[HISPANIA] Alle Wege führen nach Rom : Unterwegs auf der Via Augusta

  • Reisen beruhigen das Gemüt und wecken die Lebenslust,

    indem sie das Neue, Fremde und Edle zeigen.


    Die Reiseplanungen waren abgeschlossen und sein Dominus hatte sich soeben von seiner Familie verabschiedet. Insbesondere von seiner Mutter. Während Sirius gerade dabei war, die beiden edlen Pferde aus dem Stall zu holen.


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    Als passende Reittiere hatte sich der Dunkelhaarige für die Falbstute Sinfonía und den dunkelbraunen Wallach Fabula entschieden. Beide Pferde waren in perfekter konditioneller Verfassung.


    Auch das Gewicht der gepackten Bündel akzeptierten beide Tiere ohne das sie nervös wurden. Sollte dies dann doch einmal der Fall sein, so wusste Sirius die Pferde mit seiner ruhigen Stimme zu beruhigen und ihnen sanft über den Hals zu streicheln. Ein ums andere mal kontrollierte der griechische Sklave ob die beiden Reisebündel auch sorgfältig verschnürt waren. Nichts wäre peinlicher, als wenn sie auf ihrer Reise seines der Bündel verlören und das nur weil sich Sirius nicht um die genaue Verschnürung gekümmert hatte.


    “Bald startet das Abenteuer.“


    Wisperte Sirius der Falbstute, für die er sich selbst entschieden hatte, ins gespitzte Ohr. Hoffentlich hatte der Wettergott ein Einsehen mit ihnen und schickte kein schlechtes Wetter auf ihrem Reiseweg. Seinem Dominus würde dies mit Sicherheit nicht gefallen, so wie Sirius den jungen Cornelier einschätzte. Aber vielleicht war Cornelius Scapula auch hart im Nehmen und würde kein murren über seine Lippen dringen lassen, sollte der Wettergott seine Schleusen öffnen und Regen auf die Erde hernieder prasseln lassen. Doch so wie es bisher aussah, zeigte sich keine einzige Wolke am Himmel. Es war ein wunderschöner Tag um das Abenteuer Urbs Aeterna zu beginnen.

  • Scapula war noch nie gut im Trösten gewesen. auch nicht, wenn es die eigene Mutter war, die jede Menge Trost bedurft hätte, da sie nun auch noch ihren jüngsten Sohn verlieren würde. All seine Versicherungen, dass er ihr regelmäßig schreiben wolle, konnte sie nicht von ihrem Bild des verlorenen Sohnes abbringen. Daher war er Sirius unendlich dankbar, als dieser nun bereits in unmittelbarer Sichtweite mit den beiden Pferden, die er für ihre Reise ausgesucht hatte, bereitstand.

    "Mutter, ich bitte dich, sei nicht traurig! Ich werde dir regelmäßig schreiben! Versprochen!" Dann gab er ihr einen letzten Kuss auf die Backe und wandte sich zu Sirius um.


    "Aha, Sinfonia und Fabula! Eine gute Wahl!" Scapula nickte zustimmend ob der Wahl die sein Sklave getroffen hatte. Dann rief er zwei Sklaven herbei, die ihm beim aufsitzen behilflich sein sollten. Nun konnte es tatsächlich los gehen! Scapula hatte diesen Moment so lange herbei gesehnt.

    Seine Mutter Tullia Florentina hingegen stand immer noch vor der Tür des Herrnhauses und wischte ihre Tränen mit einem Tüchlein ab. Flankiert wurde sie von ihrer Leibsklavin Eirene und der Köchin Hedeia, die beide ebenso ihre Trauer durch Tränen bekundet hatten.

    "Pass auf meinen Jungen auf, Sirius! Hörst du?!" Die Stimme der untröstliche Tullia hallte über den Hof, als sich die beiden Pferde sich in Bewegung setzten und nach kurzer Zeit zur Straße hin davontrabten.


    Nachdem sie bereits Gades entgültig den Rücken gekehrt hatten, wandte sich Scapula an seinen Sklaven.

    "Ich bin dir sehr dankbar, dass du mir geholfen hast, mich von Mutter loszureißen, sonst würde ich wahrscheinlich immer noch im Hof stehen, um sie zu trösten." Der junge Mann war bester Dinge, denn die Wintersonne schickte ihre wärmenden Strahlen zu ihnen hernieder. So konnte es bleiben, wenn es nach ihm gegangen wäre. Sein kühner Plan war, am Abend bis nach Cumbaria zu reiten und dort dann in einem Gasthaus zu übernachten. Wenn die Götter ihnen wohlgesonnen waren, konnten sie dies auch schaffen.


