Beiträge von Narrator Minor

    Palmyra, die Königin der Wüste war unermesslich reich, so sagte man, und der Knotenpunkt der uralten Handelsstraßen, die einen stetigen Handelsstrom von Ost nach West beförderte. Hier war etwas Einzigartiges, ein kultureller Schmelztiegel gewachsen, und täglich strömten Menschen verschiedener Ethnien in die Stadt: Aramäer, sonstige Syrer, Araber, Griechen, Römer und Parther und noch viel mehr. Das Treiben zog Glücksritter an und auch junge Wüstensohne, die nicht mehr hatten als eine gute Waffe und ein gutes Kamel und die gewillt waren, zu Reichtum zu kommen.

    Alleine trafen sie ein, und in kleinen Gruppen, und oft begann ihre Laufbahn damit, sich als Söldner bei einem synhodiarches, einem "Beschützer der Karawane" zu verdingen, Männer, die ihre Truppen den Karawanen zur Seite stellten, um sie vor Plünderungen zu bewahren.


    Die kleine Gruppe Berittener, die am Stadttor eintraf, war insoweit bemerkenswert, da ihr Anführer schon ein Gefolge hatte und überdurchschnittlich gut mit Pferden, Kamelen und Waffen ausgestattet war. Es waren zwölf Männer und eine junge Frau, die hinter einem der jüngeren Reiter saß.

    Die Wache am Stadttor schickte zwei Wächter, die grüßten:

    "Halt!", sagte der eine und hob die Hand, etwas erstaunt war er, als unter dem Turban des Mannes, der am reichsten gewandet und offenbar der Anführer war, ihn zwei blaue Augen anblitzten.

    "Wer seid ihr und was ist euer Begehr in Tadmor?", sprach er sie auf Aramäisch an.


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    Auf Aramäisch gab es ein Sprichwort: arim ĥdo kifo au tbar ĥad qayso utamon ĥose at li - Hebe einen Stein auf oder spalte ein Holz und du wirst mich finden.

    Daran und an die Suche nach Idunah dachte Manal, als sie nun vor die Wachen trat und ihr Gesicht zeigte. Durch diese Geste signalisierte sie, dass sie eine Dienerin war; durch ihre seidenen Gewänder jedoch ihren hohen Rang.

    Den ganzen Weg über hatte sie überlegt, was sie sagen wollte, und so kam ihr diese Rede flüssig über die Lippen:


    "Seid gegrüßt ihr Wächter von Tadmor. Mein Herr heißt Arim, und ist ein Krieger und die anderen sind sein Gefolge. Er hat das Gelübde abgelegt, kein Wort zu sprechen, bis er seinen Schwertarm dem Ruhmreichsten unter den synhodiarchai von Palmyra anbieten kann, denn es ist sein Ziel, den Ruhm seines Herren zu mehren. Zu wem müssen wir gehen?"


    Der Torwächter lächelte das Mädchen an, welches hübsch war, und antwortete Angus, der ja nur ein Schweigegelübde abgelegt hatte, aber anscheinend nicht taub war. Das er solches getan hatte, wunderte ihn nicht bei der Vielzahl von Göttern und Geistern, die es gab:

    " Gewiss sind dir die Namen der Vier Heiligen Stämme bekannt, Herr Arim: Die Bene Mazin, die Bene Komare, die Bene Mattabol und die Bene Attar. Die Vornehmsten und Reichsten von ihnen sind zur Zeit die Bene Ma'zin und die Bene Attar. Das Oberhaupt der edlen Bene Ma'zin heißt Adai ben Ma'zin und du findest ihn in der Prostas Bene Mazin im im Westen der Stadt. Das Oberhaupt der edlen Bene Attar heißt Orodes, aber der Synhodiarches ist Waballat ben Attar, sein Neffe. Ihn findest du in der Prostas Bene Attar im Ostviertel. Du magst also wählen, wem du deine Dienste anbietest.Viel Erfolg!" "


    Er grüßte und trat zurück, und während sie durchs Tor ritten, übersetzte Manal Angus rasch, was sie erfahren hatte.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Manal war so voller Liebe, so voller Vertrauen, dass sie völlig entspannt war und unter den Liebkosungen von Angus erbebte. Sie spürte seine Lippen, wie sie ihre Brustwarzen umschlossen, wie er seinen nackten Körper an sie schmiegte und sie langsam streichelte.

    "Oh Angus", keuchte sie und zog ihn an sich heran und umarmte ihn voller Verlangen, als er sich zwischen ihre Schenkel drängte. Sie spürte wie er in sie eindrang, und zog ihn über sich; ihr kurzer Schrei war eher Überraschung geschuldet, als Schmerz. Gleich lächelte Manal Angus an, hielt ihn fest; er musste ihre Enge spüren, wie sie sich um ihn schloss, denn er stöhnte auf. Manal entwich ein Seufzen, dann spürte sie ein Schweben, und dann nur noch pulsierende Lust: "Es ist schön, ", seufzte sie ganz leise, als er sie "Mein Herz" nannte, und sie wäre in diesem Augenblick so gerne für immer und ewig sein Herz gewesen.

    Ihre Wangen waren gerötet und ihre Augen strahlten. Sie kuschelte sich in seine Arme. Niemals, niemals würde sie das vergessen. Nicht in hundert Jahren.


    Am nächsten Morgen war Manal früh auf und brachte Angus gleich frisches Fladenbrot, Wasser und eine Waschschüssel.

    "Das ist für dich, Liebster.", sagte sie. Keine Tränen gab es und kein Jammern, dass der Mann, dem sie ihre Unschuld geopfert hatte, sie verlassen würde. So war die Syrierin nicht. Dazu war sie trotz ihres jungen Alters zu gescheit.

    Sie war genauso lieb und freundlich wie immer.


    Aber als sie aufbrachen: Angus und seine zehn Krieger und die beladenen Kamele mit sich führten, ging sie nicht zu ihm hin, damit er sie vor sich aufs Pferd nahm. Manal verstand wohl, dass Angus als fremder Kriegsherr auftreten würde; da passte ein Mädchen nicht, dass sich an ihn schmiegte und ihn mit leuchtenden Augen anblickte.


