, bis sie in der Dämmerung rasteten und sich aneinander schmiegten in der Kälte. Manal wollte tapfer sein und Angus ihren Anteil am Wasser überlassen, doch ihr Durst war so überwältigend, dass sie trank, was sie bekam.


    Nach Tagen schien Angus Menschen zu sehen, und er winkte und rief:Hilfe! Hierher!

    Manal wollte helfen, doch sie stellte fest, dass ihre Lippen so aufgesprungen und ihre Kehle so ausgedörrt war, dass sie nur krächzte wie ein kleiner Vogel.

    Dafür aber nahm sie ihren Schleier ab und schwenkte ihn mit beiden Armen durch die Luft, als sei er eine Friedensfahne.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Manal war bisher artig in allem Angus gefolgt, da sie wieder gut machen wollte, dass Iduna entführt worden war, weil sie mit ihm geschwätzt hatte.

    Doch der nahende Sandsturm hatte eine verheerende Wirkung auf die junge Syrerin. Sie blieb stocksteif stehen und bekam große Augen, als sie die Wand aus aufgewirbeltem Sand auf sich zurauschen sah. Obgleich sie eine Tochter des Landes war, war sie ja zuvor nie aus Antiochia herausgekommen. .

    Manal fürchtete sich zu Tode, und das war ihr anzusehen.

    Als Angus sagte: "Komm!", konnte sie sich nicht vom Fleck rühren vor Angst. Sie schlang nur ihren Schleier um ihr Gesicht, wimmerte leise und wisperte: "Angusmacdonal verlass mich nicht...."Iesus Christu"

    Charis minor hätte Helia zu gerne ausgehorcht über das Küssen und so weiter, aber da ihre Mutter nun die Wohnung betrat, wedelte sie nur mit den Händen:

    "Pssssst!"

    Claudiana Charis durfte nicht wissen, welche Gedanken ihr Töchterlein in ihrem Gehirn bewegte.



    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Charis indes hatte ihre kleine feiste Hand an ihr Kinn gelegt, die Augen gesenkt und überlegte. Diese Bronzefibel war vielleicht sogar ein Geschenk der himmlischen Mächte, wenn sie tatsächlich dem vorigen Mieter gehörte. Denn so sehr sie es versucht hatte, er war nie auf Charis Minor aufmerksam geworden. Dabei wäre es doch solch ein Glück für ihr Mädchen.... Die Eigentümerin dachte daran, dass ihre kleine Charis bei den Furiern einheiraten könne, wenn sie es nur schlau anstellte.


    Also nickte sie: "Helia, der Vormieter heißt Furius Saturninus. Du gehst zur Casa Furia auf dem Esqulin an der Via Nomentana und verlangst den Herren persönlich zu sprechen. Und dann sagst du Folgendes und das genau so: "Claudiana Charis Minor hat dein Eigentum gefunden und schickt es durch mich, ihre Angestellte. Wenn sich Furius Saturninus nicht zu gut dafür ist, würde sie sich sehr freuen, wenn er vorbeikommen und ihr persönlich seinen Dank abstatten würde. " Er kann kommen, wenn er Zeit hat"


    Das war genau die richtige Mischung aus Unterwürfigkeit und Unverschämtheit, fand sie. Würde sich Saturninus weigern, wäre er arrogant. Würde er sich nicht weigern, würde sie ihm Charis Minor auf einem Silbertablett servieren:


    "Wiederhole was du sagen sollst!", verlangte die Claudiana von Helia: "Und du kannst gleich gehen, es ist nicht weit! !"

    Selbst wenn es weit gewesen wäre, für das Glück ihrer Tochter würde sie alles tun.


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.

    Widerstrebend ließ Charis Minor die Bronzefibel in die Hand ihrer Mutter fallen, die sie Helia gab.

    "Kann ich nicht selbst gehen?", pipste sie: "Ich bin neugierig, wie es in der Casa Furia aussieht!"

    Charis schüttelte den Kopf:

    "Du gehst nicht selbst, du bist eine römische junge Dame aus ...nun gutem Haus.", sagte sie: "Du schickst dein unscheinbares Dienstmädchen!"


    Beide Frauen sahen Acciana Helia an.