    Sim-Off:

    Cumbaria ist das heutige Las Cabezas de San Juan, ca. 70 km von Cadiz entfernt.

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    Auch wenn Sirius so tat, als würde er sich vornehmlich um die beiden Pferde kümmern, so behielt er seinen jungen Dominus aus dem Augenwinkel im Blick. Die Domina war untröstlich und ihr schluchzen trug der Wind nun auch an das Ohr des Sklaven. Wie würde Cornelius Scapula seine Mutter wohl trösten? Denn sein junger Dominus war noch nie gut im trösten gewesen und Trost hatte Domina Tullia Florentina nun besonders nötig. Aha. Mit einem letzten Kuss auf die Wange seiner Mutter wandte sich Cornelius Scapula schließlich an seinen Sklaven und Sirius blickte dem jungen Römer entgegen. Aufmerksam mutete Sirius‘ Blick an, als der Cornelier zwei weitere Sklaven herbei rief, die ihm beim aufsteigen behilflich sein sollten. Zwischenzeitlich hatte der Dunkelhaarige die Zügel der Falbstute ergriffen und sich selbst in den Sattel geschwungen.


    “Ich werde deinen Sohn keine Sekunde aus meinem Blick entlassen und ihn mit meinem Leben beschützen.“


    Versicherte Sirius der untröstlichen Tullia Florentina und schenkte der Mutter seines Dominus tatsächlich ein Lächeln. Dann nahm Sirius die Zügel auf und trieb Sinfonía neben seinen Dominus, um an dessen Seite trabend die Straße zu erreichen.


    Lange dauerte es nicht und Gades lag hinter ihnen. So dass sich Sirius dabei ertappte wie er einen Blick über die Schulter zurück wagte.


    “Du musst deiner Mutter wirklich sehr oft schreiben. Sonst macht die Domina mir Vorwürfe.“


    Antwortete der Dunkelhaarige, wobei er zu seinem jungen Dominus blickte und seine Stute etwas stärker antrieb, damit diese auf Höhe des Corneliers blieb.


    “Es ist für eine Mutter nie einfach ihren Sprössling aus den Händen zu geben.“


    Erwiederte Sirius nach einigen Augenblicken des Schweigens mit einem nachdenklichen Klang in seiner Stimme.


    “Sieh‘ doch. Sogar die Wintersonne schenkt dir ihre wärmenden Strahlen und ihre Zuneigung. Das ist ein gutes Zeichen Cornelius Scapula.“


    Sprach der griechische Sklave und blinzelte gen der Sonne. Bevor er sich auch schon auf den Weg vor sich konzentrierte.

  • Die wärmende Wintersonne schenkte ihnen auch noch einige weitere Tage ihre Zuneigung, was dazu führte, dass sie gut vorankamen. Oft ritten sie fast den ganzen Tag. Jedoch scheuten sie sich nicht davor in der Mittagssonne eine Rast einzulegen, um danach bis zum Abend weiterzureiten bis sie das nächste Gasthaus erreichten. Auf diese Weise erreichten sie schon nach wenigen Tagen Corduba. Das Klackern der Pferdehufe, als sie über die steinerne Baetis* - Brücke mit ihren sechzehn Pfeilern in die Stadt ritten, war dies wie Musik in Scapulas Ohren. Da sie gut in der Zeit waren, beschloss er kurzerhand für einen Tag in Corduba zu bleiben.


    "Das haben wir uns verdient, Sirius!" erklärte er seinem Sklaven gutgelaunt, nachdem sie die Pferde in einem Mietstall untergebracht hatten. "Lass uns jetzt eine Unterkunft suchen, wo es auch gutes Essen und guten Wein gibt." sprach Scapula und wies Sirius den Weg. "Vielleicht gibt es dort ja auch ein paar ansehnliche Mädchen," fügte er noch grinsend hinzu.


    An genügend Tabernae fehlte es nicht in Corduba. Dazu war die Stadt zu bedeutend und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt noch dazu. In der Taberna "Zum schwarzen Stier" fanden sie nach kurzer Suche schließlich ein Zimmer für die Nacht. Neben dem Schankraum verfügte die Taberna im hinteren Teil des Hauses auch noch über einen weiteren Raum, der mit Klinen ausstaffiert war. Der Wirt hatte auch damit geworben, dass am Abend eine Tänzerin die Gäste mit ihrem Können verzaubern würde, was Scapula dazu bewogen hatte, für seinen Sklaven und sich zwei Klinen zu reservieren. Doch zunächst trieb es den jungen Römer in das Zimmer, welches er sich mit seinem Sklaven teilen würde. Vor dem Essen wollte er sich unbedingt frisch machen. Eine saubere Tunika konnte auch nicht schaden. So wies er Sirius an, ihm zu folgen.


