Beiträge von Servius Obsidius Antias

    Sie stellte so viele Fragen. Fragen den Servius zu gern aus dem Weg gegangen wäre. Die er am liebsten nie gehört hätte. Es fiel ihm schwer Caelyn nicht gleich zu sagen, dass er es war. Aber es ging nicht. Es war zu gefährlich. Notgedrungen ging er auf ihre Fragen ein. " Ja, ich habe deine Mutter kennengelernt. Du bist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten. Mit Aretas das war so eine Sache. Er ist geflohen und auf dem Weg nach Mantua. Eigentlich in Mantua ist er gestorben. An was ? Die Frage kann ich dir nicht beantworten." Das konnte er ja auch wirklich nicht, denn er als Person war ja nicht gestorben nur der Sklave Aretas war nicht mehr da. Die Frage nach Arbeit bei ihm, machte ihn etwas verlegen. " Ähm, dein Geldbeutel ist leer? Tja, naja." Er kratzte sich am Hinterkopf. " Ja das sollte gehen. Du kannst mit Vorbereiten helfen und zubereiten. Auch bedienen. Britta zeigt dir alles." Vorher musste er mit Britta sprechen. Caelyn war für den Rest, das bedienen der Gäste in den Hinterzimmern, tabu. Er selbst würde dafür Sorge tragen und eine dementsprechende Ansage machen, falls sich jemand an sie halten wollte. " Du bekommst oben bei mir ein Zimmer. Dort kannst du wohnen so lange du willst. Kostgeld und Miete brauchst du nicht zu bezahlen." Das war das, was er ihr bieten konnte. Seine Tochter, die nicht wusste, dass er ihr Vater ist.

    Servius ging langsam zum Tisch an dem Morrigan und Caelyn saßen und setzte sich dazu. Er nickte Morrigan und dann Caelyn zu. " Also, ich kannte Aretas sehr gut, wir waren wie Brüder. Er hatte eine Sklavin kennengelernt, die hieß Caelyn. Aus der Freundschaft ist etwas mehr geworden und so wie es aussieht, bist du das Ergebnis. Du bist die Tochter von Aretas und Caelyn." Er atmete tief durch. " Aretas ..., weilt nicht mehr unter uns. " In Gedanken schob er schnell ein, weil er jetzt Servius Obsidius Antias heißt, nach. " Als sein bester Freund, das darf ich mit Fug und Recht sagen, werde ich dir helfen wo ich kann." Erst jetzt sah er sie sich richtig an. Sie war wirklich das Ebenbild ihrer Mutter. Warum sie nicht zusammen weg gegangen waren? Es war alles verblast. Er wollte sich auch nicht unbedingt an die Zeit erinnern. Zu viel war in die Brüche gegangen. Versprechen wurden nicht gehalten. Er schüttelte unbewusst den Kopf.

    Servius sah Morrigan nur kurz an und seufzte. „ Bei Epona, wie habe ich mich vor so einem Tag gefürchtet und nun ist er da.“ murmelte er. Morrigan stand nahe genug um es gerade so zu verstehen. „ Meine Vergangenheit holt mich ein Morrigan.“ flüsterte er ihr zu. „ Dieses Mädchen ist das Abbild ihrer Mutter und sie trägt auch ihren Namen.“ Servius sah nur flüchtig zu ihr hinüber. „ Und ich ahne, dass das da meine Tochter ist. Es sind zu viel Zufälle. Ihr Name, mein alter Ego, und sie sucht nach ihm.“ Er wischte ohne Grund wieder und wieder über den Tresen und überlegte fieberhaft. „ Frage sie wie alt sie ist. Sie müsste ungefähr 18 oder 19 sein.“ Er sah Morrigan an. „ Was soll ich tun? Ich kann sie nicht einfach wegschicken. Aber ich kann ihr auch nicht sagen, dass ich der bin, den sie sucht.“ Servius fluchte leise vor sich hin. „ Frag sie erst Mal aus und sie soll dir die volle Wahrheit sagen. Du weißt am besten wie man das macht. Wink mir zu, wenn du glaubst alles zu wissen, was nötig ist. Sag ihr, du hast einen Freund der ihr weiter helfen kann.“ Die zwei verlangen Becher stellte Servius auf den Tresen und nickte ihr zu.

