• Ein Bote brachte eine Wachstafel und ein eingerolltes Stück Papyrus vorbei:


    Sextus Aurelius Lupus Consul C. Enpeceo s.d.


    Anbei sende ich wie verabredet einen Entwurf des möglichen Ehevertrages. Sofern noch Änderungen nötig sind, lass es mich wissen. Ansonsten schlage ich einen zeitnahen Hochzeitstermin vor.


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    PACTUM NUPTIALIUM


    PARS PRIMA – Allgemeiner Eheteil

    (1) Dieser Vertrag ist eine schriftliche Aufstellung des mündlich geschlossenen, gültigen Ehevertrags zwischen den Eheleuten


    Sextus Lupus aus der Gens der Aurelier, Sohn von Numerius Aurelius Fulvus, Tribus Sabatina

    im weiteren Vertrag als Ehemann, Bräutigam oder Mann bezeichnet;

    und

    Lupia aus der Gens der Cornelier, Tochter von Galeo Cornelius Felix, Tribus Cornelia, im weiteren Vertrag auch als Ehefrau, Braut oder Frau bezeichnet.


    (2) Beide Parteien erklärten vor Eheschließung, dass

    Alpha) keine Rechte an ihre Person geltend gemacht werden können, die diese Ehe ungültig sein lassen könnten. Dies beinhaltet im Speziellen, aber nicht ausschließlich, Verlöbnisse oder bereits gültig geschlossene Ehen.

    Beta) sie und ihre Verwandten, insbesondere die Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, keiner Infamie unterlegen waren. Weiter erklären sie, dass auch keine anderen Ehehindernisse vorliegen, die die Ehe für ungültig erklären könnten.

    Gamma) sie die Ehe aus eigenem Willen schließen.

    Delta) die Zustimmung aller Gewalthaber zur Eheschließung vorliegt. Im Falle des Bräutigams liegt diese Gewalt bei ihm selbst (sui iuris), im Falle der Braut liegt die Gewalt bei ihr selbst (sui iuris). Die Zustimmung zur Ehe gab Gaius Enpeceus, der die tutela mulierum über Cornelia Lupia ausübt


    (3) Eine Sponsalia fand nicht statt, das Verlöbnis wurde unverbindlich und mündlich zwischen den Eheleuten vereinbart.


    (4) Die Ehe wird nach confarreatischem Ritus und sine manu geschlossen.


    (5) Wohnsitz ist derjenige Stammsitz, den der Bräutigam erwählt. Zum Zeitpunkt der Eheschließung ist dies die Villa Aurelia auf dem Quirinal.


    PARS SECUNDA – Dos und donatio

    (1) Die donatio ante nuptias besteht aus einer Summe von fünftausend Sesterzen sowie dem Eigentum an Goldschmuck aus der Familie des Ehemannes und diversen Sklaven im Gesamtwert von fünfzehntausend Sesterzen.

    Die Braut darf diese nach ihrem Ermessen verwenden, aber nicht verkaufen oder verschenken. Bei Beendigung der Ehe durch Scheidung sind diese Geschenke in jedem Fall zurückzugeben, unabhängig von der Schuld einer der Parteien.

    Bei Beendigung der Ehe durch Tod des Ehemannes wird die Donatio über an den ältesten, gemeinsamen Sohn beider Parteien übertragen. So dieser nicht vorhanden ist, an das älteste, gemeinsame, andere Kind. Sollten keine gemeinsamen Kinder vorhanden sein, fällt die Donatio bei Wiederheirat der Braut an die Familie Aurelia zurück.