    Der Fund



    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen."Klar halte ich mich dran.", beteuerte Charis Minor: "Meine Mutter TÖTET mich, wenn nicht, habe ich doch gesagt. Aber geknutscht habe ich schon mal. Du auch?"

    Sie sprang schnell vom Bett herunter, glättete ihr Kleid und hielt den Finger auf den Mund, als sie von unten schwere Schritte auf der Treppe hörte.

    "Der letzte Mieter war Mitarbeiter vom Augustus. Das stimmt natürlich nicht, er war nur so ein Angestellter in der kaiserlichen Kanzlei, aber es hört sich gut an , oder? ", sagte sie. Damit betonte Claudiana Charis nämlich, dass sie nur die besten Mieter in ihrer Insula akzeptierte.



    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Die Schritte gehörten zu Claudiana Charis, das hatte die Minor richtig erkannt. Die Gäste waren gegangen, und das Thermopolium in den Mittagsstunden wieder geschlossen, bevor es später noch einmal für die Kunden öffnen würde.

    Die Eigentümerin der Insula blieb im Türrahmen stehen, hielt sich die Seite und schnappte tüchtig nach Luft. Die Treppen fielen ihr auch immer schwerer, aber sie hatte sich aufgerafft, um Helia zu kontrollieren.

    Mit flinken Augen schaute sie sich um. Der Raum glänzte vor Sauberkeit, es war gefegt, gefeudelt und auch Staub gewischt.

    "Gut gemacht, Chariton mein Liebling", sagte sie gerührt:

    "Heute hast du eine wichtige Lektion gelernt: Angestellte, egal ob es Freie oder Sklaven sind, arbeiten am besten, wenn man ihnen auf die Finger schaut. Ich bin stolz auf dich, wie du Helia angewiesen hast."


    Charis Minor lächelte geschmeichelt und zeigte sofort die Bronzefibel vor:

    "Die habe ich gefunden, Mama. Und ich habe mich sooo doll gestochen. Darf ich sie behalten?"


    Claudiana Charis schaute Acciana Helia an, als wäre sie ganz allein dafür verantwortlich:

    "Meine Tochter hat sich verletzt , und du hast nur daneben gestanden!", schimpfte sie:

    "Du hättest sofort zu mir kommen müssen, um mir Bescheid zu sagen, aber wirklich! Was ist das für ein Mordwerkzeug von Bronzenadel? Gib mir bitte eine Erklärung dafür, Helia!"

    Der Fund


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Charis minor konnte ganz schön giftig sein, wenn sie wollte: " Du meinst, DU wirst nicht fertig", nölte sie: "Ich seh nicht aus wie eine Dienstmagd, oder?"

    Aber dann schimpfte Acciana Helia wieder, und das pummlige Mädchen kuschte. Ganz wollte sie es sich mit Acciana Helia nicht verderben, schließlich half sie ihr bei den Hausaufgaben. Aber sie hatte nicht ein bisschen Lust, mit anzufassen.

    Den Besen ignorierte sie.

    Aber bei der nächsten Frage wurde sie puterrot:

    "Ich hatte noch nie einen Geliebten. Meine Mutter würde mich töten und in den Tiber schmeißen oder an ein Lupanar verkaufen, sollte ich ihr das antun. Sie will dass ich Jungfrau bleibe und einen reichen Sack heirate, der auf Jungfrauen steht."

    Sie zuckte die Achseln: "Mein erstes Mal hätte ich gerne mit einem gutaussehenden Mann, so wie Flamma." , sie seufzte:

    "Hach Flamma. Wie müsste denn dein Richtiger aussehen, wenn du einen hättest?"


    Charis Minor plapperte in einer Tour. Im Gegensatz zu ihrem Mundwerk blieben ihre Hände aber untätig. Dafür hüpfte sie nun auf einem Bein, schaute in die Truhen, die zur Inneneinrichtung gehörten und in die Schubladen des Schreibtischs. Auch unter das Bett schaute sie und nieste ob der Staubmäuse, doch dann tastete ihre kleine Hand weiter und - sie heulte auf.

    "Aua, ein Skorpion! Etwas hat mich gestochen! Ich STEEERBBBE !"

    Sie linste, um das Untier zu sehen und dann jubelte sie:

    "Nein, kein Skporpion!"