    Sim-Off:

    * Der Baetis ist der namengebende Fluss für die römische Provinz Baetica. In römischer Zeit war er von Corduba bis zum Atlantik schiffbar. Sein moderner Name lautet Guadalquivir.

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    Ihre Reise schritt besonders schnell voran. So kam es zumindest dem dunkelhaarigen Sklaven vor, der sich ohne zu murren dem Tempo seines Dominus angepasst hatte. Wenn dieser eine Rast einlegte, dann war Sirius innerlich erleichtert. Denn den ganzen Tag im Sattel zu sitzen, könnte für den Griechen dann doch zu einer Tortur werden. Diese Gedanken behielt Sirius jedoch für sich. Stattdessen konzentrierte er sich auf den Weg vor ihnen, als die Pferdehufe klackernd über eine Brücke trabten. Endlich. Sie hatten Corduba erreicht, wie Sirius mutmaßte. Und auch sein Dominus wirkte erleichtert, stellte der Dunkelhaarige mit einem raschen Seitenblick in des Corneliers Richtung fest.


    “Ich komme mir schon vor, als wäre ich im Sattel festgewachsen.“


    Erwiederte der Sklave auf die Worte seines Herrn und zwinkerte dem Cornelier leicht neckend zu. Abschließend strich er der Falbstute über den Hals, nachdem die Pferde in einem Mietstall untergebracht wurden.


    “Gutes Essen und Wein klingt vorzüglich.“


    Pflichtete Sirius seinem Dominus bei und musste dann doch leicht schmunzeln, als sein Herr etwas über ansehnliche Mädchen erzählte.


    “Du scheinst die Mädchen sehr zu vermissen.“


    Jetzt musste Sirius dann doch etwas breiter grinsen, wobei er seinen Dominus direkt anblickte. Mal sehen wie sein junger Herr auf seine Worte reagierte.


    Nach einigen schlendern durch die Stadt entdeckte schließlich der Cornelier eine Taberna mit dem Namen ‚Zum schwarzen Stier‘. Kurzerhand trat sein Dominus durch die Türe und Sirius folgte ihm dicht auf. Der Wirt eben jener Taberna war offensichtlich sein bester Kunde, was man an seinen roten Wangen und seinem dicken Bauch erkennen konnte.


    “Du freust dich mit Sicherheit schon sehr auf diese Tänzerin, habe ich Recht?“


    Wisperte Sirius an seinen Dominus gewandt und folgte ihm schließlich in das Zimmer, welches sie sich während ihres Aufenthaltes teilen würden. Das Zimmer war schlicht, wie Sirius mit einem raschen Rundumblick feststellte. Das Reisebündel seines Dominus hielt Sirius fest umklammert, ebenso wie sein eigenes Reisebündel.


    “Möchtest du dich frisch machen und soll ich dir dabei behilflich sein?“


    Fühlte der Dunkelhaarige vorsichtig nach.

  • Gutes Essen, edler Wein und ein hübsches Gesicht, welches beides kredenzte gehörte einfach zu den Annehmlichkeiten, die ein Römer mochte. Nun gehörte eine Reise, wie sie Scapula und sein Sklave unternahm, nicht gerade zu jenen Ereignissen, die vor Annehmlichkeiten strotzten. Eigentlich mochte Scapula keine Reisen. Eis war ein notwendiges Übel, von einem zum anderen Ort zu kommen. Mehr nicht. Da Scapula aber auch ein Genussmensch war, nutzte er jede Gelegenheit, die sich bot, um sich jene Annehmlichkeiten zu leisten, die er von Haus aus gewohnt war. Darum bejate Scapula auch die Frage seines Sklaven.


    Zu seiner Überrschung fand er ein sauberes geräumiges Zimmer vor, welches mit einem großen Bett, einer großen Truhe und einem Tisch mit zwei Stühlen ausgestattet war. Ebenso stand eine Schüssel mit frischem Wasser und zwei Tücher auf einer Kommode bereit. Für eine kleine Erfrischung war ebenfalls gedacht worden, denn auf dem Tisch stand ein Tablett mit einer Kanne Wein und einer Kanne Wasser, sowie zwei Becher bereit.