    (2) Die Dos wird aus dem cornelischen Besitz gestellt.

    alpha) Der Bräutigam erhält das Eigentum an drei heredia Land, auf denen sich eine Viehfarm, eine Villa rustica und ein Weingut befinden, abgegrenzt durch Begrenzungssteine und näher bezeichnet im Anhang des Vertrages. Diese darf er bewirtschaften und bebauen, aber nicht veräußern, verschenken oder beleihen. Ebenso darf er dieses Land nicht an andere Personen vererben als die Braut oder gemeinsame Kinder. Ebenso umfasst die Dos die Barsumme von achtzehntausend Sesterzen.

    beta) Bei Beendigung der Ehe durch Scheidung erhält die Familie der Braut das Eigentum an den Grundstücken zurück. Dem Ehemann steht eine Kompensation des Wertes nach dem Gesetz in Geld zu für die Zeit der Ehe, aber nicht mehr als vier sechstel des Grundstückswertes insgesamt. Aus der Dos kann kein fortführendes Anrecht auf Wege, Dienstleistungen oder Absatzplätze durch den Ehemann gestellt werden.

    Unabhängig vom Grund oder der Schuld bei der Scheidung ist es dem Ehemann gestattet, ein Sechstel der Barschaft über den gesetzlichen Rahmen hinaus für sich zu behalten, unabhängig von der Anzahl der Kinder und vorrangig zu sonstigen Ansprüchen.

    gamma) Bei Beendigung der Ehe durch Tod der Ehefrau geht das Eigentum des Grundstückes über an den ältesten, gemeinsamen Sohn beider Parteien. So dieser nicht vorhanden ist, an das älteste, gemeinsame, andere Kind. Ist auch dieses nicht gegeben, dann geht das Eigentum zurück an die Familie Cornelia.

    delta)Bei Beendigung der Ehe durch den Tod des Ehemannes fließt die Dos zur Hälfte in die Erbmasse mit ein. Ansprüche von gemeinsamen Nachkommen werden vorrangig aus der Dos beglichen und erst nachrangig aus sonstigem Vermögen des Ehemannes.


    PARS TERTIA – Kinder

    (1) Beide Parteien erklärten, dass sie fruchtbar sind und gemeinsam Nachkommen zeugen möchten. Bei Unfruchtbarkeit eines Teiles hat der andere Ehepartner das Recht zur Scheidung, ohne dass ihm daraus Nachteile entstehen. Dies schließt insbesondere eine Schmälerung bei Herausgabe von Dos oder Donatio mit ein.


    (2) Über Maßnahmen zur Erziehung der Kinder bis zum Alter von sieben Jahren kann die Ehefrau selbständig entscheiden. Der Ehemann erhält bei allen Entscheidungen ein Einspruchsrecht. Dies schränkt seine Rechte durch Patria Potestas NICHT ein.


    (3) Im Falle der Scheidung verbleiben die Kinder beim Ehemann.



    PARS QUARTA – Eigentum


    (1) Jeder Ehegatte behält sein Eigentum. Durch die Ehe finden keine Vermischungen der beiden Eigentumsteile statt.

    alpha) Jeder Ehepartner behält seine eigenen Sklaven. Der andere Ehepartner kann diesen zwar Befehle erteilen, ihre Treuepflicht gilt allerdings nur demjenigen Ehepartner, dem sie gehören. Auch nur derjenige Ehepartner kann sie bestrafen oder verkaufen.


    (2) Wie es Recht und Sitte ist, sind Schenkungen während der Ehe unter den Ehepartnern nicht zulässig und verbleiben rechtlich im Eigentum des Schenkenden.


    PARS QUINTA – Rechtsklauseln

    (1) Sollten einzelne Bestandteile dieses Vertrages nicht, nicht mehr oder künftig nicht dem geltenden Gesetz entsprechen, so wird dadurch die Wirksamkeit der übrigen Vertragsbestandteile nicht berührt. Unwirksame Klauseln sollen durch solche ersetzt werden, die ihrem Sinn nach den jetzigen entsprechen und vor dem Gesetz Bestand haben.


    Unterschriften der Eheleute






    Zeugen dieser Verbindung und einzelner Punkte dieser Vereinbarung sind: