Beiträge von Flavia Domitilla

    Nur noch wenige Schritte trennten sie voneinander. Die letzten Wochen, in denen sie sich nicht gesehen hatten, waren ihr wie eine halbe Ewigkeit vorgekommen. Diesen Moment hatte sie so sehr herbeigesehnt und nun war er gekommen!

    Endlich trafen sie aufeinander, so dass sie ihn in ihre Arme schließen konnte. Ihre Münder vereinigten sich zu einem innigen Kuss.

    "Endlich! Ich dachte schon, ich müsse sterben vor Einsamkeit!", raunte sie ihm ins Ohr. Dann sah sie ihn mit leuchtenden Augen an.

    "Wollen wir ein wenig gehen?" Sie wies auf den langen Sandstrand vor ihnen.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Phrima musterte sie kritisch und überlegte. Im Grunde konnte sie so tun, als habe sie nicht von all dem gehört. Zum Glück waren sie beide hier allein. Wenn die Neue nun nicht so dumm war und jedem brühwarm von ihrer Flucht und dem Typen von Lupanar erzählte, dann würde es auch sonst niemand erfahren. Nicht einmal die Domina!

    "Na gut, von mir erfährt niemand etwas! Aber du solltest wissen, dass du hier in einem Schlangennest gelandet bist, in dem jeder  gegen jeden alles verwendet, was er aufschnappen kann. Als sei vorsichtig, wem du etwas erzählst!", warnte die Raeterin.

    "Da hast du aber Glück gehabt!" Mehr Glück als Verstand, hätte da ihre Mutter gesagt, wenn sie noch gelebt hätte. Aber offensichtlich hatte sich die Neue noch nicht wirklich mit ihrem Schicksal abgefunden. Denn plötzlich hatte sie diesen seltsamen Blick und dieses Lächeln, das für gewöhnlich nur zu Schwierigkeiten führte. Sie schüttelte nur den Kopf und verschwand für einen Moment, um etwas später wieder mit einer neuen einfachen blauen aber sauberen Tunika auf dem Arm zu rückzukehren.

    "Hier! Zieh die mal an! Die müsste dir passen." Sie hielt ihr das Kleidungsstück entgegen, damit sie es nehmen und anziehen konnte.

    "Wie gesagt, sei vorsichtig! Die Flavier haben kein Verständnis dafür, wenn ihre Sklaven mit der Obeigkeit Probleme bekommen!"

    Und sie lag richtig! Er tat es nicht der Ehre wegen und auch nicht, weil er so ein netter Kerl war. Er tat es ihrer Meinung nach aus niedrigen Beweggründen. Um tolle Frauen kennenzulernen oder seine orientalische Dekadenz auszuleben, wie er es ausgedrückt hatte, bedurfte es doch sicher weitaus weniger Anstrengungen. Allerdings ließ sie sich dies nicht anmerken. Wesentlich spannender war es da doch herauszufinden, was dieser eine große Fehler gewesen war, von dem er gesprochen hatte. Höchstwahrscheinlich hatte dieses Geheimnis mit noch schlechterem Benehmen zu tun. als er es bereits zu Anfang an den Tag gelegt hatte. Doch sie wollte nicht voreingenommen sein.

    "Der eine große Fehler? Da bin ich jetzt aber wirklich gespannt, Aurelius! Darf ich erfahren, was du bei mir zu unterlassen gedenkst? "

    Besser ist das. :P

    *Köpfchen tätschelt.*


    Öhm. Nein?

    Gleich unter die Dusche und dann wieder ins HO.

    Ins HO?

    Ach ja, wir haben 2020!:idee:

    1989 hatte HO (bitte nur in übelstem Sächsisch aussprechen) noch eine völlig andere Bedeutung (jedenfalls im tiefen Osten).:D

    Es war ein herrlicher Tag. Alles war perfekt in Domitillas Augen. Der kleine Strandspaziergang vertrieb ihr ein wenig die Zeit, so dass das Warten etwas erträglicher wurde. Nach ihrem letzten Treffen in der Taberna fragte sie sich nun, ob sie ihn mit all der Opulenz, die ihn hier in ihrem kleinen Reich erwarten würde, nicht verschreckte. Schließlich hatte sie keine Mühen und Kosten gescheut. Nur für ihn. Mehr als dreißig Sklaven standen in der Casa zur Verfügung, nur um ihr und ihm jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Ganz zu schweigen von den Vorbereitungen für die Cena, der Domitilla mit großer Vorfreude entgegensah.

    Doch letztendlich hatte all dieser Prunk und Luxus keine große Bedeutung für sie. Er war es, was für sie an erster Stelle stand.