    Manal ritt mit Marspet.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Gefolgt von der Sklavin begab sich Leonidas in das Cubiculum des Dominus Cethegus. Die Sklavin hatte hatte keineswegs untertrieben. Sein Blick ging einmal quer durch den Raum. Dann trat er an den Schreibtisch heran, auf dem noch immer mehrere Schriftstücke lagen. Eine Tabula war dabei, die offen lag. Daneben lag eine Art Münze, die ihm seltsam vertraut vorkam. Bei näherem Hinsehen erkannte er die Bulla, die die cornelischen Sklaven trugen und diese als solche in der Öffentlichkeit kennzeichneten. Er nahm sie vom Tisch und betrachtete sie aus der Nähe. Auf der Rückseite war der Name des Dominus als Besitzer zu lesen. Auf der Vorderseite, der des Sklaven. Dort war der Name GALATEIA zu lesen. Er ließ die Bulla wieder auf den Tisch sinken und wandte sich zu der Sklavin um. "Geh und hole Galateia her. Vielleicht kann sie etwas zur Aufklärung beitragen, was hier vorgefallen ist." Die Sklavin nickte und verschwand sofort zur Tür hinaus. Leonidas wandte sich wieder den Schriftstücken zu, die auf dem Schreibtisch lagen. Normalerweise las er nicht die Briefe, die für den Dominus bestimmt waren. Doch dies war etwas anderes. Der Dominus war nicht auffindbar und in seinem Cubiculum sah es aus, als sei es zu einem unerwarteten und überstürzten Aufbruch gekommen. Teilweise handelte es sich um die übliche Korrespondenz, die der Cornelius unterhielt. Doch ein Papyrus, dass unter einigen anderen vergraben lag, fiel ihm schließlich ins Auge. Eine krakelige Schrift in großen ungelenken Lettern las sich wie eine Drohung.

    CETHEGUS, FÜHL DICH LIEBER NICHT ZU SICHER! DEIN TÄUBCHEN HAT UNS ALLES VERRATEN! WIR KRIEGEN DICH!!!


    Als die Sklavin zurückkehrte, legte er der den Brief wieder zurück und wirkte irritiert, da sie ohne die Sklavin des Cethegus zurückgekehrt war. "Wo ist sie? Wo ist Galateia?" Seine Stimme hatte längst die Gelassenheit, die ihr sonst zu eigen war, verloren. "Die Sklavin zuckte nur mit ihren Schultern. Galateia ist seit gestern verschwunden. Niemand hat sie seitdem gesehen."

    Daraufhin verließ Leonidas den Raum, um Dareius, den Ianitor der Villa aufzusuchen.

    Dareius konnte dem Maiordomus schließlich berichten, dass der Dominus mitten in der Nacht allein, ohne einen Leibwächter, die Villa verlassen hatte. Dabei hatte er sehr verstört und hektisch gewirkt. Mehr hatte der Ianitor dazu nicht sagen können. Doch langsam setzte sich in Leonidas Kopf ein Mosaik zusammen und er begann langsam zu begreifen, dass Dominus Cethegus in großen Schwierigkeiten steckte. Jemand hatte ihn bedroht und offenbar hatte ihn seine eigene Sklavin, die nun auf der Flucht war, verraten!

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Angus sprach im Schlaf in einer fremden Sprache mit jemanden - und Manal wusste, dass er sie für jemanden anderen hielt. Doch sie lag mit klopfendem Herzen an seiner Seite, und ihr dunkles Haar war über seine Brust gebreitet wie ein Fächer von Rabenfedern und duftete nach Kardamon.

    Dann streichelte er ihr Haar und nannte sie Wüstenblume, und Manal seufzte: "Ich weiß doch, dass du ein Sklave der Römer bist.", sagte sie: "Und ich weiß doch, dass du in das ferne Land Italia zurückkehren musst und ich hier bleiben werde. Aber es ist mir gleich, Angus, so gleich."

    Sie nahm Angus Hand und begann seine Handinnenflächen zu küssen und seine Finger, und ab und zu fiel eine Träne:

    "Schick mich heute Nacht nicht weg." , bat sie: " Bitte nimm mein Geschenk an."

    Etwas unbeholfen streichelte sie seine Hüften und legte dann ihre kleine Hand auf seine Männlichkeit, bevor sie ein Bein über seine Lenden schwang. Angus musste spüren, dass sie vor Ungeduld und Hingabe zitterte. Sie vergrub ihr Gesicht in seiner Halsbeuge und wünschte sich, dass er, der so groß und stark war, sie in die Arme nahm:

    "Angus mac Donal,",wisperte sie: " Ich bin so glücklich."

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Als am Morgen eine Sklavin das Cubiculum von Cornelius Cethegus betrat, um aufzuräumen und sauber zu machen, stellte sie fest, dass sein Bett noch unberührt war. Ansonsten herrschte eine große Unordnung darin. Kleidungsstücke und Papyrii lagen verteilt auf dem Boden. Der Stuhl zu seinem Schreibtischlag umgestoßen auf dem Boden. Die Scherben eines Tellers, auf dem sich noch Reste Nachtmahls befanden, lag ebenfalls auf dem Boden. Der Sklavin war das nicht geheuer! Sie eilte hinaus, den Gang entlang, bis sie irgendwann im Sklaventrakt der Villa angekommen war. dort klopfte sie an der Tür, welches zu einem kleinen unscheinbaren Raum führte, in dem Leonidas, der Maiordomus der Villa ein kleines Officium eingerichtet hatte.

    "Leonidas! Der Dominus! Sein Cubiculum! Alles ist durcheinander!" Die Sklavin war ganz aufgebracht, denn sie befürchtete, dass Dominus Cethegus irgendetwas zugestoßen sein musste. Der Maiordomus musterte sie einen Moment, dann begann er beruhigend auf sie einzureden. "Setz dich und beruhige dich erst mal! Atme mal tief durch und jetzt erzählst langsam und vor allen Dingen in ganzen Sätzen, was los ist! Was ist mit Dominus Cethegus' Cubiculum?"

    Die Sklavin beruhigte sich und erzählte dem Maiordomus, wie sie das Cubiculum vorgefunden hatte und dass sie die Vermutung hegte, das etwas nicht stimmte.

    Leonidas überlegte einen Moment. Der Dominus war erst vor einigen Wochen aus seinem Exil auf Creta zurückgekehrt. In den wenigen Wochen hatte er ihn als verwegenen Menschen kennengelernt, der gerne ein paar Becher über den Durst trank und dann gelegentlich zu seltsamen Anwandlungen neigte. Außerdem hatte er nach seiner Ankunft versucht, seine alten Kontakte wieder zu beleben. Alte Freunde und Weggefährten von damals, wie er sie tituliert hatten, waren ein und aus gegangen und deren Besuch hatte häufig in einem zügellosem Besäufnis geendet.

    Am besten er überzeugte sich selbst einmal in Dominus Cethegus' Cubiculum, was die Sklavin zu ihrer Annahme bewogen hatte.

    "Komm mit!" befahl er ihr und schritt voran aus der Tür hinaus.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Angus schlief den Schlaf des Gerechten in einem Zelt, das ihm als Anführer nun zustand - seine zehn Krieger hatten sich umweit zur Ruhe gebettet. Da Manal allgemein für die Gefährtin des Mannes gehalten wurde, ließ man sie jedoch ohne weiteres durch.