    Scapula streckte und räkelte sich und ließ sich mit einem zufriedenen Seufzer auf einen der Stühle nieder. N"atürlich bin ich auf die Tanzerin gespannt! Du etwa nicht?" Er streckte seinem Sklaven die Füße entgegen, damit Sirius ihn von seinen Schuhen befreien konnte. "Oh ja, wir sollten uns schon ein wenig frisch machen. " Unglücklicherweise war es für einen Thermenbesuch schon zu spät. Scapula erhob sich und trat an die Waschschüssel heran, um sein Gesicht zu waschen. Danach entledigte er sich seiner Reisekleidung. Sein Sklave würde ihm sicher noch weiter zur Hand gehen.

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    Auch dem Sklaven waren die Annehmlichkeiten dieses Zimmers bereits ins Auge gesprungen. Offensichtlich hatte der Wirt eben jener Taberna erkannt das sein Gast aus einer edlen Familie stammte. So reimte es sich Sirius zumindest zusammen. Die beiden Reisebündel hatte der Dunkelhaarige entfaltet und die Kleidungsstücke in die hölzerne Truhe gelegt. Sein Dominus sollte keine zerknitterte Kleidung anziehen müssen. Auch wenn sie an diesem Ort höchstwahrscheinlich nur eine Nacht verbrachten, so sollte der junge Cornelier nicht wie ein Bettler herumlaufen müssen. Doch zuerst sollte sich sein Dominus erfrischen. Und als hätte Cornelius Scapula seine Gedanken gelesen, begann er sich den Reisestaub von Händen und Gesicht zu waschen.


    Zeitgleich kniete sich der Dunkelhaarige vor seinen Dominus und begann ihm vorsichtig die Schuhe von den Füßen zu ziehen. Anschließend griff sich Sirius einen Leinentuch, benetzte jenes mit Wasser und begann auch die Füße seines Dominus mit vorsichtigen Berührungen des Leinentuches vom Staub der Straße zu befreien. Dabei schielte der junge Mann immer wieder in Richtung seines Dominus, ob es auch keinerlei Einwände gab.


    “Ich bin schon sehr auf die Tanzeinlage gespannt.


    Antwortete der Dunkelhaarige und schenkte seinem Dominus etwas Wein, vermischt mit Wasser in einen der Kelche. Eben jenen Kelch reichte er schließlich dem jungen Cornelier.

  • Sirius hatte verstanden, was sein Herr von ihm wollte. Er zog ihm die Stiefel aus. Für seine Füße musste dies eine Wohltat sein! Umso mehr freute er sich nun auf ein kleines Fußbad. Das Wasser in der Schüssel hatte er ja bereits dazu genutzt, um Gesicht und Hände zu reinigen. Mit dem Rest, so dachte er konnte sein Sklave ihm diese Annehmlichkeit bereiten. Doch jener vergriff sich an einem Leinentuch, benetzte es und verteilte so nur den Staub auf seinen Füßen. " Ein Fußbad wäre effektiver gewesen! " Mit seinem Kinn wies er auf die Waschschüssel und seufzte. Nun gut, sie hatten beide einen langen Tag gehabt. Diesen Fehler würde er seinem Sklaven durchgehen. Jedoch nur diesen einen!


    Nachdem sein Sklave mit allem fertig war, erhob er sich wieder. Sirius sollte nun wissen, wie er seinen Dominus ankleiden sollte. Etwas Legeres für den Abend. Allerdings nicht zu leger. Schließlich war er nicht irgend jemand! " Nun, dann lassen wir uns überraschen, welche Qualitäten die Tänzerin noch aufzuweisen hat! " Doch bevor Scapula dies herausfinden konnte, wollte er noch auf seinen Sklaven warten. Denn auch Sirus sollte in einer angemessenen Aufmachung auftreten, wenn er mit ihm gemeinsam zu speisen gedachte. Er nahm den Kelch, den sein Sklave zuvor gefüllt hatte und genoss das Wein-Wasser-Gemisch.

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    Der lange Ritt und die Strapazen auf eben solchem mussten wohl Sirius Sinne etwas getrübt haben, denn sonst hätte er sich garantiert nicht diesen faux-pas erlaubt. So jedoch rückte er den Füßen seines Dominus lediglich mit einem Leinentuch zu Leibe, welches er zuvor in der Wasserschüssel benetzt hatte. Damit wollte er nun die Füße seines Dominus vom Straßenstaub und Schmutz eben solcher reinigen. Das er bei dieser Tätigkeit lediglich den Staub auf den Füßen seines Herrn verteilte, war dem jungen Griechen erst bewusst, als es bereits zu spät war. Als ihn sein Dominus tadelnd zurechtwies, senkte Sirius augenblicklich seinen Kopf und hielt in seiner augenblicklichen Tätigkeit abrupt inne. Der Cornelier hatte natürlich Recht und so atmete der Sklave tief durch, bevor er es wagte seine Stimme erklingen zu lassen.


