Porta Mundi - eine Taberna mit Gastzimmern, Stall und allem Komfort, in Hafennähe

  • Als sich sein Herr zurück lehnte und seine Augen schloss, näherte sich der Schwarzgelockte dem Bett und breitete die Decke über dem Iunier aus. Dann verließ Maliku auf Zehenspitzen die Gastkammer. An der Türe warf der Sklave noch einen Blick auf den schlafenden Iunier. Leise zog Maliku die Türe ins Schloss und huschte die Treppe nach unten. Den Schankraum durchquerte der Jüngling mit raschen Schritten und überquerte im nächsten Augenblick den Innenhof. Um mit wenigen Schritten die Stallungen zu erreichen.


    Als Maliku die Stalltüre öffnete und leise Eos Namen wisperte, blickte ihm die Falbstute neugierig entgegen.


    “Hast du etwa noch gar nicht geschlafen? Morgen geht es los Eos. Da wirst du deine ganze Kraft benötigen.“


    Sprach Maliku mit der Falbstute und trat zu dem Tier in die Box. Zärtlich begann der junge Nabatäer der Stute über den Hals zu streicheln und kraulte Eos hinter den Ohren. Wie lange der Sklave in der Box der Stute seines Herrn verweilte, wusste er nicht zu beziffern. Doch schließlich verließ Maliku die Falbstute und schlußendlich die Stallungen.


    Zurück im Zimmer seines Herrn schloß der nabatäische Sklave gar lautlos die Türe hinter sich und warf einen Blick in Richtung des Bettes. Doch sein Herr schlummerte selig und auch Maliku bettete sich auf sein Nachtlager. Auch wenn es einige Zeit dauerte bis er dann wirklich eingeschlafen war. Die Aufregung auf das morgige Abenteuer hielt ihn noch lange wach.

  • Noch bevor der nächste Morgen angebrochen war, war Maliku bereits auf den Beinen. Für diesen besonderen Tag würde der Nabatäer seine neue Tunika anziehen. Mal sehen ob es seinem Herrn auffiel. In erster Linie begann Maliku jedoch die restlichen, wichtigen Dinge in die Reisetruhe zu räumen. Als sein Blick auf die blank geputzte Lorica des Ritters fiel. Wie stattlich sein Herr wohl mit dem Kettenpanzer und auf Eos sitzend aussah. Bald würde Maliku diesen Gedanken leibhaftig miterleben dürfen.


    Damit dieser Gedanke jedoch in die Tat umgesetzt werden konnte, müsste nun auch noch der Iunier aufwachen. Und so näherte sich der Schwarzgelockte dem Bett, in dem sein Herr noch immer seelenruhig schlummerte und begann Varus vorsichtig an der Schulter zu rütteln. Nicht zu fest. Aber doch fest genug, um den Iunier aus dem Reich der Träume holen zu können.


    Einige Schritte trat Maliku schließlich vom Bett zurück und beobachtete seinen Herrn.


    “Guten Morgen.“

  • Varus hatte gut aber unruhig geschlafen, Träume wild und romantisch, voller Abenteuer, Kämpfe, Begegnungen mit Reitenden Zwillingen, schönen Frauen. Ach nein, das waren keine Träume, das war der gestrige Tag. Aufregend genug für zwei Wochen. Aber er hatte auch geträumt. Und so war es ein Glück, dass Maliku genau in seinem Blickfeld stand als der die Augen öffnete, sonst hätte er wahrscheinlich etwas gesagt, was seinen nabatäischen Sklaven noch einmal gedemütigt hätte. Und das wollte er ja nicht unbedingt.


    "Salve, Maliku mein treuer Diener! Ahhh..." und er streckte sich ersteinmal, " Hast Du Wasser da, damit ich mir wenigstens das Gesicht waschen kann?" und dann stand er auf. Entledigte sich der Tunika und nahm die Subarmalis, die er allerdings noch nicht gleich anzog. Ein wenig Körperpflege war dann doch angemessen.


    Nach der kurzen Morgentoilette (das Rasieren ließen sie heute aus, es war noch nicht nötig) begann er sich anzuziehen. Die Lorica würde er tragen, allein wegen des Gefühls, dass es jetzt losginge. "Hilf mir jetzt beim Anlegen des Panzers."

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  • Sein Herr erwachte nur zögerlich aus seinem Schlummer und dies ließ Malikus Kopf leicht auf die Seite neigen. War der Römer etwa nicht aufgeregt? Heute würde das große Abenteuer beginnen. Dem Nabatäer war die Aufregung und Vorfreude regelrecht ins Gesicht geschrieben. Auch wenn der Schwarzgelockte versuchte seine aufwühlenden Emotionen unter Kontrolle zu bekommen. Auch wenn sich dies als nicht ganz so einfach herausstellte.


    “Mein Herr.“


    Ließ Maliku seine angenehm weiche Stimme erklingen und spitzte im nächsten Moment seine Ohren.