    Das junge Mädchen trat ein, und als sie den schlafenden Angus sah, füllten sich ihre Augen mit Tränen:

    "Ich bin es, Manal", flüsterte sie, huschte zu ihm hin und legte sich an seine Seite. Ihren Kopf bettete sie auf seine Brust, ihre Finger zeichneten seine Gesichtszüge nach:

    "Sei mir nicht böse.", flüsterte sie: "Ich weiß schon, dass ich niemals, niemals mehr haben werde als das gerade, AngusmacDonal. Und dennoch.....ich habe dich so lieb."

    Sie schmiegte sich an ihn und streichelte ihn weiter, ohne zu bedenken, was ihre noch unbeholfenen Zärtlichkeiten in dem Kelten auszulösen vermochten.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen."Drei Tage und drei Nächte, liebe Domina, hast du geschlafen. ", erwiderte Rhea: "Doch jetzt werde ich dir Wasser bringen, und Fabricius wird dir jeden Tag eine kräftige Brühe kochen. Und du musst bald aufstehen, und in die Gartenlaube sitzen, die windgeschützt ist, damit du von der Herbstsonne wieder gesund wirst. Und jeden Tag ein paar Schritte gehen, bis du einen langen Spaziergang machen kannst. Und ich werde dir deine Glieder mit Wein waschen, damit die Durchblutung in sie zurückkehrt ."


    Sie stand auf. Musa hatte sich zu Domina Stella gekuschelt und schnurrte. Rhea verstand sich nicht auf Katzen, aber sie hatte schon gemerkt, dass Musa tat, was sie wollte, und da Furia Stella sie gewähren ließ, ließ sie sie auch. Und mittlerweile fand sie die Wärme, die der kleine haarige Tierkörper spendete, auch sehr angenehm:


    "Wegen meiner Haare sorge dich nicht, liebe Domina. Die habe ich gerne gegeben. Und Buanann, die gütige Mutter, hat mein Opfer angenommen und meine Gebete erhört. Wenn du willst, werde ich sie auch für Sonnwinn bitten, um seinen Schutz und eine glückliche Heimkehr."


    Das Gesicht der Britannierin betrübte sich bei der nächsten Frage ihrer Herrin. Denn niemand wusste genau, wann Sonnwinn wieder kam und auch nicht ob. Sie wusste nur, dass Dominus Aulus ihn mit sich genommen hatte. Sein Schicksal lag in den Händen der Großen Drei und im Dunkeln.

    Sie sprach:

    "Mit Hoffnung, Domina Stella, mit Hoffnung wird es gelingen. Du musst rasch gesund werden, damit dein Kind gesund und stark das Licht der Welt erblickt.

    Und damit du deinem Mann entgegengehen kannst wie es einer Spartanerin geziemt."


    Und sie lief nach frischem Wasser, und wenig später klopfte auch Donna Tulla an die Porta und brachte eine kräftige Suppe.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Manal lächelte unter Tränen, und ihre Augen waren voller Liebe: "Es ist nichts geschehen, was einen Schadensersatz erfordert, Angus", sagte sie. Aber schaudernd wandte sie sich von Zahaks Leiche ab.

    Dann übersetzte sie Marspet und den anderen, was Angus gesagt hatte: Sie waren frei! Als diese armen Menschen begriffen, dass der Kelte sie befreit hatte, fingen einige an zu weinen vor Glück, und Väter umarmten ihre Söhne und Töchter, Frauen umarmten ihre Männer, nur Marspet hielt sich abseits, denn er hatte keine Verwandten unter den Sklaven.

    Er sagte etwas zu Manal, und Manal übersetzte:

    "Die meisten wollen nach Antiochia oder in die Dörfer zurück kehren, aus denen man sie geraubt hat. Aber sie sagen auch, dass sie dich, o Goldener Löwe der Wüste, nicht in Stich lassen werden, und dass du dir eine Eskorte der Stärksten unter ihnen wählen sollst, wenn du Krieger brauchst, und wie ein Herr in Palmyra einreitest. "

    Und sie selbst fügte hinzu:

    "Mit dem Geld von Zahak kannst du deine Gefährtin Idunah gewiss freikaufen. Dann hat Iesus der Herr alles so gefügt, dass die Guten belohnt und die Bösen bestraft werden."


    Sie selbst schwieg über ihr Schicksal. Sie wusste, dass Angus an seiner Seite eine Dolmetscherin brauchte, wenn er seine Idunah in Palmyra suchte. Sie sehnte sich auch nach ihrem Vater, der sich gewiss sehr grämte und dachte, man habe ihm die Tochter entführt.

    Doch noch mehr als alles, wusste sie, dass es ihr das Herz brechen würde, wenn sie sehen würde, wie die Gefährtin Angus umarmte, wenn sie sich an ihn schmiegte, und er vielleicht mit Idunah diese köstlichen Dinge tun würde, die er mit ihr, Manal, getan hatte.



    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Marspet wartete auf Angus Entscheidung.

    Während er es tat, nahm er einen der seidenen Umhänge, die Zahak gehört hatten, und legte ihn über Manals Schultern, da ihr Gewand zerrissen worden war. Das Mädchen schlang den Stoff um sich und lächelte: "Danke Bruder Marspet"

    Der Jüngling nickte. Er bemerkte den Kummer von Marspet, und obwohl er die Worte nicht verstand, erriet er den Grund des Kummers, als er zwischen dem Kelten und der Syrerin hin- und herschaute.

    Das tat ihm Leid.

    Er selbst hielt Manal für das wunderbarste Geschöpf auf der Welt. Doch da er so viele Jahre in der Gewalt Zahaks gewesen war, hielt er sich auch für sündig und keiner Jungfrau würdig.


    So waren sie frei, und doch gab es drei Menschen, deren Freude mit Bitterkeit gewürzt war: Marspet, Manal , und Angus, der alle Sklaven befreit hatte, nur nicht sich selbst.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Manal war in Angus verliebt, so wie ein schwärmerisches und behütetes Mädchen verliebt sein konnte, und so lächelte sie den Kelten an, der ihr über die Wange streichelte. Anfangs war sie über Zahaks Gegenwart erschrocken, der wie ein Sklave vor ihnen kniete, aber als sie nun die Hände von Angus spürte, wie er ihren Schleier löste, da vergaß sie den Sklavenhändler.

