[Porta Praetoria] Haupttor | ANMELDUNG UND POSTABGABE

  • Ankunft der neuen Rekruten


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    Caesoninus bestiegt in vollem militärischen Ornat den gesattelten Bucephalus (das Tier tänzelte etwas auf der Stelle und warf den Kopf zurück, als er zum ersten Mal versuchte aufzusitzen) und ritt dann auf die Rekruten der XII. Legion zu. "Milites! In agmen venite! Parate vos ad iter!"* befahl er ihnen, während er ihre Reihen abritt. "Wägen bemannen!" Caesoninus' Sklaven waren davor angewiesen geworden, dass sie sich auf jenen Wagen setzen und auf ihm mitfahren sollten, der seine Habseligkiten mit sich führte. Somit müssten sie genauso wie die Wagenlenker oder Caesoninus selbst nicht mit eigenen Füßen den weiten Weg nach Antiochia antreten. Immerhin trennte sie immer noch ein ganzer Tagesmarsch von 21 Meilen** von ihrem Ziel, nach der ewigen Ruderei an Bord der Charybdis also ein weiterer körperlicher Kraftakt noch vor der eigentlichen Grundausbildung. Doch da mussten die neuen Soldaten eben jetzt durch, denn es verstand sich von selbst, dass diese zu Fuß gehen mussten. Der eine oder andere würde bestimmt eine nicht unbedeutende Blutblase von diesem ersten Gewaltmarsch abbekommen am Ende des Tages.

    Caesoninus schätzte, dass sie ungefähr 8 bis 9 Stunden lang unterwegs sein würden, bis sie in der syrischen Provinzhauptstadt ankommen würden, dann wäre es bereits tiefe Nacht. Doch immerhin war das hier auch kein Erholungsurlaub.


    Caesoninus machte am Ende der sich bildenden Kolonnenfront kehrt und ritt zurück zu deren Mitte, dann lenkte er Bucephalus nach rechts, sodass er sich genau an die Spitze der Marschkolonne setzte. "Pergite!"*** befahl er und dann ging es auch schon los.


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    Wer geglaubt hatte, mit der Ankunft an der syrischen Küste bereits das Schlimmste überstanden zu haben, der war einem großen und schwerwiegendem Irrtum aufgesessen. Denn nach der kräftezehrenden Überfahrt von Piräus nach Seleukia Pieria, dem Hafen von Antiochia, stand uns noch ein Gewaltmarsch von einundzwanzig Meilen vor uns. Spätestens jetzt begann sich die Spreu vom Weizen zu trennen, wie man so schön sagte. Denn wem es an Durchhaltekraft und Disziplin mangelte, musste sich eingestehen, dass das Soldatenleben vielleicht doch nicht das Richtige war. Was mich betraf hatte ich mir fest vorgenommen, keine Schwäche zu zeigen und die Zähne zusammenzubeißen. Meine Motivation kam aus mir selbst, denn nichts war schlimmer, als in Piräus zu versauern! Ich hoffte nur, mein neuer Freund Macer sah das ähnlich.

    Der neue Tribun, der mit uns auf dem Schiff angekommen war, führte uns an. Allerdings saß er bequem auf seinem Pferd. Allerdings sagte ich mir immer wieder vor, dass Roms Stärke nicht auf den Rücken seiner Pferde sondern in den Waden seiner Soldaten steckte. Das half über einiges hinweg. Selbst über schmerzende Blasen, die sich mit der Zeit an meinen Fußsohlen gebildet hatten und die jeden einzelnen Schritt irgendwann zur Qual werden ließen.

    Stunde um Stunde verging, bis wir endlich in der Nacht unseren Bestimmungsort erreicht hatten - das Tor zur Castra!Ankunft

  • RE: Ankunft der neuen Rekruten


    Scamanders neuer Freund und Kamerad, Tiberius Ovinius Macer, war auch schon sehr aufgeregt gewesen, als ihr blonder Heerführer (er war schon von weitem erkennbar gewesen an seiner Wichtige-Leute-Rüstung, dem roten Umhang und der Tatsache, dass er ihnen auf einem Pferd voranritt) sie zum Aufbruch aufforderte. "Klar, der darf reiten!", maulte er halb im Scherz. Doch Macer konnte es kaum erwarten, dass das Abenteuer "Legionär" endlich losging! Frisch und vergnügt schritt er neben Scamander einher und erzählte diesem von Zeit zu Zeit etwas. Ach, diese paar Meilen ins Lager waren doch nichts, bestimmt hätten sie es bald erreicht! Wieviele waren es denn? 21? Nur so wenige? Kinderspiel!