    Es war gegen Abend, die Taverne füllt sich langsam. In der culina war alles für die Gäste vorbereitet. Servius sah sich das frisch gebackene Brot an. Der Bau des Backofens ihm Hof hatte sich gelohnt. In ihm ließen sich neben Brot gleich mehrere Hühnchen und anderes Fleisch braten, das Gemüse garen, Eintöpfe konnten vor sich hin köcheln. In der culina der Herd blieb deswegen nicht kalt. Auf ihm wurde weiterhin, das zubereitet, was nicht so lange dauerte oder geringere Mengen. Servius war im Gastraum, als Tamal herein gestürmt kam. „ Salve Tamal, hol erst Mal Luft. Und setze dich.“ Servius hörte zu. „ Für 30 Leute Essen und das möglichst sofort.“ Servius lächelte und schüttelte ungläubig den Kopf. Was hatte sich Morrigan dabei gedacht. Ohne sie wäre Tamal nicht hier. Es konnte nur von ihr kommen. „ Ich sehe was wir hinbekommen. Trink erst mal einen Schluck Posca.“ Er stellte Tama einen Krug und einen Becher hin. „ Britta?? Wie viel Brot ist da ? Alfa, schau mal nach den Hühnchen im Ofen.“ Servius selbst ging in den Vorratsraum und schöpfte eingelegte Oliven in einen Krug. Eingelegte Aprikosen in einen zweiten. „ Es sind 45 kleine Brote da.“ Das reichte. 25 davon legte Servius in eine Kiepe. Die zwei Krüge stellte er zu Tamal auf den Tisch. Dann ging er in die culina und bereitete eine zweite Feuerstelle auf dem Herd vor. Zwei Roste, zwei Pfannen. „ Britta mach mal die Fischfrikadellen fertig. Der Masse ist fertig gewürzt. Mach die Pfannen richtig voll. Wir brauchen mindestens 50 Stück." Britta verdrehte die Augen. Sie war eigentlich keine Küchenfee. Aber ohne Grund machte Servius nicht solche Hektik. „ Wie sieht es mit den Hühnchen aus?“ Von hinten rief Alfa. „ Die Dinger sind fertig und die drei Töpfe mit Erbsen, Bohnen und dem Lauch sind auch soweit.“ Sehr gut dachte sich Servius. „ So Tamal. Alleine wirst du das nicht schaffen. Ich komme mit." Die Töpfe wurden dicht verschlossen und kamen ebenfalls in eine Kiepe. Zwei Schüssel mit Frikadellen oben auf. Alles schön mit Lappen angefasst, sonst verbrannte man sich die Hände. Die Hühner kamen in eine große Schüssel, die auf den Broten Platz fand. Die zwei Krüge mit Henkel, Oliven und Aprikosen, drückte er Tamal in die Hand. „ Alfa, rühre mal eine große Schüssel Omelettmasse an, nimm die große Pfanne und schiebe alles in den Ofen. Das holen wir nachher.“ Servius hatte sich seine Kiepe vorsichtig aufgehuckt. „ Lass uns gehen.“