    Angus küsste ihren Hals, und Manal empfand nun etwas, was sie noch nie empfunden hatte; Schauer liefen ihr über den Leib und sie drängte sich dem blonden Mann entgegen, ohne genau zu wissen, zu was es sie drängte. Sie schloss die Augen:

    "Oh Angus". War es das, was Männer mit ihren Frauen taten? War es das, was die Augen leuchten ließ, was Seligkeit versprach? Ihr Vater hatte ihr freilich gesagt, dass nur Eheleute dieses Geheimnis ergründen durften, und Angus war nicht ihr Mann. Aber seine Worte waren süß und voller Verlangen. Er zerriss ihr Gewand ,und dann tat er etwas sehr Liebevolles mit ihren Brüsten, und Manal seufzte vor Wonne. Ganz gleich, was ihr Geliebter mit ihr tun würde, es war gut. Soviel Seligkeit konnte nur gut sein.Nein, sie sträubte sich nicht. Sie erlebte, dass Angus sie auf den Boden bettete, dass er ihre Beine öffnete und dann ihr Allerheiligstes mit der Zunge berührte. Das Gefühl der Lust überkam sie wie eine Woge. An ihren Kontraktionen würde der Kelte spüren, dass sie zum Klimax gelangte. Sie zitterte und streckte die Arme aus; wenn Angus nur zu ihr kommen wollte; aber nein, er hatte nur an ihre Lust gedacht, für sich wollte er nichts.

    "Ich vertraue dir, Angus, Geliebter", flüsterte sie, doch da erhob er sich, und Manal hüllte sich schnell in ihren Schleier.


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Zahak jedoch, der kniete, war enttäuscht darüber, dass Angus so zärtlich gewesen war, und dass Manal keine Angst gezeigt hatte, und obwohl er nicht aus der Rolle fallen wollte, zogen sich seine Augenbrauen zusammen und zerrte an seinen Fesseln:

    "Das Mädchen ist wie eine läufige Hündin, das sich nach deinen Küssen verzehrt.", murmelte er auf Angus Frage, ob es ihm gefallen hatte und wies mit dem Kopf auf die Reitgerte:

    "Peitsche ihr die Haut vom Leib, dieser Metze, .... Dominus!"


    Aber seine Gemeinheit wurde durch die höhnischen Worte seines Sklaven und scharfen Stahl gebrochen, der sich in seinen Leib bohrte und ihm das Innerste nach außen kehrte.

    Mit weitaufgerissenen Augen hörte er zu, dann schrie er um Hilfe, dann verstummte er, während Blut schwarz aus seinem Mund quoll. Er kippte um, er scharrte mit den Füßen, und Zahak, der Sklavenhändler, die Geißel der Wüste, der so viele Menschen geraubt, versklavt, gequält und getötet hatte, war nicht mehr unter den Lebenden.


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Zögerlich näherten sich Marspet und die Sklaven.

    Er legte eine Hand an seine Kehle und machte die Geste des Halsabschneidens, dann breitete er die Arme aus, und seine Finger machten die Gesten für dreimal dreißig und drei. Alle Reiter waren tot.

    Was übrig war, waren Kamele und Pferde, die Verpflegung und das Geld, welches die Karawane mit sich geführt hatte.


    Marspet kniete sich in den Sand, und die Sklaven taten es ihm nach.

    "Was wirst du mit uns tun, Herr?", fragte er. Sie konnten sich nur vorstellen, dass sie den Herren gewechselt hatten. Die Beute gehörte dem Sieger, das war Angus, der Goldene Löwe.


    Manal aber war aufgestanden und hüllte ihr Gewand um sich und ihren Schleier. In ihren Augen schimmerten Tränen, als sie Angus ansah. Es waren Tränen der Sehnsucht, Tränen der Liebe und ein wenig Enttäuschung. Doch sie wusste ja, dass sie ihn nicht haben konnte. Sein Herz gehörte seiner Gefährtin Idunah.

    Endlich versank die Sonne am Horizont. Die Karawane hatte einen geeigneten Lagerplatz gefunden. Die Männer begannen, das Lager aufzubauen. Alle waren beschäftigt und freuten sich über das Essen, den Wein und eine geruhsame Nacht. Auch ich hatte damit begonnen das Lager meines Dominus herzurichten. Es sollte schließlich gemütlich sein. Seine Reitgerte und ein Seil, das aus den Blätterm von Palmen gefochten worden war legte ich griffbereit neben seinen Schlafplatz. Sollte seine Fanasie ruhig mit ihm durchgehen, während er darüber nachsinnte, was ich heute Nacht für ihn bereithielt. Was Zahak nicht ahnte, ich hatte ein achtlos herumliegendes Messer gefunden, an mich genommen und unter meiner Tunika verwahrt.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Zahak sah die Reitgerte und das Seil, und in seinem Geist stieg die Ahnung von Genüssen auf, die der goldene Löwe für ihn bereithalten würde.

    Als der ihn nun beleidigte, richteten sich die dunklen Haare auf seinen Armen auf und nicht nur diese. Er legte seine Kleidung ab, so dass er bis auf ein perizoma, einen Lendenschurz nackt war und kniete sich, den Kopf gesenkt neben sein Lager:

    "Ich bin bereit, o Dominus", flüsterte er:

    "Äußere deine Wünsche, mein Gebieter."

    Angus war der Herr seiner Nächte. Das Mädchen war nichts, nur eine Requisite im Spiel der Grausamkeiten. Sie würde sterben noch bevor der Morgen graute. Zahak war fest davon überzeugt, dass er alle Menschen benutzen konnte wie Puppen, um seinen dunklen Trieben zu frönen, und er dachte nicht einmal daran, dass jemand in der Lage wäre, seiner Bösartigkeit ein Ende zu setzen.



    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen. Marspet verstand schon, als er den Schlüssel sah, er war ein recht gescheiter Bursche. Den Dummen hatte er die ganzen Jahre über nur gespielt. Als Manal ihm sagte, was geplant war, nickte er, und sauste los und gleich darauf, konnte man das leise Klirren von Ketten hören.

    Die kräftigen Männer wurden befreit, und als man ihnen sagte, was zu tun war, schlichen sie los, um die Reiter zu töten. Sie nahmen sich aber nur die vor, die schon fest schliefen oder sehr betrunken waren, um keinen Lärm zu machen, und das waren die meisten. Hatten die Reiter sich vor den bösen Geistern der Wüste gefürchtet - nun kamen sie in der Realität über sie, in Gestalt der Misshandelten und Versklavten.



    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Manal nahm Angus Hand: "Aber natürlich vertraue ich dir". , sprach sie, und folgte ihm willig zu Zahaks Lager.

    Zahak war zufrieden mit den Worten seines goldenen Löwen, der in allem ihm willfährig schien. So achtete er nicht weiter auf Angus, der die unschuldige Manal zunächst betören - und danach in seiner Nähe bleiben würde. Sie brachen auf.