    Und so marschierte er unverzagt drauf los. Wie er noch früh genug herausfinden müsste leider etwas ZU unverzagt. Denn Macer sparte nicht mit seiner Ausdauer und ging schnell und rasch. 8 Meilen ging das ja noch ganz gut, doch ab der 11. Meile begannen ihn schnell seine Kräfte zu verlassen, während er ab der 16. Meile nur noch auf dem Zahnfleisch daherkroch. Logisch also, dass er in weiterer Folge ab Meile 11 immer mehr hinter Scamander zurückfiel. Die letzten 8 Meilen waren dann für den Ovinier der reine Tartarus. Fast ganz hinten schlurfte er der Menge hinterher, seine Fußsohlen brannten wie Feuer und keine Kraft fühlte Macer mehr in seinen Gliedern. Seine Kehle brannte vor Durst, ein Glück dass wenigstens schon die Sonne untergegangen war, damit er nicht noch mehr ausgedörrt wurde. Hoffentlich hätten sie morgen einen Tag Pause, damit sie sich wieder von diesem Gewaltmarsch erholen konnten. Macer hoffte das so sehr.


    Als sie endlich in Antiochia ankamen, herrschte schon tiefe Nacht. Sie zogen durch verwaiste Straßen einmal durch die ganze Stadt von Süden nach Norden hinauf, da das Standlager der Legio XII Fulminata außerhalb Antiochias auf freiem Felde stand, östlich des nördlichen Stadttors. Dort angekommen war er zu fertig um noch sprechen zu können, jetzt wollte er einfach nur noch ins Bett.


    Sim-Off:

    21 Meilen = 32 km, 8 Meilen = 12 km, 11 Meilen = 17 km, 16 Meilen = 24 km

  • RE: Ankunft der neuen Rekruten


    Von den Strapazen der neuen Rekruten der XII. Legion bekam Caesoninus nicht viel mit, immerhin saß er ja auf einem bequemen Sattel auf einem Pferd und musste nicht selbst laufen. Privileg des Stabsoffiziers eben. Doch die Reiterei hatte sogar die unerwartete Folge, dass ihm nach Sonnenuntergang etwas kühl geworden war, während sich die schwitzenden Fußläufer hinter ihm wohl keine Gedanken darum machen mussten. Caesoninus hatte ja nur Glück, dass die syrische Küste ein grünes Land war, zusätzlich noch beeinflusst vom milden Mittelmeerklima, sodass es eine ganz angenehme Kühle war, vielleicht sogar vergleichbar mit Nächten zuhause in Italia. Im Landesinneren konnte es da in der Syrischen Wüste schon ganz anders aussehen, wenn dort nachts die Temperaturen auf höchst frostiges Niveau abstürzten.


    So trottete er seiner kleinen Schar langsam voran, bis sie endlich das Lager der Legio XII. Fulminata erreicht hatten. Nachdem die Einlassformalien mit den Torwachen geklärt worden waren, waren die neuen Rekruten von einem schon auf sie wartenden Tribunus Angusticlavius empfangen worden, der zwischen zwei aufgepflanzten brennenden Fackelhaltern stand. Seine Aufgabe war es Tribun Iulius Caesoninus zu empfangen und ihm sein neues Quartier zu zeigen und außerdem von irgendwo einen Optio herbeizufangen, damit der sich um die Unterbringung der Rekruten kümmerte. Der Optio stellte die Neuen willkürlich zu Achtergruppen zusammen, so wie sie gerade standen und erklärte diese Gruppierungen sodann zu je einem neuen Contubernium. Danach wurde jedes Contubernium einer Baracke zugeteilt und die Neulinge verschwanden schlurfend wie der lebende Tod in ihren neuen Unterkünften.


    Titus Decimus Scamander und Tiberius Ovinius Macer hatten nochmals Glück und kamen in dasselbe Contubernium, jedoch auch nur, weil der fix und fertige Macer nach seiner Ankunft als Vorletzter wieder vor zu seinem Kameraden geschlurft war.


    Der Ankunftstag war somit vorbei und alle auf dem Weg in ihre Betten. Wenige Stunden der Ruhe gab es für sie nur, ehe Sol einen neuen Tag und damit ein völlig neues Leben über sie bringen würde. Den ersten Tag ihres restlichen Lebens.

  • Vor der Castra


    Das kleine Haus von Sassan Ben Euodios>>>


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Manal Bat - Sassan, Manal, die Tochter des Sassan Ben Euodios, hatte ihr Vaterhaus verlassen, um dem fremden Galater Angusmacdonal nachzuschleichen. Weder dieser noch ihr Vater war damit einverstanden gewesen. Aber Manal fühlte sich schrecklich schuldig, da sie doch mit ihrem Geplaudere Angus aufgehalten hatte, und damit einem Hakim, der Anführer einer lokalen Räuberbande war, die Gelegenheit gegeben hatte, die Gefährtin von Angus, Iduna zu verschleppen. Vermutlich hätte Hakim die Finger von der Germanin gelassen, hätte er gewusst, dass sie und Angus Eigentum eines hochgestellten römischen Militärtribuns waren.

    Aber er hatte es nicht gewusst, und nun war Iduna über alle Berge.