    Die ersten Gäste betraten die Taverne. Servius hatte nicht so genau hingeschaut. Erst als Morrigan grüßte bekam er mit wer es war. Nebenher hatte er die sauberen Becher auf das Regal gestellt. „ Salve Morrigan. Heute habe ich Huhn. Die waren sehr günstig auf dem Markt und der Bauer hat sie gleich geschlachtet.“ Ein junge Frau war in Morrigans Begleitung. Er schenkte ihr weniger Beachtung. Als Morrigan dann zu ihm kam und ihm zuflüsterte, wurde ihm heiß und kalt. Er war sich bisher sicher, dass es keinen mehr gab der Aretas persönlich kannte oder suchte. Ihm war mit einem Mal nicht mehr Wohl in seiner Haut. Was, wenn doch noch jemand von denen lebte, die ihn kannten? Das könnte Probleme geben. Zumindest, wenn es Tiberer oder Aurelier waren. „ Mach mir bitte einen Teller mit Hühnchen fertig, Britta und kümmere dich um die Vigile.“ Er legte Brot auf einen Teller, aufgeschnittene Äpfel und Birnen auf einen zweiten, ein kleinen Napf Moretum, dazu kamen zwei Becher und einen Krug Wasser und einen Krug Wein. Alles zusammen mit dem Hühnchen auf einem Tablett, brachte er es zu den beiden an den Tisch. Er stellte alles auf Tisch ohne die junge Frau anzusehen. " Wie gewünscht. Lasst es euch schmecken."  Erst beim weggehen sah er sie an und zuckte innerlich zusammen. Sie sah jemandem zum Verwechseln ähnlich nur das Alter stimmte nicht. Der Schreck steckte ihm richtig in den Knochen. Er ging nach hinten und trank in einem Zug einen Becher Wein. Den brauchte er jetzt. Nein, das konnte nicht sein. Er ging wieder nach vorn an den Tresen und sah unauffällig zu den beiden Frauen. Wer war diese junge Frau. In ihm keimte eine Ahnung. Nein, nie im Leben.

    Das Rennen lief. Nicht ganz zur Zufriedenheit von Servius. Dafür schwebte ihm förmlich eine kleine Entschädigung in die Hände. Das rote Tüchlein mit dem die junge Aurelia das Finale gestartet hatte. Wie einen Schatz verbarg er es in seiner Tunika und sah den Wägen zu , wie sie ihre Bahnen zogen. Die Fahrer seiner Factio lagen wirklich nicht schlecht. Gisco hatte aufgeholt und sich nach vorn geschoben. " Gib dem Grünen die Peitsche Gisco." rief er in den Trubel auf den Rängen. Alle feuerten sie ihre Factio an oder einzelne Fahrer. Der Staub setzte sich nicht mehr und stand über der Bahn. In der siebten Runde wurde es richtig schwer sich richtig zu orientieren. Servius überlegte sich, ober sich bei der Purpurea einschrieb. Nachfragen kostete nichts, nur ein Schreiben an den Dominus Factionis fertig machen und dann abwarten.

    Die Purpurea hielt sich gut. Servius sah gespannt zu wie sie bei beiden Rennen ins Finale einzogen. Bis jetzt hatte er zwei Wetten gewonnen. 50 Sesterzen. Für das Finale hatte er 30 Sesterzen gesetzt. Wenigstens einen zweiten Platz musste einer der beiden Purpurea- Fahrer schaffen. Eine kleine Pause gab es bis zum Finale. Servius holte sich was zum knappern. Eine nach der anderen Nuss verschwand im Mund. " He was meinst du, die Albata ist ganz schön stark. Ob einer von den beiden gewinnt?" fragte er seinen Nachbarn. " Die sind nicht schlecht. Los, ich setze 10 Sesterzen, der Olophernes wird gewinnen. " Servius wiegte den Kopf. " Ich setze 10 Sesterzen auf Chares. Hat keiner von uns beiden Recht, kann jeder sein Geld behalten."  Sein Nachbar stimmte zu.

    Heimlich still und leise hatte er sich aus seiner Taberna geschlichen. Einzig Britta wusste Bescheid. Wagenrennen! Wie konnte er da widerstehen? Die Rennstallfarbe stand von beginn an fest. Purpurea. Für diesen Stall war er gefahren. Gern wollte er sich als Mitglied eintragen lassen, aber er zögerte. In ein paar Tagen bekam er seine Informationen, die er brauchte. Danach entschied sich ob er es wagen konnte. Mit einer Alltagstunika bekleidet und einem purpurnen Tuch am Gürtel und einem purpurnem Focale machte er sich auf ins Stadion.