    “Ich werde sofort Wasser organisieren.“


    Beeilte sich der Jüngling zu antworten. Dann verließ Maliku das Zimmer und suchte im Erdgeschoss die Küche des Gasthauses auf. Dem verwirrten Blick der Köchin begegnete Maliku mit einem freundlichen Lächeln.


    “Mein Herr wünscht sich zu säubern.“


    Da verstand die Köchin und wuselte davon. Nur um kurze Zeit später mit einer Wasserschüssel zurück zu kehren. Artig bedankte sich der Lockenkopf und balancierte die Wasserschüssel die Treppe nach oben und auf direktem Weg in die Kammer seines Herrn.


    In der Zwischenzeit hatte sich sein Herr seiner Tunika entledigt und zog sich die lederne subarmarlis an. Bewundernd ließ Maliku seinen Blick auf dem jungen Römer ruhen. Dann besann er sich augenblicklich, deutete auf die Waschschüssel und griff im selben Moment nach dem Kettenpanzer.


    Nachdem Maliku tief durchgeatmet hatte, trat er mit dem Kettenpanzer auf seinen Herrn zu und half dem Iunier beim Anlegen. Sorgfältig verschnallte der Sklave die Riemen und Schnallen. Dann trat der junge Nabatäer einen Schritt zurück und hielt seinen Kopf gesenkt.


    “Mein Herr sieht wahrlich wie ein junger Ritter aus.“

  • Er wünschte er hätte einen Spiegel, die Wasserschüssel taugte nicht und so luxuriös war die Taberna im Hafen Ostias dann doch nicht. "Hoffentlich, Maliku. Der erste Eindruck ist manchmal entscheidend." Er versuchte doch irgendwie einen Blick von sich zu erwischen. "Und es ist auch nicht zu aufschneiderisch? Ich meine wir gehen ja zu keiner Parade, sondern nur an Bord...."


    Da kam dann doch etwas Aufregung durch, die sich bei ihm manchmal in Unsicherheit äußerte, normalerweise von einem übertrieben selbstbewussten Spruch gefolgt. Aber dafür war er einerseits zu müde, andererseits war ja außer Maliku niemand hier. Und Maliku würde ihn mit der Zeit eh bis ins Detail kennen lernen, da brauchte er sich nicht zu verstellen.

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  • “Du brauchst dir keine Sorgen und Gedanken zu machen Herr.“


    Versuchte Maliku die Aufregung und Nervösität des Iuniers zu dämpfen. So ließ Maliku seinen Blick ein weiteres mal über die Statur des Iuniers gleiten und spürte unwillkürlich wie er errötete. Hastig senkte sich augenblicklich der Kopf des jungen Nabatäers, dessen Herz ihm bis zum Hals pochte. Hoffentlich hatte Varus nichts bemerkt und würde merkwürdige Fragen stellen.


    Um sich abzulenken überprüfte Maliku noch einmal den Sitz des Kettenpanzers und ließ seine schlanken Finger über die Schnallen und Riemen gleiten. Doch so wie es der Jüngling erkennen konnte saß der Kettenpanzer wie angegossen.


    “Soll ich Eos vorbereiten, während du frühstückst Herr?“


    Oder würde der Iunier das Frühstück ausfallen lassen, um seinen Magen nicht noch zusätzlich zu strapazieren?


    Die Reisekiste hatte der nabatäische Sklave in der Zwischenzeit verschlossen. Jetzt blickte er fragend zu seinem Herrn.

  • Varus überlegte, Frühstück oder nicht. Denn Maliku könnte mit dieser Frage ja darauf angespielt haben, dass manche vor Seefahrten auf Mahlzeiten verzichteten, andererseits war es ja zumindest eine Woche bis zur afrikanischen Küste. Da musste er so oder so etwas essen. Also Frühstück.


    "Ja, das ist eine gute Idee, ich sollte etwas leichtes zu mir nehmen. Und Du willst Du nicht auch etwas essen?", fragte er seinen Sklaven, denn der sollte ihm ja nicht vom Fleische fallen.


    Über diesen Entscheidungsprozess hatte er seine aufkeimende Sorge vergessen und beachtete nicht weiter (obwohl er irgendwie irgendetwas bemerkte) die Details der Blicke und Handlungen seines Sklaven.


    Dann verließ Varus das Gastzimmer, um in die Schankstube hinabzusteigen.

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  • Sein Herr wollte tatsächlich nicht auf sein Frühstück verzichten. Dies verwunderte den Lockenkopf dann doch. Was man an seiner empor gezogenen Augenbtaue erkennen konnte. Jedoch entschlüpfte kein mahnendes Wort den Lippen des Sklaven. Stattdessen nickte er lediglich und blickte seinen Herrn an.