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Marspet begleitete Angus zu Manal, dort blieb er stumm, denn er verstand nicht, was beide beredeten. Aber ihre offensichtliche innere Bewegung, als sie sich wiedersahen, verriet ihm genug.

    Manal umarmte Angus und stieß ein kurzes Schluchzen aus, aber sie versuchte, tapfer zu sein.,


    "Lieber Angusmacdonal , auch wenn das Marschieren sehr schwer ist, mir geht es so gut wie es mir nur gehen kann,", sagte sie feierlich:

    "Denn der Herr hält die Hand über uns, daran glaube ich fest. Man wollte den versklavten Mädchen Böses antun, da schickte er uns Marspet, der uns davor bewahrte. Er hat uns einen ekligen Ausschlag verpasst, und am nächsten Morgen wieder abgewaschen. Nein, keine Zauberei war es, sondern nur Grieß und Honig."

    Sie lachte ein wenig. Dann leuchteten ihre Augen auf:

    "Flucht? Du meinst, wir kommen weg von Zahak?! Du meinst, es ist möglich? Marspet...",

    sie packte ihn am Arm, schnell sprach sie auf ihn ein.

    Der Jüngling schaute sie sehr liebevoll an, dann richtete er den Blick auf Angus. Er machte eine Geste für Trinken und eine weitere für Schlafen. Demonstrativ schnarchte er.


    "Marspet wird heute abend den Wein für die Reiter mit sehr viel Opium versetzen, so dass alle tief schlafen werden.", dolmetschte Manal: "Er meinte, dass wir morgen schon Palmyra erreichen. Heute Nacht werden sie uns also in Ruhe lassen. Kurz vor dem Stadttor dürfen sich alle Sklaven waschen; sie bekommen etwas zu essen, ihre Wunden werden versorgt und die Frauen werden in Zahaks Auftrag von den ...jungen Frauen, die dort auf die Fremden warten, geschminkt und neu eingekleidet. Wir sollen auf dem Sklavenmarkt von Palmyra ja etwas hermachen."


    Noch einmal drückte sie Angus Hand: "Ich warte auf dich heute abend", wisperte sie und sah ihn voller Vertrauen an.

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    Dies waren die Spiele des Volkes, und wer nicht fehlen dufte, als des Volkes Stimme, waren Claudiana Charis und ihr Töchterlein, die Charis Minor. Die Mutter trug ein Gewand aus rotem glänzenden Stoff, der fast, aber nur fast in einen Purpurton changierte, was ihr nicht zugestanden hätte. Charis Minor trug ein blaues Kleid mit gelben Seidenbändern und Blumen im Haar.

    Da die Charis sehr voluminös und auch nicht gerade klein war, pflügte sie förmlich durch die Menschenmenge, so wie eine Trireme das Meer zerteilte.


    Dann war sie wieder bei ihrem Vater. "Papa, Papa! Schau mal! Der Mann hat sogar ein Tuch um das Brot gemacht, damit es nicht dreckig wird! Da wird Mama aber gucken. Uuuuuund ich hab noch einen Zuckerkringel gekriegt. Schau mal, wie riiiiiiiesig der ist!" plapperte sie drauf los, während ihr Vater grinsend das Brot entgegennahm und sie dann weiter nach drinnen führte. Wenn sie einen Platz haben wollten, wo man noch halbwegs was sah, mussten sie jetzt los. Auch wenn die Tierhetzen sicher nicht so überlaufen waren wie es heute Nachmittag bei den Gladiatoren sein würde.

    Charis Minor hatte die Zuckerkringel am Arm des kleinen Mädchens erspäht und zu gerne einen gehabt:

    "Mama, kann ich mir auch ein crustulum holen?"

    Charis kämpfte mit sich, sie versuchte ja, ihre Tochter zu einer feinen Dame zu erziehen, aber dann siegte die Idee, etwas gratis abzugreifen. Sie nickte:

    "Und schau zu, dass du auch einen Brotlaib abkriegst. "


    Charis Minor stellte sich in die Reihe und schaute Fabia Flora nach. Warum hatte die denn zwei gekriegt? Und jetzt gab sie irgendeinem Straßenbengel einen davon. Sie hätte ihn IHR geben sollen, Charis Minor. Die jüngere Charis ärgerte sich, dass sie das kleine Mädchen nicht einfach angehauen hatte. Jettzt stand sie sich hier mit dem gemeinen Plebs die Füße platt.

    Re: Melancholia


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Während Lyda die heilsamsten Kräuter zusammenstellte, um ihrer Herrin zu helfen, wich Rhea nicht von der Seite des Bettes. Sie saß dort und hatte die Katze Musa auf ihrem Schoß, die viel zutraulicher war als die Wildkatzen, die in den Wäldern lebten. Musa schnurrte, was ein beruhigendes Geräusch war, fast wie Meeresrauschen.

    Nur ab und zu ging die Cubicularia fort, um etwas zu besorgen oder etwas zu holen, Schüsseln zu leeren und neue zu bringen.


    Würde ihre Herrin aus ihrem Fiebertraum erwachen, würde ihr etwas auffallen müssen: Die Britannierin trug das Haar im Nacken neuerdings kurz wie ein Junge.


    Während die anderen furischen Sklaven zu den Laren der Furier beteten, das Fieber zu senken, hatte sich Rhea ihren goldenen Zopf abgeschnitten und auf dem Altar geopfert, damit ihre Domina Stella bald wieder gesund werden würde. Dabei hatte sie zu Buanann, der Mutter, gebetet. Unter den Göttinnen des Schicksals gab es drei: Die strahlende Jungfrau, die gütige Mutter und die weise Alte. Die Mutter war es, die Schwangere beschützte.


    Aber eigentlich wusste Rhea, dass es für ihre Herrin nur ein Heilmittel gab: Die Präsenz ihres Gatten Sonnwinn, des Vaters des ungeborenen Kindes. Sie konnte nur die Treue einer Dienerin geben.



    Sim-Off:

    * Buanann

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Zahak keuchte auf, als er die kundige Hand seines Sklaven unter seinem Gewand spürte und flüsterte: "Hätte ich etwas mehr Zeit, würde ich dich an Ort und Stelle nehmen. Aber wir brechen auf, mein goldener Löwe. Doch bleib in meiner Nähe. Ich muss das Gefühl haben, dass du mir jederzeit, wenn ich es will, zugänglich bist."