    Sie streckte ihre Hand aus und zog eine Bronzefiebel unter dem Bett hervor, die in Gestalt einer Chimäre gearbeitet war. An der Schließnadel hatte sie sich gestochen.

    "Oh, schick! Die behalte ich. als Schmerzensgeld!", jauchzte sie und zeigte sie mit der ausgestreckten Hand Helia:


    Bitte melden Sie sich an, um diesen Anhang zu sehen."Aber sags Mutter nicht, die meint, ich solle sie zurück geben. Die gehört bestimmt dem letzten Mieter, diesem hochnäsigen Mitarbeiter des Augustus!"

    Charis minor sprang auf das Bett, dessen Lederriemengeflecht sofort ächzte und hopste zwei, dreimal, wie um ihre Worte zu bekräftigen. .

    Der Fund

    Charis minor dachte gar nicht daran, etwas anzupacken, sie wollte lieber herumstehen, sich in den Hüften wiegen und noch weiter mit Helia plaudern, die angefangen hatte, mit einem nassen Lappen Spinnweben zu entfernen.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen." Wir haben keinen neuen Mieter gefunden, der so viel bezahlen kann, und deshalb planen wir, die Zimmer einzeln zu vermieten.", erzählte sie: "Der vorige Mieter hatte Geld, ist aber lieber wieder zu seiner Familie gezogen. Meine Mutter wollte ja, dass er aufmerksam auf mich wird, aber leider hatte der nie Zeit. Immer am Arbeiten. Ein Bürohengst. Aber er hatte einen Sklaven, der ganz niedlich war, mit so braunen Hundeaugen.

    Hier gibt es übrigens noch fließendes Wasser, soweit reicht der Druck. Du musst also nicht wieder runterlaufen an der Urinamphore vorbei. Bäh, wie das stinkt. Ich hasse sowas. Und Spinnen hasse ich auch. Ich hoffe wirklich, dass ich eines Tages eine Domina in meinem eigenen Haus werde. Dann tu ich nur noch zu was ich Lust habe. Alle hacken doch immer nur auf mir rum: Meine Mutter, der Lehrer und sogar mein Großvater - der wohnt im Nebengebäude. "


    Vor Selbstmitleid traten Charis minor Tränen in die Augen:


    "Und kaum lächeln mir mal ein paar Mädels zu so wie vorhin die Beiden, muss ich nach oben. Ich weiß natürlich, dass das Lupas waren, ich bin nicht blöd.

    Ich bin kein kleines Kind mehr, aber ich werde so behandelt. Als ob ich nicht wüsste, was miteinander schlafen bedeutet. So sagt man doch, wenn man fein spricht, oder? Sonst sagt man futuere. Hast du schon einmal? Einen Liebsten gehabt, meine ich?"


    Ja, herumzustehen und Helia auszufragen machte entschieden mehr Spaß als selbst den Besen zu schwingen oder Schulaufgaben zu erledigen.

    Re: Wer ich bin - das gilt nicht mehr




    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Beinahe hätte Anippe Nilofer gesagt, dass Alexandros ben Attar ganz in der Nähe war. Aber sie beherrschte sich. Sie hatte ihrem jungen Herren Stillschweigen geschworen und daran hielt sie sich. Doch etwas anderes fiel ihr ein:

    "Diese jungen Rekruten der Ala, die können bestimmt gut Latein, da sie doch unter dem Adler dienen. Und hoffentlich finden wir einen, der eine vernünftige Sprache wie Griechisch spricht", sagte sie: "Wenn du möchtest, erkundige ich mich und bitte ich einen von ihnen her. Für ein kleines Trinkgeld hilft er uns bestimmt."

    Sie wartete ab, was despoina Nilofer entscheiden würde. Vielleicht hätte sie dann auch Gelegenheit, mit Alexandros zu sprechen und ihn zu fragen, wie es ihm ging. Anippe sah sich ein wenig wie seine große Schwester.

    Sie war neun Jahre alt gewesen, als er geboren wurde.


    Die rothaarige neue Sklavin hatte aufgehört, so bitterlich zu weinen. Wieder sagte sie, dass sie ....die Tochter vermisste? Anippe kam der Verdacht, dass sie vielleicht von ihrer eigenen Tochter sprach. Aber das spielte keine Rolle mehr, nichts was Iduna vorher gewesen oder wen sie geliebt hatte, war noch wichtig.