    Manal war noch sehr jung und ahnte nichts von der Gefahr, in die sie sich begab.

    Sie hatte sich bis zur Nasenspitze verschleiert, damit man sie nicht für eine Prostituierte oder Sklavin halten mochte. Sie stellte sich zwischen die anderen Frauen, die in geziemenden Abstand warteten, Leckerbissen verkauften, auch Wein oder Dattelweinoder sich selbst.


    Geduldig wartete Manal auf Angus.

    Irgendwann musste er aus dem Tor auch wieder herauskommen und dann würde er sie hoffentlich mitnehmen und nicht heimschicken.

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    Nach der Unterredung mit dem Iulier, die nicht ganz so gelaufen war, wie ich es mir erhofft hatte, hatte es noch eine ganze Weile gedauert, bis ich reisefertig war und dem parthischen Kopfgeldjäger zum Tor der Castra folgte. Mir gingen sehr viele Dinge durch den Kopf, die mich sichtlich belasteten. Natürlich war da einmal Iduna, die verschleppt worden war und nur die Götter wussten, wo sie sich gerade aufhielt. Zum Anderen war das meine kleine Tochter, die ich zurücklassen musste. Zwar wusste ich, dass hier gut für sie gesorgt wurde. Doch der traurige Blick in ihren Augen, als ich ihr erklären musste, dass ich mich auf eine lange Reise begeben musste, konnte ich einfach nicht vergessen. Dann war da noch dieser Kryton, den der Iulier engagiert hatte und den ich von nun an an der Backe hatte, um Iduna wieder zu finden. Ich traute dem Kerl keinen digitus über den Weg und betrachtete ihn eher als Hindernis. Aber gut, der Iulier hatte darauf bestanden, dass er die Suche übernehmen sollte und ich ihm dabei behilflich sein sollte.

    Überstürzt hatte ich einige Sachen zusammengepackt. Ich hatte keine Ahnung, was man für eine Reise durch die Wüste alles benötigte. Also griff ich zu einigen Tuniken einem weiteren Paar Sandalen und einer Wasserflasche. Das musste genügen!


    Als sich das Tor vor uns öffnete und ich dem Parther hinaus folgte, hatte ich kaum Augen für das Gesindel, was sich vor der Castra herumtrieb. Mir war nicht nach Wein und schon gar nicht nach Huren. Krypton jedoch schien sich noch schnell mit einer Hand voll Datteln eindecken zu wollen, weshalb ich kurz hinter ihm zum stehen kam und geduldig wartete, bis es weiter ging.

  • Christos Soter, der Herr und Erlöser war gütig. Er verzieh, und er selbst hatte gesagt, dass man einem Bruder nicht siebenmal , sondern sieben mal siebzig mal verzeihen sollte. Das galt gewiss auch für Schwestern. Und außerdem hatte Manal ja Selbstloses vor: Angus zu helfen.


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Nun trat tatsächlich Angus vor das Haupttor, seine hochgewachsene Gestalt und seine Löwenmähne waren deutlich auszumachen. Unter sieben mal siebzig anderen Männern hätte Manal den Kelten erkannt. An seiner Seite war ein anderer Mann, aber das fand Manal nicht wichtig.

    Einen Moment überlegte sie, ob sie sich Angus schon offenbaren sollte. Doch dann dachte sie, dass er sie wie ein kleines Mädchen nach Hause schicken würde.

    Ohne ihn aus den Augen zu lassen heftete sie sich an seine Fersen. Das war abenteuerlich, als sei sie eine Spionin. Nur das Manal mit solchen Dingen gar keine Erfahrung besaß, im Gegenteil, manchmal musste sie ein Stück rennen, um beide Männer nicht zu verlieren. Dann musste sie wieder stehenbleiben, um beiden nicht auf die Hacken zu treten.

  • Mir ging ziemlich viel durch den Kopf. Ich hatte noch immer keinen blassen Schimmer, wie ich Iduna in diesem fremden Land überhaupt finden konnte. Ich sprach die Sprache der Einheimischen nicht, ihre Gebräuche waren mir vollkommen fremd und der Gedanke daran, die Wüste durchqueren zu müssen, bereitete mir Bauchschmerzen. Manal hatte Glück, dass mir all diese Dinge durch den Kopf schwirrten, denn sonst wäre mir vielleicht längst aufgefallen, dass sie ganz in meiner Nähe war. So aber ahnte ich nicht im Geringsten, was sie vor hatte, denn sonst hatte ich sie postwendend zu ihrem Vater nach Hause gebracht.


    Krypton hatte nun endlich auch seine Datteln erstanden und verstaute sie in seinem Gepäck. Lediglich eine ließ er, bevor es endlich weiter ging, in seinem Mund verschwinden. Gehorsam folgte ich ihm dann durch die Straßen und Gassen und hoffte, er würde das Richtige tun, um Iduna wieder zu finden.


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