    Über Angus perfiden Plan mit dem Mädchen Manal lachte er leise. Die Hoffnung in den Augen der jungen Frau zu sehen und dann ihr Zerbrechen, wenn ihr klar werden würde, das Angus sie verraten hatte, versprach ein köstliches Vergnügen:

    " Welch unterhaltsame Ideen du hast, das hätte von mir sein können.", sagte er: " In dieser Nacht gehört die Frau dir, und vielleicht bekommt ihr zukünftiger Herr ja zwei Sklaven zum Preis von einem." Damit spielte er darauf an, dass Angus sie schwängern könnte. Dieser Gedanke inspirierte ihn zu einer Geschäftsidee:

    "Ich glaube, mein Angus, ich werde dich zur Zucht benutzen. Ich bin kein armer Mann, ich habe eine Villa in Daphne. Dort werde ich dich halten wie ein Prinz und dir jede Menge hübscher und weißhäutige Sklavinnen zuführen. Ich hoffe, wenn ihre Zeit kommt, auf goldhaarige Kinder. Die goldenen Mädchen werde ich teuer an die Bordelle verkaufen, die goldenen Jungen entmannen und ab in den Orient. Ich weiß, solch ein Geschäft braucht Geduld, denn zumindest muss man sechs Jahre warten, bis man mit solchen Sklaven etwas anfangen kann. Aber für jeden einzelnen würde ein sündhaft hoher Preis erzielt werden.

    Doch solange du am Leben bleibst, werden wir uns des Nachts aneinander erfreuen.

    Wenn nicht noch einmal so etwas wie der böse Zauber geschieht, der die Mädchen gestern Nacht befiel. Obwohl: Wenn ich so recht überlege, vielleicht war es sogar Manals Schuld. Sie hat den Männern gesagt, sie sollen nicht näherkommen. Vielleicht ist sie ja eine Hexe.

    Weißt du was, mein goldener Löwe: Nimm sie dir in dieser Nacht, aber wenn der Morgen graut, erdrossle sie. Wir werden sagen, dass sie versuchte, dich auch zu verhexen, und dann ist eine Schuldige gefunden und meine Reiter werden zufrieden sein, wenn sie die Leiche sehen."

    Zahak nickte:

    " Und jetzt sprich mit ihr, ja.

    Erwecke in ihr Hoffnung, während sie in Wahrheit von Schändung und Tod erwartet wird."

    Er hatte nichts persönlich gegen Manal. Aber zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Die köstlichen Demütigungen von Angus zu genießen, der ihn nachts wie einen Sklaven behandelte UND ihn nicht seinen Männer opfern zu müssen, das kam ihm recht. Die Vorstellung, Angus eigenhändig zu töten, hatte ihm zwar auch gefallen, aber das konnte warten. Eines Tages würde er genug von ihm haben, und dann konnte er es in Daphne immer noch tun. So aalte sich Zahak in den Gedanken seiner Grausamkeit.

    Der Junge kniete neben hin, um mich zu bedienen. Innerlich bebte ich vor Verzweiflung und Wut. Als er mir das Essen reichen wollte, sah ich ihn kurz an. All die Abscheu, die ich gerade empfand, musste in meinem Blick sichtbar sein. Schweigend schüttelte ich den Kopf und wollte wieder meinen Blick senken. Durch Zufall konnte ich einen kurzen Blick auf das Knie des Jungen werfen. Was ich dort erblickte, wühlte mich noch mehr auf. An seinem Knie klebte eine seltsame Substanz, die mit viel Fantasie wie eine Wundkruste aussah. Aber eigentlich sah es mehr wie trockener klebriger Sand aus. Nun raste mein Herz und mein schockierter Blick ging wieder zu dem Jungen. 'Er war es!', pulsierte es in meinem Kopf. Doch nein, ich hielt mich zurück und machte Zahak nicht auf meine Entdeckung aufmerksam. Das wäre der sichere Tod des Jungen gewesen und wahrscheinlich nicht nur er würde sein Leben lassen. Ich musste unbedingt mit dem Jungen sprechen! Unter vier Augen. Vielleicht konnte ich mich mit ihm ja verständigen oder bekam Hilfe...

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Als Marspet dem Blonden seinen Teller reichte, schaute der ihn an und in seinen Augen lag so tiefe Abscheu, dass der Jüngling erschrak. Aber dann erwiderte er seinen Blick und ihm traten Tränen in die Augen. Marspet war sanft und außerdem Christianer; Hass war etwas, das seinem Naturell fern lag und der ihn quälte. Aber Zahak und auch einige seiner Männer hatten ihn gerade am Anfang, als sein Vater seinen Sohn in die Schuldknechtschaft geben musste, so viele Tage und Nächte misshandelt, dass auch er das Hassen gelernt hatte.

    Jede Minute, jede Stunde verabscheute Marspet Zahak. Doch er war auch gescheit genug, zu wissen, dass offener Widerstand auf mörderische Weise gebrochen worden wäre. Daher verlegte er sich darauf, zu sabotieren, wo er nur konnte und im übrigen den dummen Diener zu spielen. Bald ließen sie auch ab von ihm und knufften und schlugen ihn eher nur noch beiläufig. Solch einen unscheinbaren, zurückgebliebenen Bauerntölpel zu quälen, das erfreute nicht einmal mehr Zahak.


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen. "Natürlich, mein goldener Löwe, du kannst das Mädchen haben. Und diesen Jungen hier, Marspet, noch dazu, er macht alles mit was du mit ihm tun willst.," Zahak prahlte damit, den jungen Sklaven anscheinend gebrochen zu haben und fuhr fort:

    "Heute Nacht ist Manal dir zu Willen. Aber ich möchte dabei sein. Und du...", er lehnte sich zu Angus:

    "...sollst mich dabei wie einen unwürdigen Sklaven behandeln, der dir aufwarten muss.."

    Der Gedanke an den nächtlichen Rollentausch und die köstlichen Demütigungen, die sich sein Sklave für ihn ausdenken würde, während er Manal nahm, brachte Zahaks Blut in Wallung. Er flüsterte:

    "Deine kleine Bitte hat mich erregt, Löwe. Du weißt wirklich, wie du deinem Herren gefallen kannst. Ich bin mir sicher, das sich dein Römer sehr vermisst ", er griff nach Angus, lachte ein böses Lachen und presste besitzergreifend seine Lippen auf die des Kelten.


    Mittlerweile hatten die Reiter gepackt, die Kamele hatten sich erhoben; die elende angekettete Sklavenschar desgleichen. Peitschen knallten, Schluchzen ertönte, das raue Lachen der Männer, das Blöken der Tiere. Die Sonne schob sich wie eine riesige rote Frucht über den Horizont, dort wo sie noch in unbestimmter Ferne lag: PALMYRA, die Königin der Wüste.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Da der goldene Löwe so betrübt schien über das Ungemach, welches Zahak ereilte, zog er ihn ins Vertrauen:

    "Ich glaube dir, mein Angus. Aber meine Leute sind sehr beunruhigt, und auch wenn ich ihr Anführer bin, so bin ich doch nur solange ihr Oberhaupt, wie mir das Kriegsglück winkt. Eine länger andauerndes Unglück, und ich müsste dich ihnen herausgeben, möchte ich nicht selbst abgesetzt und entmachtet werden.