    Sie gehörte einer neuen Herrin, und für sie begann ein ganz neues Leben im Hause der Bene Attar.

    "Keine Angst", wiederholte Anippe ganz langsam. Dann war sie buchstäblich mit ihrem Latein am Ende.

    Re: tectumque providere - Obdach gewähren

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Charis minor guckte skeptisch drein. Jeder konnte doch mal in Not geraten. Aber bei der nächsten Frage antwortete sie:

    " Nicht nur das Blut, sondern die Muskeln der Männer möchte ich sehen. Ich meine, das ist doch eine Verschwendung, wenn Frauen und Mädchen ganz oben sitzen müssen. Nur die Patrizierinnen dürfen alles genau anschauen, wenn die Gens eine Loge hat und die Vestalinnen, aber die dürfen sich ohnehin nicht für Männer interessieren.", sie senkte die Stimme, hätte ihre Mutter das gehört, hätte sie ihr einen Klaps gegeben.

    Claudiana Charis wollte aus Charis Minor umbedingt eine Dame machen, war aber selbst nicht wirklich eine, und daher wusste Charis minor nie so genau, ob sie sich gut benahm.


    Dann aber hatte Acciana Helia erstmal keine Zeit mehr für das Mädchen, weil nun einige Gäste den Schankraum betraten.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.


    Claudiana Charis war sehr angetan von ihrer neuen Hilfe. Die junge Frau arbeitete rasch, war jedoch freundlich zu allen, und das Wichtigste war, sie sah, wo sie anzupacken hatte, ohne dass man ihr jeden Pieps erklären musste.

    Tüchtig und freundlich gegenüber war sie auch den beiden aufgetakelten lupae, die anscheinend gerade von der Arbeit kamen und sich stärkten.

    Sie wehrte sogar einen Abwerbungsversuch der beiden Huren mit den Worten, dass sie ihre neue Anstellung nicht verlieren wollte, ab.

    Claudiana Charis hörte es mit großer Freude.

    Dann aber bemerkte sie, dass die beiden Mädchen nun Charis minor ins Auge fassten und ihr zulächelten. Und Charis minor, die alles besser als Hausaufgaben fand, lächelte zurück und packte ihre tabulae zusammen, da sie mit Helias Hilfe ihre Aufgaben erledigt hatte.


    Das ging gar nicht! So rief Claudiana Charis Helia zu sich:

    "Das war nicht schlecht für den Anfang.", sagte sie: "Aber da nun weniger Kunden da sind, werde ich mit ihnen alleine fertig. Du könntest schon einmal die Wohnung im ersten Stock durchputzen.

    Und nimm Chariuela mit, die soll sich nützlich machen. Charis, hör auf Helia!",

    sagte sie noch, während sie ihre neue Angestellte und ihr vorwitziges Töchterlein in die Wohnung im ersten Obergeschoss schickte, die zuvor von einem Furius Saturninus, einem Staatsbeamten aus der kaiserlichen Kanzlei, bewohnt worden war.

    Re: tectumque providere - Obdach gewähren


    "Na ja, wenn du eines Tages mal ganz arm bist und deine Haare verkaufen musst.", erklärte Charis Minor. Helia konnte gut lesen und schreiben, aber wirklich viel von der Welt wusste sie nicht, dachte sie. Sie meinte doch wahrhaftig, dass die Leute nett wären. Aber die meisten Leute waren nicht nett.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Die meisten Leute wollten immerzu etwas von einem.

    "Entschuldigung", murmelte sie, denn Helia war ja gerade so etwas wie ihre Lehrerin:

    "Aber ja, ich mag Gladiatoren", sagte sie: "Aber leider muss ich immer ganz oben sitzen im Circus, und da sehe ich das Blut nicht richtig. Aber bei Flamma habe ich mir immer gewünscht, dass er gewinnt. Ich finde ihn enorm unterhaltsam."

    Sie schrieb zu Ende.




    Mittlerweile hatte sich das Thermopolium gefüllt.Vier Männer riefen nach Wein. Drei Arbeiter, deren bis zum Nabel entblößte, kräftige Leiber staubig waren, riefen nach Posca. Drei Frauen standen Schlange, sie hatten Schüsseln dabei und würden das Essen mitnehmen.