    “Ich werde nach Eos sehen. Und dann zu dir in die Gaststube kommen Herr.“


    Erklärte Maliku seine nächsten Schritte. Und blickte dem Ritter nach, als dieser das Zimmer verließ und hinunter in die Gaststube ging.


    Der Nabatäer unterdessen kippte das Schmutzwasser aus dem Fenster, schloß das Fenster sorgfältig und trug die Schüssel nach unten in die Küche der Taberna. Dankend nickte Maliku der Köchin entgegen. Dann huschte er auch schon aus der Küche und auf direkten Weg in die Stallungen, um nach Eos zu sehen. Auf dem Weg hatte sich Maliku einen Apfel geschnappt, den er an die Falbstute verfütterte. Zärtlich begann er das Stroh aus Mähne und Schweif der Stute zu zupfen und begann anschließend mit einer Bürste über ihr Fell zu gleiten. Bis das Fell der Stute wahrlich wie golden glänzte.


    Sattel, Decke und das Zaumzeug trug Maliku auch schon herbei und verließ anschließend die Stallungen, um seinen Herrn in der Gaststube zu suchen.


    An einem der Tische sitzend entdeckte Maliku den jungen Ritter und näherte sich dem Tisch.


    “Eos geht es prächtig Herr. Ich habe sie bereits geputzt und alles fein säuberlich hergerichtet. Dann geht es später auch schneller.“


    Ein vorwitziges zwinkern begleitete diese Worte Malikus.

  • Varus hatte Brot, Käse und Oliven zu sich genommen und etwas warmes Mulsum. Als sein Sklave zu ihm kam und ihm mitteilte, dass alles hergerichtet sei. Ein kurzer Blick nach draußen verriet dem Iunier aber auch, dass es nun auch schon Zeit zum Aufbruch sei. Andere Abschiedsszenen waren nicht mehr möglich, wenn sie pünktlich am Pier erscheinen wollten.


    "Hier, Maliku, iss noch schnell etwas, ich gehe nur schnell die Rechnung begleichen und dann geht es auch schon los."


    Gesagt, getan der Ritter stand auf und ging in den hinteren Bereich und rief den Wirt, bei dem er überraschend günstig ie Unterkunft, die Speisen die Stallmiete und die sonstigen Dienstleistungen beglich. Dann kam er zurück an den Tisch und winkte Maliku zu: "Auf! Heldentaten entgegen!" und er lachte, weil er wusste, dass die ersten Heldentaten der Kampf gegen die Stürme und Wellen sein würden, die weder er noch der nabatäische Sklave begehen würden, sondern die Mannschaft des lange ersehnten Schiffes.


    So schritten sie zum Hof und nachdem Maliku Eos bereitgemacht hatte stieg der römische Ritter und baldige Subpraefectus Alae auf seine stolze Falbstute und während sein Sklave sich mit Hilfe eines Knechtes der Gaststube mit der Reisekiste abmühte, ritt Varus gemächlich zum Pier. "Vale Ostia! Vale Italia! Wir kehren mit Ruhm zurück oder gar nicht!" rief er in den Innenhof als sie ihn verließen.

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  • Malikus rascher Blick glitt über den Tisch, auf dem die leeren Schüsselchen und Teller standen. Sein Herr hatte also vornehm gespeist und er hatte Hunger gehabt, denn sonst hätte er mit Sicherheit etwas übrig gelassen. So schmunzelte der Schwarzgelockte kaum merklich, während sein Blick dem Blick des Iuniers nach draußen folgte. In wenigen Augenblicken wäre es so weit und sie würden diese Schenke und den Hafen hinter sich lassen. Ob diesem Gedanken spürte der Sklave wie sein Herz hastiger in der Brust pochte. Denn tatsächlich brach sich nun Malikus Aufregung ungehindert Bahn.


    “Ich weiß nicht ob ich etwas essen kann Herr.“


    Murmelte Maliku und blickte dem Iunier nach, als dieser bereits davon ging, um die Rechnung zu begleichen. In der Zwischenzeit knabberte der Sklave dann doch an einigen der übrig gebliebenen Oliven. Eine Kleinigkeit im Magen wäre nie schlecht. Allzu lange ließ ihn der Ritter jedoch nicht alleine, und winkte Maliku zu sich. Gehorsam erhob sich der Dunkelhaarige und näherte sich seinem Herrn.


    “Auf eine sichere Überfahrt.“


    Murmelte Maliku. Bevor er seinem Herrn folgte.


    Die Falbstute wartete bereits gesattelt und getrenst im Innenhof, und Maliku hielt sie am Zügel. Wie es sich für einen gehorsamen Sklaven gehörte, half der Jüngling seinem Herrn in den Sattel und klopfte Eos beruhigend über den Hals. Ja. Er hatte die Stute tatsächlich lieb gewonnen.


    Während sein Herr aus dem Innenhof ritt, schleppten Maliku und einer der Tavernenknechte, die Reisekiste hinterher.