    Aber einen Trost möchte ich dir geben, mein herrlicher goldener Löwe, den ich liebe, wie ich hier keinen anderen Mann, ob frei oder mein Sklave liebe: Wenn du sterben sollst, so werde ich dich meinen Reitern nicht überlassen. Mit eigener Hand werde ich dir die Kehle aufschlitzen, und in den Armen deines Dominus sollst du in den Orcus eingehen.

    Ich hoffe, dass dir meine Worte ein Trost sind in deiner Bedrängnis. Du brauchst dich nicht zu fürchten, es geht sehr schnell, und du wirst nicht leiden. "


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Marspet näherte sich nun mit gesenktem Kopf und brachte ein Tablett mit aufgeschnittenem Brot, welches mit Öl beträufelt war und kleinen salzigen Oliven .

    Er stellte es ab, da fasste ihn Zahak am Arm:

    "Hast du etwas mitbekommen von bösen Geistern oder was geschehen ist in der vergangenen Nacht?", fragte er ihn auf Aramäisch.

    Marspet schüttelte den Kopf:

    "Oh nein, Herr, ich habe tief geschlafen. Aber wenn ich überlege, war der Schlaf viel tiefer als...."

    "Halt die Klappe und bediene meinen goldenen Löwen!", schnitt Zahak ihm das Wort ab. Er hatte sich hingelagert und streichelte Angus Kehle:

    "So stark, so überaus wohlgeformt.", schnurrte er: "Ich werde weinen und klagen, wenn das grausame Schicksal mich zwingt, dich zu töten."

    Aber auf widerwärtige Weise fand er allerdings auch Gefallen an diesem Gedanken, und sein Gefallen zeichnete sich wieder ganz deutlich unter seiner Tunika ab.


    Marspet näherte sich nun Angus und kniete sich hin, um ihm Wasser und Speise zu reichen. Dabei rutschte versehentlich sein Gewand hoch und entblößte sein Knie - und darauf war ein Fleck zu sehen, der vom Weiten und unter Fackellicht vielleicht wirkte wie eine Wundkruste, jetzt im Tageslicht sah er aber aus wie getrockneter klebriger Teig.

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen."Fürchte dich nicht, du hast nichts falsch gemacht.", sagte Zahak, und er konnte nicht widerstehen, nun die Wange des Kelten zu streicheln, der vor ihm stand und das Amulett der Lamaschtu, seiner Beschützerin, trug:

    "Gestern Nacht ist etwas Seltsames geschehen: Einige meiner Männer wollten die jungen Sklavinnen schänden, aber da waren sie bedeckt von Pusteln und Schwären und todkrank. Deine Manal war auch dabei, und flehte sie an, nicht näherzukommen. Natürlich hat sich keiner an ihnen vergangen, aber als man mich heute morgen rief, da waren alle Mädchen gesund, und sie behaupten, sie hätten tief und fest geschlafen, und sie wüssten von nichts. Meine Männer reden nun von bösen Geistern und behaupten, du hättest sie entweder ins Lager gebracht oder du wärst selbst einer. Ich selbst weiß ja, dass du die ganze Nacht in meinen Armen gelegen bist. Aber sag mir, mein Angus, hast du damit irgend etwas zu tun?"

    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Noch bevor Aurora ihre rosigen Finger über den Horizont streckte, war Marspet beladen mit einem Beutel Waser mit Kamelmilch gemischt zu den gefangenen Sklavinnen gegangen und half ihnen, die ekle mittlerweile festgebackene Kruste wieder von Gesichtern und Armen zu waschen.

    "Tut so, als hättet ihr geschlafen und wüsstet von nichts .", riet er und verschwand dann.





    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Zahak hatte nach seiner Liebesnacht mit Angus, seinem goldenen Löwen, wieder seine Kleidung angelegt und dann tief und traumlos geschlafen, nun schlug er die Augen auf und erblickte die Gestalt seines Sklaven neben sich. Er konnte nicht an sich halten, verliebt küsste er ihn. Tagsüber gehörte er ihm ,und er musste ihm gehorchen, sobald sich die Nacht über die Wüste senkte, gehörte er, Zahak, jedoch ganz und gar dem anderen und ergab sich ihm. Niemals hatte er solch einen perfekten Gleichklang mit einem anderen Mann gefunden.

    Da er ihn gebeten hatte, ihn auszuzeichnen, zog er das Amulett der ihn beschützende bösen Daimons ab. Es war das goldene Bild der kranheitsbringenden Lamaschtu.* Ihr Oberkörper war der einer Frau mit hängenden Brüsten, und sie hatte einen Löwenkopf. Ihre Füße waren Adlerklauen. In ihren ausgestreckten Händen hielt sie jeweils eine Schlange, und sie ritt auf einem Esel.


    "Dies ist Lamaschtu, die Verderbenbringende, die am liebsten die Unschuldigen quält, mein Angus.", flüsterte er: "Sie soll das Zeichen meiner neuerwachten Liebe zu dir sein. Zeigst du das Bild meinen Männern, so soll es für sie sein, als würde mein Mund durch den deinen sprechen."


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Dann kamen aber schon die Männer, und behaupteten, die Sklavinnen wären in der Nacht an Aussatz erkrankt, und er solle schnell kommen, selbst sehen, und ihnen den Befehl geben, die jungen Mädchen allesamt zu töten.

    Fluchend rappelte sich Zahak auf, um selbst zu sehen. Aber er fand nur reine Arme und reine Gesichter vor, und die jungen Frauen behaupteten alle, sie hätten tief und fest geschlafen.

    Überrall rotzten die Männer in den Sand, das Böse abzuwehren. Denn ein böser Geist hatte sie genarrt, und sie warfen Angus finstere Blicke zu. Was wusste man über den Fremden? Goldene Haare hatte er, und Zahak hatte er betört. War er vielleicht selbst ein Wüstendämon, der ein böses Spiel mit ihnen trieb? Noch schwiegen sie, doch sollten weiter seltsame Dinge geschehen, würden sie von ihrem Anführer verlangen, den Fremden ihnen zu überlassen, um ihn zu steinigen.


    Als Zahak nun nach den wundersam genesenden Sklavinnen sah, huschte Marspet zu Angus. Sie hatten keine gemeinsame Sprache, aber der Jüngling flüsterte: Manal, und zog die Mundwinkel hoch, und machte ein Zeichen, dass es ihr gut ging.