    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Dann kamen zwei Frauen herein, die Perücken und Kleider aus einem Stoff trugen, der wenig der Vorstellungskraft überließ. Ihre Gesichter waren jung und weißgeschminkt, die Augen schwarz umrandet und die Lippen purpurrot.

    Sie rochen stark nach billigem Veilchenparfüm. Eine von ihnen gähnte herzhaft.

    "Puella! ", rief die andere Acciana Helia zu: "Bring mal zwei tüchtigen Mädels einen Krug Wein, aber vom besten und das heutige Tagesgericht! Was ist es?"

    Die eine stieß die andere an.

    "Bist du neu? Was bist du denn für eine Süße? Wenn dir es bei Charis nicht gefällt, komm zu uns, da kannst du mehr verdienen, so hübsch wie du bist!"


    Re: tectumque providere - Obdach gewähren


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Jetzt lachte Charis minor doch etwas überlegen und sagte zu dem älteren Mädchen: "Du bist ein Dummchen, natürlich würde mir Mama nie die Haare abscheren, denn ich bin schließlich ihre Tochter und keine Sklavin. Das bist du ja auch nicht, also musst du dich davor nicht fürchten. aber wenn du mal in Not gerätst und einen Perückenmacher brauchst, kann dir meine Mutter bestimmt mit einer Adresse weiterhelfen."

    Den Götter sei Dank hatte Charis Minor den Namen Accia bereits wieder vergessen.


    "Du meinst, die Männer sind einsam, weil sich keiner für sie interessiert? Ich interessiere mich aber auch nicht für sie. Sie sind hässlich.

    Ich mag Männer wie den Flamma - kennst du den?"


    Sie zog das Bild des Gladiators heraus, der ihr damals seine Unterschrift gegeben hatte, unter ihren Sachen hervor:

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    "Der war richtig nett und soo gutaussehend. Weiß gar nicht, was aus dem geworden ist nach seinem letzten Kampf. Ich wollte ihn ja für mich mieten, aber das hat mir Mutter nicht erlaubt.", sie seufzte:

    "Dann kamen noch eine alte Kuh von Patrizierin, mindestens fünfundzwanzig war die, und so eine dunkelhaarige Sklavin, die mit ihrem Hintern gewackelt hat...", Charis machte es vor und streckte die Zunge raus:
    "Bääääh! Alte Frauen sollten ein bisschen mehr Würde zeigen"


    Dann deutete Helia mit ihrem schlanken Finger auf ein von Charis Minor geschriebenes Wort und bemängelte es, und das Mädchen drehte sofort den Griffel um, um es auszuradieren.

    "Du bist aber voll streng!", maulte sie und schrieb das Wort nochmal:

    "So jetzt besser?"


    Mittlerweile füllte sich das Thermopolium mit Gästen. Die meisten waren Mieter der Insula, in der kochen ja strengstens untersagt war, Arbeiter aus der Gegend und kleine Geschäftsleute. Ein paar Soldaten nahmen sich auch etwas mit.


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    Claudiana Charis winkte Acciana Helia zu: "Mach, dass du die Gäste bedienst!", befahl sie. Sie würde die Neue ganz genau im Auge behalten, während sie wie eine Königin über der Theke thronte.

    Re: tectumque providere - Obdach gewähren


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Charis minor freute sich, als Helia lachte. Das junge Mädchen schien doch sehr ernst, obwohl sie gewiss nicht so viel mehr Jahre zählte als sie selbst.

    " Wie hübsch du aussiehst wenn du lachst!", stellte sie fest: "Du hast so schöne Haare, wärst du die Sklavin meiner Mama, würde sie dich gewiss jedes Jahr kahlscheren, um dein Haar an die Perückenmacher zu verkaufen. Dein früherer Dominus kam nicht auf diese Idee, nicht wahr? Meine Mutter schon. Sie ist sehr geschäftstüchtig."

    Als Helia mit der Zunge schnalzte, senkte Charis Minor den Blick: "Du hast ja recht.", murmelte sie:

    " Es ist nicht nett so zu reden. Ich soll den Magister re- spe-ktieren. Aber ich mag ihn trotzdem nicht.

    Ich hoffe, ich bekomme später wenigstens einen netten Mann. Und gut aussehen soll er. Mich graust es vor den alten Säcken, die manchmal hier herein kommen und mich anglotzen...so"

    Charis Minor riss zur Demonstration die Augen weit auf:

    "Aber jetzt bist du ja hier zum Anglotzen.", sagte sie zufrieden: " Du musstest nicht in die Schule, hast du es gut. Accius Natalis hieß dein Herr? Ich weiß nicht wer das ist und was das für ein Feuer war. In Roma brennt es andauernd. Aber meine Mutter kennt alles und jeden.

    Soll ich sie mal fragen, wer Accius Natalis ist?"


    Charis Minor sah Helia an, bevor sie wieder zwei Wörter schrieb.

    Dromedare waren klug und sanft, das wusste Manal. Sie gehörten zum Leben der östlichen Provinzen und machten durch ihre Bedürfnislosigkeit viele Wege erst möglich. Aber gesessen hatte sie auf keinem, warum sollte sie? ihr Vater hatte mit den Karawanen nichts zu tun.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Als nun Angus sie anfuhr, konnte sie nicht verhindern, dass sich eine Träne löste, an den Spitzen ihrer langen Wimpern hängenblieb und dann langsam über ihre Wange kullerte. Oh, der Galater war böse! Dabei hatte sie es nur gut gemeint.

    Aber dann streckte er ihr seinen muskulösen Arm entgegen, und Manals Kummer verflog so rasch wie er gekommen war:

    " Du nimmst mich mit dir, Angusmacdonal", sagte sie überwältigt: "Ich werde dir nicht zur Last fallen, du wirst sehen! Und ich werde dir helfen, soviel ich kann, um deine I-dunah wieder zurückzubekommen!"

    Sie schluckte, denn ein wenig hatte sie sich in den löwenmähnigen blonden Fremden verguckt, aber sie wollte ja ihre Schuld begleichen. Und schuldig fühlte sich wegen Idunas Entführung. Bestimmt hatte das fremde Mädchen schreckliche Angst, dachte Manal.Und doch, es war solch ein seltsames Gefühl, vor Angus im Sattel zu sitzen und seine Arme um sich zu fühlen, damit sie nicht herunterfiel. Seltsam war es, aber auch schön.

    Manal seufzte leicht, bevor sie sich wieder verschleierte, damit keiner der anderen Männer auf dumme Gedanken kam. Der parthische Begleiter ihres neuen Freundes hatte überhaupt kein Wort über ihr Auftauchen verloren. Er gefiel ihr viel weniger als Angus, er hatte kalte harte Augen, fand sie.

    Dann schaute Manal nach Osten, dort wo die "Königin der Wüste", die Oasenstadt Palmyra lag, wohin sie ihr Weg führen würde.

    "Ich weiß, dass dies deine Münzen sind.", sagte Claudiana Charis kopfschüttelnd: " Aber du brauchst hier bei mir kein Geld. Alles was so ein kleines Ding wie du benötigt, bekommt sie ab heute von mir: Essen, Obdach und was zu tun."

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Sie lächelte, als das Mädchen ihr den Beutel aushändigte. Sie war wohl noch nicht lange freigelassen, wenn das denn stimmte. Aber im Grunde begab sie sich bereitwillig in erneute Sklaverei, denn das war das, was ihr die Eigentümerin des Thermoplolium anbot. Nur schlagen würde sie Helia nicht, sie war ja nicht wirklich ihr Eigentum.


    "Und nun kannst du solange, bis die Gäste kommen, meiner Tochter helfen."




    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Charis minor rückte ein Stück. Eigentlich war Helia nett, fand sie, und dazu nützlich. "I - geh, ite - geht.", schrieb sie schnell auf.

    Als Helia ihr nun alles weitere erklärte, nickte sie:

    "Ja, ich habe auch einen Mund und kann sprechen. Aber das so runterzuschreiben, das bringt mich durcheinander. Doch ich glaube, jetzt habe ich verstanden, was der Magister meinte. Nur - für was ist das gut?"