    "Domina, sieh nur! Da ist ein Mann!" Ihre Sklavin hatte sich kurz umgeschaut und dabei den herannahenden Furius entdeckt. Nun wandte sich auch Domitilla um und erkannte ihn sofort. Ein breites Lächeln zeichnete sich auf ihrem Antlitz ab. Sie ließ all ihre gesammelten Muscheln fallen und rannte ihm mit offenen Armen entgegen.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Phrima traute ihren Ohren nicht! Ob die Domina wusste, was sie sich da ins Haus geholt hatte? Eine Sklavin, die bereits einmal geflohen war und die offenbar an lichtscheues Gesindel geraten war? Die Raeterin hielt inne und blickte die junge Frau mit ernstem Blick an." Du willst mich sicher nur anschmieren, oder? Bist du wirklich geflohen? Und sie haben dich nicht dafür gebrandmarkt?" Wenn die Sklavin sie nicht angeflunkert hatte, dann hatte sich auf jeden Fall riesiges Glück gehabt. Mit geflohenen Sklaven gingen die Römer normalerweise nicht besonders zimperlich um. Phrima suchte sofort mit ihren Augen die Haut der Sklavin nach einem Brandzeichen ab, konnte aber nichts dergleichen finden. Oder war es doch an einer anderen Stelle? Mit Sicherheit hätte Cato niemals eine Sklavin gekauft, die ein FUGITIVUS-Mal trug! "Und was war mit diesem Kerl aus dem Lupanar?", wollte sie dann noch wissen. Einerseits war es ja ganz spannend, sich solche Geschichten anzuhören, mal ganz außer Acht lassend, ob sie nun wahr waren oder eher ein Fantasiegebilde von einer Sklavin waren, die sich wichtig machen wollte. Andererseits durfte sie auch nicht trödeln, denn die Sklavin wurde schließlich noch erwartet. Cato wollte bestimmt noch mit ihr reden und vielleicht sogar die Domina selbst, wenn es ihre kostbare Zeit zuließ.

    Nun, da das Gespräch langsam interessant zu werden drohte, griff auch Domitilla zu einer der Datteln. Eigentlich fand sie die Früchte viel zu süß, dennoch begann sie langsam auf ihr herum zu kauen, forderte mit einem Wink einen der namenlosen Sklven herbei, der gänzlich unbeeindruckt im Hintergrund stand und darauf wartete, etwas tun zu können. Er eilte herbei, so dass sie Flavia den Dattelkern in seiner Hand verschwinden lassen konnte.

    "Das ist ja höchst interessant! Dann wart ihr also einst so etwas wie Freunde!" Das konnte gewiss nicht jeder von sich behaupten und fraglos war es ihm gelungen, sie damit auch ein wenig zu beeindrucken. Bemerkenswert fand sie dann auch seine Aussage, er leiste den Dienst am Staat nicht für eine Belohnung, die ihm zweifelsohne eines Tages zustand. Wofür er dies alles tat, ließ er jedoch auch offen!

    "Aha, du erlaubst mir die Frage, wofür du es denn dann tust, wenn schon nicht für eine entsprechende Abfindung." Wo lag seine Motivation? War es einfach nur die Ehre? Sie kannte den Aurelius nun erst nur eine sehr kurze Zeit, doch so schätzte sie ihn nicht ein, alles aus reinem Uneigennutz zu tun.

    Noch noch schwieriger wird es, wenn du bei einer Reenactment-Truppe dabei bist, die die keltische Hallstatt- oder Latene-Zeit darstellt. Da is nix mit Kaffee!

    Auch nicht mit nubischem Schwarzwasser.||

    Zitat

    Ein wenig umständlich öffnete Sciurus die Türe zum flavischen Keller und nahm sich mit der Linken eine Öllampe, die schräg gegenüber auf einem Wandvorsprung stand. Dann zerrte er die dunkelhäutige Sklavin die steinernen Stufen hinab und ein kurzes Stück den Gang entlang. Hinter einem schmalen Durchgang, der zu den scheinbar niemals endenden Weinvorräten der flavischen Familie führte, lehnte er die Amme schließlich an die Wand und öffnete ihr gegenüber eine Türe, die ihm nur bis an die Hüfte reichte. Hastig drehte er seinen Kopf zur Seite, denn der miefige Dunst, der aus dem dahinterliegende Raum entwich, war üblicherweise besonders widerwärtig. Schlussendlich packte er die Sklavin und schob sie in die winzige Kammer, die in der Villa Flavia unter den Sklaven als 'das Loch' bekannt war: nur durch einen schmalen Spalt drang Licht und Luft durch die Türe, doch wenn die Lampen im Keller gelöscht waren, so war es nurmehr kalte, feuchte Luft und Finsternis; zudem bot der Raum in Höhe, Breite und Tiefe gerade genügend Platz, um in der Hocke zu sitzen oder zusammengerollt zu liegen. Dort eingesperrt zu werden galt als eine der schlimmsten Strafen der Villa - zumindest für jene, denen ihr Leben bleiben sollte, auch wenn schon einige Sklaven - absichtlich oder unabsichtlich - dort vergessen worden waren und nur noch als Leichen wieder das Tageslicht erblickt hatten. klick mich!