    Ungewöhnlich finster dreinblickend kam Zahak zurück. Er wollte Angus nicht hergeben, er wollte ihn behalten und allnächtlich die süße Erfüllung genießen, die der goldene Löwe ihm bot. Aber wenn Angus wirklich kein gewöhnlicher Mensch sein sollte, würde er ihn schweren Herzens seinen Reitern ausliefern müssen.


    Sim-Off:

    * Lamaschtu

    Die Augen einer Katze *


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    Furia Stella und Sonnwinn hatten den Garten verlassen, und Rhea war nach oben gegangen, um das Cubiculum aufzuräumen. Eines der angestellten Mädchen aus Brundisium war gekommen und räumte den Tisch ab. Das junge Mädchen hatte viele kleine Geschwister, und Donna Tulla erlaubte ihr meistens, die Überreste einer Mahlzeit, die man nicht gut aufheben konnte, in ein sauberes Tuch zu wickeln, und mit nach Hause zu nehmen. Heute hatten die Herrschaften fast nichts angerührt. Brot, Pastete, Datteln, Oliven, alles war noch im Überfluss da.

    Das Mädchen zuckte die Schultern, dann fing sie an, sehr vergnügt, Teller aufeinander zu stapeln und dabei zu summen. Es wusste nicht, dass es von hungrigen Augen aus den Ästen des Zitronenbaumes heraus beobachtet wurde.

    Als die junge Magd einen Stapel Teller in die Culina trug, sprang etwas von oben auf den Tisch. Es war eine getigerte Katze mit schrägstehenden grünen Augen und einem weißen Lätzchen auf der Brust, anmutig, jedoch recht dünn.

    Die Leute hielten sich zwar alle möglichen Mäusejäger von Frettchen bis zu Schlangen, aber Katzen waren in diesem Teil der Welt durchaus noch nicht alltäglich. Erst zu Zeiten des ersten Caesars hatten römische Soldaten sie überhaupt aus Aegyptus herausgeschmuggelt, ihre Ausfuhr war verboten. Die hübschen kleinen Raubtiere waren den Aegyptern heilig. Wer also eine Katze zu eigen nannte, behandelte sie pfleglich und ließ sie nicht herumstreunen. Dieses Kätzchen jedoch war ausgehungert.

    Die Fleischpastete war unwiderstehlich. Das Kätzchen begann zu fressen.

    Das Brundisier Mädchen wusste aber nichts von Katzen oder heiligen Tieren. Als es sah, dass sich ein Fellbündel an seiner Pastete verging, kam es lärmend angelaufen, zischte: "ksch! ksch!", und versuchte, den uneingeladenen Gast zu vertreiben. Dabei ging ein Teller zu Bruch, und es gab ganz schön viel Lärm.



    Sim-Off:

    * sind Fenster, die uns in eine andere Welt blicken lassen, Autor unbekannt ** Foto © Furia Stella

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    Als der gefangene Kelte Zahak küsste, wusste Marspet schon, was kommen würde: Der Sklavenhändler würde sich den Sklaven nehmen; Sorgen machten ihm die rauen Reiter, die durch das Schauspiel aufgepeitscht, ebenfalls nach Opfern suchen würden. Er, Marspet, versteckte sich dann immer und kam auch nicht, wenn man nach ihm rief, am nächsten Morgen stellte er sich dumm und sagte: „Du hast gerufen, Herr? Verzeih, ich schlief schon.“. Auch wenn man ihn ohrfeigte, entging er damit anderem Übel.


    Aber den gefangenen jungen Mädchen und vielleicht darunter auch Manal, obwohl es den Befehl gab, sie in Ruhe zu lassen, würde es schlecht ergehen. Die Männer würden von Wein, Drogen und der Lust ihres Anführers berauscht alle Regeln missachten.

    Marspet wollte den Gefangenen helfen, und so eilte er zu den Vorräten, nahm sich einen Topf Honig, Wasser und Mehl, aus dem er normalerweise die Fladenbrote backte. Bevor ihn jemand fragen wollte, was er suchte, lief er zu Manal:

    „Manal, ich muss dich leider etwas verunstalten.“, flüsterte er ihr zu. Die junge Christin war zusammengezuckt, alls er sie berührte, dann er kannte sie ihn: „Marspet?“,

    „Sonst holen sie dich. So hoffe ich, dass sie dich in Ruhe lassen.“, sagte er.

    Manal nickte und begab sich vertrauensvoll in seine Hände. Der Jüngling begann mit einem Finger etwas Honig aufzutragen und Mehl, so dass die Masse aussah wie ein ekelerregender Ausschlag. Auch die Arme der jungen Frau behandelte er so, und dann ging er zu den jüngeren Mädchen, um sie ebenfalls auf diese Weise anzumalen. „Sagt den Männern, ihr seid krank, wenn euch eure Unversehrtheit lieb ist.“, flüsterte er ihnen zu.


    „Iesus Christo sei Dank“, flüsterte Manal: „Marspet - Bruder in Christo, ich danke auch dir. Ich weiß jetzt, dass der Herr seine schützende Hand über mich hält, denn er hat mir dich vorbeigeschickt. Bitte, geh zu Angus, das ist mein Reisegefährte und sage ihm, dass ich mich nicht mehr fürchte. Es war dumm von mir zu weinen. Er soll fliehen wenn er die Möglichkeit hat und daran denken, dass es mir gut gehen wird.“

    "Ja, das will ich gerne tun, Schwester." , sagte Marspet.

    Zu ihnen hin drang das Gröhlen der Reiter, das erste angstvolle Schluchzen und dann der Ruf: „Marspet! Marspet!“ und widerliches, enthemmtes Gelächter. Der junge Sklave drückte Manals Hand. Dann verschwand er in der Dunkelheit.


    Als die Männer lachend und Obzönitäten rufend mit Fackeln näherkamen, breitete Manal die Arme aus und die Ketten klirrten:

    „Bitte kommt nicht näher, gute Herren!“, rief sie kläglich: „Die meisten Mädchen und ich sind ganz plötzlich erkrankt, schaut nur!“

    Im Fackellicht sah die Mehlkruste auf ihrer weißen Haut aus wie grindiger Ausschlag.


    Die Männer wichen zurück, Angst und Abscheu in ihren Gesichtern. Ob die Weiber vielleicht sogar aussätzig geworden waren? So schnell ging das normalerweise nicht, doch bei all den bösen Geistern in der Wüste, die Krankheiten brachten, wusste man das nie. Morgen bei Tageslicht würde man besser sehen, jetzt aber war ihnen die Lust vergangen, die Sklavinnen zu schänden. In aller Frühe würde Zahak persönlich die Mädchen inspizieren. War es wirklich Aussatz, diese gefürchteste aller gefürchteten Krankheiten, würden alle Sklaven ausnahmslos getötet werden, selbst die, die keine Krankheitssymptome aufwiesen.