    “Du hast natürlich Recht Dominus.“


    Eine Entschuldigung kam Sirius nicht über die Lippen, wusste der Cornelier doch, dass es dem jungen Mann aufrichtig Leid tat. Schließlich griff Sirius nach der Waschschüssel, so wie es s sein Dominus von Anfang an gewünscht hatte und begann dem jungen Mann die Füße im Wasser der Waschschüssel zu waschen. Zuerst wurden seine Füße eingeweicht, dann mit dem Tuch bearbeitet und schließlich mit einem weiteren Tuch trocken gerieben. Nachdem der Dunkelhaarige mit der Waschung seines Dominus fertig war, blickte er kurz zu ihm empor, während er zugleich die Tücher beiseitelegte.


    Als sich der Cornelier erhob, erhob sich auch der Sklave und begann das Reisebündel seines Herrn zu öffnen. Mit geschickten Bewegungen griff sich der Dunkelhaarige eine saubere Tunika seines Herrn. Rasch hatte er dem jungen Römer in das saubere Kleidungsstück geholfen und striff Scapula die Schuhe über die Füße. Dann erst kümmerte sich Sirius um sich selbst, nachdem er sich vergewissert hatte, dass sein Dominus einen vorzeigbaren Eindruck hinterlassen würde.


    Auch Sirius spritzte sich Wasser ins Gesicht und begann sich den Straßenstaub vom Körper zu waschen. Dann zog er sich ebenfalls eine saubere Tunika an und gürtete diese um die Hüfte mit einem Gürtel. Nachdem er sich noch einmal durch seine dunklen Strähnen gestrichen hatte, warf er seinem Dominus einen gar auffordernden Blick aus dem Augenwinkel entgegen. Er war bereit. War es sein Dominus auch?

  • Der junge Römer verspürte bereits etwas Hunger. Nach all den Strapazen, die bereits hinter ihnen lagen, sollte der Abend mit all seinen Facetten eine Option darstellen, um neue Kraft zu tanken für den Rest ihrer Reise.

    Scapula schritt voran. Das Separee war ansprechend gestaltet worden und der Duft köstlichen Essens lag in der Luft. Der Wirt begleitete die beiden Männer zu ihren Plätzen. Von den zugewiesenen Klinen hatte man einen hervorragenden Blick, um das ganze Geschehen im Raum beobachten zu können.

    "Eine Kanne mit gemischtem Wein und zwei Becher! Aber von dem Guten! " Ein solcher Abend verdiente es, angemessen begossen zu werden. Es wäre sträflich gewesen, an den falschen Enden zu sparen und billigen Fusel zu trinken. Kurze Zeit später erschien ein hübsches junges Mädchen mit pechschwarzem Haar und brachte die Kanne samt Becher. Sie war in ein auffallendes Kostüm gekleidet, welches die Mädchen in Gades trugen, wenn sie tanzten. Zweifellos würde man sie später noch bei einer der Tanzeinlagen bewundern können. Bevor sie wieder verschwand, schenkte sie den beiden Gästen ein. Scapula nahm den Becher, verschüttete einen kleinen Schluck des Weines und sprach leise ein Gebet an Mercurinus, auf dass er sie auf ihrer Reise seinen Schutz gewährte. Dann trank er selbst einen Schluck und war guter Dinge.


    Kurze Zeit später brachte man ihnen die Speisen. Ein buntes Potpourri aus kalten und warmen Speisen, die typisch waren für die Region und die den Cornelier stark an zu Hause erinnerten. "Greif zu, Sirius!" Heute Abend musste keiner von ihnen hungern. Es gab alles im Überfluss. Da er wusste, sein Sklave würde sich zurückhalten, bis er sich selbst von den Speisen genommen hatte, bediente er sich und füllte seinen Teller. Derweil spielten einige Musikanten auf und die hübsche Schwarzhaarige, die kurz zuvor ihren Wein gebracht hatte, erschien und begann sich im Rhythmus der Klänge zu bewegen. Staunend beobachtete Scapula ihre katzenartigen Bewegungen und schob sich hin und wieder etwas von seinem Essen in den Mund. "Sieh nur, wie anmutig!" Die Hübsche hatte ihn in ihren Bann gezogen und hielt ihn gefangen.