    Was für eine Atmosphäre. Aus jeder Ecke in der sich die Blocks der Anhänger gebildet hatten, erklangen Sprüche oder Gesänge. Antias kämpfte sich zum Block der Purpurea durch. „ Eine Menge los hier!“ rief er zu seinem Nachbarn. Es war sehr laut hier und sein Nachbar zog es vor nur zu Nicken und den nächsten Spruch mit zu tragen.



    Was ist grün und stinkt nach Fisch ????????


    PRAAAEEEEESIIIINNNNNNNNNNAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!


    Antias musste Lächeln. Diese Sprüche gab es schon zu seiner Zeit. Er zog es vor nur zuzuhören. Später eventuell, im Rennen. Er war nicht so der laute Typ. Ihm ging es um die Wägen, die Pferde, die Fahrer. Er wusste wie es sich da unten auf der Bahn anfühlte. Er wusste es zu gut.

    " Salve Feras." er winkte Britta, sie sollte zwei Becher verdünnten Wein bringen. Bei seinen Fragen überlegte Servius. An den Tagen war viel los. Die Vigile waren nur an einem da gewesen. An dem war hier der pure Wahnsinn ausgebrochen. " Ja, ich glaube. War das die, die mit diesen zwei Typen hier aufgetaucht ist? Nachdem sie dann bei euch war, hat sie ja eine von Morrigan gefangen. Kein schöner Tag für euch. Hat sie nicht Verleihnix verflucht?" Servius rief sich alles wieder ins Gedächtnis zurück. Da waren ein paar Namen gefallen. " Der eine von den dreien hieß glaube Tiberios. Von einem anderen Tisch hörte ich den Name Flavia in diesem Zusammenhang. " daran konnte sich Servius erinnern. " Ihr habt euch so rausgeputzt. Wart ihr im Tempel?" 

    Die Taberna war seit 7 Uhr geöffnet. Britta war für das Morgengeschäft zuständig. Servius saß oben in seinen privaten Räumen und rechnete den gestrigen Tag ab. Das Geld stimmte. Er füllte die Sesterzen in ein kleines Ledersäckchen und verstaute sie in Truhe vor seinem Bett. In zwei Tagen war wieder Markt. Es war nötig, die Vorräte zu prüfen. Mit zwei Tabulae ging er in die Vorratskammer. Getrocknete Datteln, Rosinen, getrocknete Apfelringe, Haselnüsse, Mandeln, Pinienkerne, Zwiebeln, getrocknete Bohnen, Erbsen und Linsen, Ziegenkäse, Traubenmost, getrocknete Pilze, Kürbis, alles das musste nachgekauft werden. Das Brot wurde alle zwei Tage geliefert. Frische Ware holte er nach Angebot. Geplant waren Eier, Hühner, eine Gans und Ziegenfleisch. Das Vorhandene reichte für die kommenden zwei Tage. Wein und Bier war ausreichend da. In Ruhe setzte er sich an einen der Tische im Gastraum um ein kleines rundes Brot mit Moretum zu essen. Dazu trank er Posca.

    Watt? Latrine? Bei ihm? " Wenn du Pissen musst, draußen links um die Ecke stehen in einer Nische zwei Amphoren der Gerber. Solltest du scheißen wollen, an der nächsten Kreuzung rechts ist eine öffentliche." rief Antias zu casca. Der hatte eine weitere Runde bestellt und der Krug stand gleich auf dem Tisch. Die Leute an den anderen Tischen tranken etwas gemäßigter, es gab trotzdem kein Ausruhen hinter der Theke. Hier ein Happen zu Essen, da Getränke. Das Säckchen mit den Sesterzen füllte sich. Versteckt in einer Nische. Antias wusste um Rom und seine besonderen Bewohner.