    Sie seufzte. Sie wusste natürlich, für was alles gut sein sollte. Charis Minor sollte einmal einen wohlhabenden Bürger heiraten, vielleicht jemand mit einem eigenen Geschäft. Oder vielleicht noch höher hinaus. Und wenn es ein alter reicher Witwer wäre! Dabei mochte sie keine alten Männer, sondern lieber so jemanden wie den Gladiatoren Flamma ankucken.


    "Der Magister schlägt mich jedesmal, wenn ich was nicht weiß.", antwortete Charis minor: "Er ist so ein mieses Rabenaas.", sie schaute sich um, ob ihre Mutter zuhörte, denn die erlaubte keine schlechten Reden über die Schola. Die Gebühren waren hoch genug:

    "Er meint, sonst würde ich nichts lernen. Wurdest du denn auch so arg geprügelt, Helia, in deiner Schule? Erzähl mal."


    Wenn das ältere Mädchen etwas erzählte, verging die Zeit auch schneller, dachte Charis minor.

    Re: tectumque providere - Obdach gewähren



    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen. Charis lachte leise in sich hinein: Hatte Helia sie gerade gütig genannt? Das war ihr noch nie passiert; meistens titulierte man sie ganz anders.

    Das Mädel war so naiv, dass es quitschte.

    "Nenn mich Claudiana Charis oder Patrona, du bist nicht meine Sklavin.", sagte sie: "Dann sind wir uns also handelseinig. Das ist fein.

    Gib mir den Geldsack, Mädchen."

    Falls diese Helia unangenehm auffiel, konnte man immer noch der Obrigkeit Bescheid sagen. irgendwas stimmte nicht mit der Kleinen, das sagte Charis ihr Instinkt.


    Charis begutachtete die Handschrift, die war hübsch und zierlich und soweit sie beurteilen konnte, fehlerfrei.

    "Ich werde ja sehen, wie du rechnen kannst, wenn du die Gäste abkassierst.", sagte sie: "Und danach halten wir Mittagspause - du natürlich nicht, du kannst die Wohnung im ersten Obergeschoss durchputzen, die steht schon länger leer. Charis minor führt dich hin. Und danach werde ich noch andere Tätigkeiten für dich finden. Du könntest meinen Vater später füttern und ihm vorlesen, dann hat der Alte gute Laune."


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.

    Als Acciana Helia so lieb nach ihren Aufgaben fragte, lächelte Charis minor fast schüchtern.

    Ihr Lehrer schrie sie immer an, und ihre Mutter vergötterte sie zwar, war aber schnell mit einem Klaps bei der Hand. Eigentlich gab es niemanden hier, der ruhig und freundlich war, außer dem alten Großvater früher, doch der hatte nichts zu sagen, obgleich er der Tutor der beiden Charites war.

    Sie schob ihr die Wachstafeln hin: "Guck mal, das ist das Verb ire, gehen. Ich soll das niederschreiben: Ich gehe, du gehst, er, sie geht und so weiter und das für alle Zeiten. Kannst du

    das denn? Ich bin gerade beim Imperativ. Wenn ich das bis Morgen nicht habe, haut mich der Magister mit dem Stock auf die Hand."


    Die Grundschullehrer der für ihre Schicht zugänglichen Schulen, die meist in Säulengängen öffentlicher Gebäude untergebracht waren, waren gesellschaftlich schlecht angesehen und oft sehr streng. Da sich die Eltern nicht einmischten, hatten die Schüler oft Angst vor ihnen. Auch Charis Minor war wohl so einem Exemplar ausgeliefert, denn nun zog sie die Stirn in lauter Sorgenfalten.

    Re: tectumque providere - Obdach gewähren

    "Helia, hmmm", Claudiana Charis war nichts vom Gesicht abzulesen, obgleich sie dachte: Eine eierlegende Wolfsmilchsau fliegt einem nicht alle Tage ins Haus.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Sie dachte daran, das Mädel tüchtig auszunutzen.

    Sie wirkte so verlassen und zerbrechlich und wie jemand, der nicht wusste, wohin.

    "Buchhaltung kannst du auch? Na wir werden sehen." In Gedanken rechnete sie schon aus, wie viel sie sparen konnte, wenn sie den alten Mann entließe, der ihr bisher die Buchhaltung machte. Mit Entlassen meinte sie vor die Tür setzen. Ein unnützer Fresser weniger.


    Allerdings musste die Buchhaltung richtig gemacht werden, sonst gab es Ärger mit dem Aedilis Curulis, der Marktaufsicht.

    "Weißt du was, du arbeitest erstmal drei Tage zur Probe. Solange kannst du in der Küche schlafen. Trinken und Essen bekommst du von mir, und da du keine Unkosten hast, ist es nur recht und billig, wenn du mir dein Säckchen zur Aufbewahrung gibst. Sagen wir, du verdienst nach der Probezeit in der Woche zwei Sesterzen, aber natürlich muss ich dir für Kost und Logis auch etwas berechnen, sagen wir vier Asse. Von deinem Geld würde ich dir dann eine hübsche Tunika kaufen, damit du siehst, wie gut ich es mit dir meine.

    Dein Bündel kannst du auf die Bank in der Küche legen, da kommt nichts weg. Und wenn du willst, fang gleich an: Das Geschirr spült sich nicht von alleine.

    In einer Stunde brummt der Laden, denn dann kommen die Gäste: Heute gibt es gebackene Linsen mit Wurzelgemüse und dazu Fladenbrot, das ist billig und schmeckt. Du darfst servieren und für morgen gibt es: Pisum Vitellianam sive fabam* Kannst du das draußen auf die Tafel schreiben, damit ich deine Handschrift sehe? Und ja, bedienen kannst du gleich und nachher aufräumen, fegen und den Herd sauber machen. Na wie findest du mein Angebot?"


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Charis minor war recht zufrieden, dass sie nicht arbeiten musste. Aber trotzdem musste sie ein wenig sticheln: "Aber Mama, Helias Kleid ist so hässlich, was werden die Gäste denken? So kann sie unmöglich hinter der Theke stehen."


    Charis tätschelte ihrer Tochter die Wange: "Gut aufgepasst, Chariton", sagte sie: "Natürlich nicht. Hole ihr doch eines deiner Kleider, das rosige, das wird ihr wunderbar stehen."


    Charis minor riss entsetzt die Augen auf: " Mama, das ist MEIN Kleid!", protestierte sie.

    "Du bekommst ein neues und viel schöneres", versprach die Eigentümerin der Insula etwas abwesend, und dieses Versprechen reichte ihrer Tochter, sich zu erheben und kurze Zeit später mit einer verwaschenen Baumwolltunika wieder zu kommen, die früher einmal kräftig rot gewesen war:

    "Da nimm!", sagte sie zu Helia.

    Da Charis minor trotz ihres jugendlichen Alters zur Fülle neigte, war die Tunika recht groß für Acciana Helia und auch recht ausgeschnitten, aber das war es gerade, was Charis wollte. Die Gäste sollten bei der Neuen was zu Gucken haben, wenn sie sich bückte.


    Außerdem schob Charis minor nun Helia ihre Wachstafeln hin: "Und mach auch meine Aufgaben!", befahl sie.





    Manal hatte Glück, hätte sich der Kelte schon früher landestypisch angezogen, so hätte sie ihn außer durch seine Größe nicht von anderen Männern unterscheiden können. Es war gerade unheimlich, wie der tashmir* und das Tuch Angusmacdonal verwandelten.

    Ein dritter Mann brachte den Kelten und seinen parthischen Begleiter nun bis vor die Tore der Stadt. Manal folgte ihnen , obwohl ihre Füße schmerzten und sie
    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.alles fürchterlich anstrengend fand. Als sie die Karawane und die vor sich hinkäuenden Dromedare (tatsächlich roch sie sie schon, bevor sie sie sah) erblickte, wäre sie beinahe in Tränen ausgebrochen. Sie konnte ihnen nicht weiter folgen, ohne dass sie es merkten, denn nun ging es in die Wüste.

    Immer noch verschleiert humpelte sie, sie hatte an beiden Füßen Blasen, zu dem iulischen Sklaven hin.

    Sehr, sehr kläglich sagte sie:

    "Angus.... hallo, ich bin es, Manal.", jetzt lüpfte sie den Schleier und schaute zu dem hochgewachsenen Mann hoch, während sich ihre Augen mit Tränen füllten:

    "Bitte sei mir nicht böse, dass ich dir hinterhergelaufen bin!"


    "arab . antike Männergewand "