    Die tranken wie die Berserker dachte sich Servius. Er hatte genug da. Extra eine Amphore mehr gekauft für die Saturnalien. Die leeren Krüge kamen zurück auf die Theke und wurden wieder gefüllt. Er stellte die vollen Krüge auf den Tisch. Zu Essen war nicht gefragt. Es stand genügend auf dem Tisch. Er ging zurück an die Theke und nahm sich einen vollen Krug. Damit ging er zu den Vigilen. Feras hatte sich bemerkbar gemacht als sie rein kamen. " Na auch hergefunden? Hier ein Krug Wein auf Kosten des Hauses." Servius lächelte. Er stand bei den dreien tief in der Schuld. Sie hatten ihm besonders viel beim Umbau des Hauses geholfen. " Da am runden Tisch sitzt ein Tribun der Vigiles. Groß, blond und ziemlich voll. Der säuft sich die Seele aus dem Leib. Kennt ihr den?"

    Zwei Krüge für den großen Tisch. Servius schöpfte vom guten Wein nach. So nebenbei hatte er mitbekommen, wer da alles am Tisch saß. Eine sehr illustre Runde. Es konnte nicht falsch sein, sich Gesichter und Namen zu merken. Er schaffte sie rüber. „ Zwei Krüge vom Guten.“ Und machte sich wieder hinter die Theke. Hinter ihm stand Britta und machte Würste in der Pfanne, dazu Schinkenspeck. „ Für wen ist das?“ Britta deutete mit einem Nicken zum dritten Tisch an der Tür. Servius musterte den Kandidaten und sagte zu ihr. „ Lass dir erst das Geld geben, dann stell ihm das Essen hin.“ Selten, dass ein Gast nur Fleisch und Brot bestellte. Er schob es auf die Saturnalien. Die Tür ging wieder, Gäste gingen, Gäste kamen. Alfa kam mit einem jungen betrunkenen Römer an der Hand kicherte wenn er sie neckte. Servius wusste Bescheid. „ Das linke ist frei und mach nicht zu lange.“ Sie sollte nur zusehen, dass sie ihr Geld bekam. Daria hatte ihre Geld bei ihm deponiert. Sie war nach grobem Schätzen von Servius ihre Schulden los. Da kam sie aus dem rechten Zimmer. Ihr Freier war fix und fertig, seine Augen strahlten eine Glücksseligkeit aus die Servius kannte, er grinste in sich hinein. Bevor sie ihn vor die Tür schob, gab er ihr was sie verlangte. Natürlich mehr als sonst, so betrunken wie der war. „Für einmal Seele streicheln. Der hat keinen mehr hoch bekommen.“ Sie legte 15 Sesterzen auf die Theke. Servius schaute nicht schlecht. „ Du steigst langsam in die Edelkategorie auf.“ Lachte und steckte das Geld in ihren Beutel an einem sicheren Platz.

    „ Na mein kleiner Morgenstern. Du siehst wieder fantastisch aus.“ sagte Servius lächelnd. Wie lange kannten sie sich? Ihrer Schönheit hatte das keinen Abbruch getan. Er freute sich, sie hin und wieder hier zusehen. Im geheimen verband sie ja sehr viel. Deswegen gab er gerne mehr, wenn sie auftauchte. Da kamen die nächsten herein geschneit. Ein bekanntes Gesicht und man schien sich untereinander auch entfernt zu kennen. Servius hatte natürlich für besondere Gäste und Freunde von Morrigan besondere Plätze. Einer davon stand in einer Ecke, von der aus man die Tür gut im Blick hatte. „ Einen Moment bitte.“ Servius sagte etwas zu den zwei Gästen, die setzen sich an einen kleineren Nebentisch. Er ließ von einem der Mädchen abräumen und säubern. 6 Leute hatten an diesem Tisch locker platzt. „ So, wenn ich bitten darf. Bestellung kommt sofort.“ Servius machte sich dran vier Krüge zu füllen. Einen mit Traubensaft, drei mit Wein. Der mit Traubensaft hatte eine kleine Plakette am Henkel. Dazu kamen 6 Becher. Zwei der Mädchen brachten alles an den Tisch. Servius rief etwas in die culina. Kurze Zeit darauf fanden sich auf dem Tisch, eine Schüssel in Öl eingelegter Knoblauch, ein Körbchen mit Brot, ein kleiner Napf mit Honig, frische Zwiebel, Oliven und als Zugabe eine Stück Speck in feine Würfel geschnitten, ein. „ Dann lasst es euch gute gehen. Die erste Runde geht heute auf’s Haus“. Unterdessen hatte Servius jemanden los geschickt, ein paar Musiker aufzutreiben, die auch orientalische Musik spielten.

    Die Saturnalien, waren herangerückt. Servius hatte alle Hände voll zu tun. Das Einkaufen war zum Glück einfach. Er schickte einen Boten mit einer Liste zum Bäcker, Fleischer und auf den Markt, Weinhändler usw., bekam alles geliefert und zahlte sofort aus.

    So stockte er seine Vorräte für die nächsten 8 Tage auf und hatte gleichzeitig nicht zu viel Bargeld im Haus.

    „ Also Mädels, die Saturnalien. Ich denke, das Geschäft wird brummen. Stellt ihr es clever an, seid ihr eure Schulden nach den Festtagen los und könnte auf eigene Rechnung arbeiten.“

    Die ersten Gäste kamen fröhlich herein gestolpert und nahmen Platz. Der erste Wein wurde bestellt und ging an die Tische. Der Schankraum füllte sich Zusehens.

    Sein Freund klopfte ihm mit der Hand auf die Schulter. „ Das schaffen wir schon.“ Servius stand da, kein Lächeln, eher ratlos und der Verzweiflung nahe vor diesem herunter gekommenen Haus. Haus? Ein Dach ohne halb mit Dachziegeln bedeckt. Der Putz war bröckelig und an manchen Stellen großflächig abgefallen. Die Tür hing halb aus den Angeln gerissen im Eingang. Ihm wurde klar warum das Haus bei der Lage so billig war.

    „ Morgen früh fangen wir an. Ich bringe Hilfe mit.“ Servius nickte. Ob das wieder ein richtiges Haus wurde? Servius musste dran glauben, eine andere Möglichkeit gab es nicht. Es musste wieder ein Haus werden.

    Drei Wochen, Schweiß, Blut und Tränen. Der Rest des Geldes ging drauf. Servius lernte viele Leute kennen.


    Heute war der Tag. Er kletterte auf die bereitgestellte Leiter und brachte sein Schild an. Das Gasthaus bekam den Namen „ AD EQUITEM THRACIUM“. Wie es sich gehörte hatte er zur Einweihung alle Helfer eingeladen. Die Vigile, die Handwerker, den Bäcker, den Bauern vom Markt, den Metzger, alle seine Freunde.

    Die Türe wurde geöffnet und alles strömte herein. Jeder brachte ein kleines Geschenk mit. Dinge die gebraucht wurden. Das größte Geschenk machten ihm die Vigile, ihre Statio lag fast um die Ecke. Eine Glocke und eine Vulkanstatue. Die Vulkanstatue fand ihren Platz im Lararium. Die Glocke wurde an einem Balken beim Ausschank befestigt. Zum Einläuten der letzten Runde oder bei Ausbruch eines Brandes sollte sie nützlich sein. Schüsseln, Öllampen, Gemüse, Brot, eine Schweinekeule und ein kleines Fässchen Wein.


    Nach der Einweihung, als Ruhe einkehrte, alles aufgeräumt war, stand Servius im Raum und sah sich um. Er war Stolz auf das was er sich hier mit Hilfe seiner Freunde geschaffen hatte. 8 Tische mit jeweils 4 Stühlen, ein Ausschank, eine culina, ein Vorratsraum, im hinteren Teil zwei separate Zimmer und eine Regalwand die es in sich hatte. Hinter dem Ausschank befand sich eine Bodenklappe. Hier ging es in den Keller, in dem weitere Vorräte lagerten.

    Zufrieden verriegelte Servius die Tür. Es war alles hergerichtet.


    Ab dem nächsten Morgen, gab es offiziell ein neues kleines Gasthaus in einer Nebenstraße der Via suburana. „AD EQUITEM THRACIUM“ ( Zum thrakischen Reiter).