• Calvus hatte Bedenken wegen des Kampfes. Er wusste um was es ging. Corvina hatte deswegen kurzerhand das Heft in die Hand genommen und ehe sich Calvus versah, waren sie an der Seite ihres Bruders gelandet. Der Kampf war in vollem Gange. Die Sorge, dass er für Corvina zu blutig ablief war unbegründet. Sie schien hart im Nehmen zu sein. Calvus beobachtete jede Bewegung der beiden Kämpfer. Er saß nicht mehr, er stand und bejubelte jede gute Aktion Flamma’s. Der Treffer auf dem Rücken Flamma’s löste ein wenig Sorge in ihm aus. Um sich selbst Mut zu machen rief er zu Corvina, anders konnte man sich kaum noch verständigen: „ Der Hieb wird ihn aggressiver machen. Flamma lässt sich durch so etwas sicher nicht stoppen.“ Corvina nickte ihm zu. Calvus hoffte inständig, dass Flamma durch diesen Hieb nicht zu sehr abgelenkt wurde. Sein Leben stand auf dem Spiel noch ein bisschen mehr.

  • Es dauerte eine ganze Weile länger, als Manius Trebellius Saccus gedacht hätte, bis Priscus endlich einen eindeutig sehr guten Treffer landete. Als er Flamma mit dem Schild traf, brandete schon Jubel auf, als er dann aber auch noch sein Schwert diesem einmal quer über den Rücken zog, brüllte der ganze Block einmal laut “JAA! PRISCUS! PRISCUS!“


    Triumphierend wandte sich Trebellius Saccus in Richtung Tiberius Caudex. “Das war schon mal die erste größere Scheibe. Ab jetzt wird er ihn Stück für Stück filetieren, bis er ausgeblutet ist.“


    Auch wenn Trebellius Saccus nicht ganz zufrieden war, dass Priscus den elenden Parther nicht gleich platt gemacht und ihm die Klinge an die Kehle gesetzt hatte, als er noch am Boden gelegen hatte.

  • Kara bekam nur so halb mit, dass der Tiberier die Hand wechselte und ihr nun seine linke gab. Sie murmelte etwas, dass sich mit viel Phantasie wie eine Entschuldigung anhören mochte, wandte aber keine Sekunde den Blick unten von dem Geschehen. Auch nicht, als der Medicus und der Hausherr miteinander quatschten und sich beide einige waren, dass die ersten Schnitte nicht schlimm wären. Schön. Kara würde sie daran erinnern, sollten die Wunden eitern und brandig werden und Ashkan Fieber kriegen. Dementsprechend verfinsterte sich auch ihr Blick, aber sie sagte nichts.


    Es ging auch noch so weiter, mehrere weitere Schnitte, die bluteten und die Kämpfer nach und nach immer roter färbten. Kara verspannte sich immer mehr, je länger das dauerte. Sie verstand genug von Gladiatorenkämpfen, um zu wissen, dass es auch grade diese kleinen Schnitte und Kratzer waren, die die Kämpfer früher oder später zur Aufgabe zwangen, da ihnen die Kraft ausging und der Schmerz nach und nach Überhand nahm. Sie hatten zwar als Schutz vor diesen Schnitten sich etwas Speck angefuttert, aber das hieß nicht, dass sie ihnen nichts ausmachten. Und auch von den kleinen Schnitten würde man die Hälfte nähen müssen. Es würde einige, neue Narben geben.

    Doch dann passierte das, was nicht hätte passieren sollen. Kara sah, wie Priscus’ Schild traf und Ashkan dadurch einen Schritt vortaumelte, so dass sein Rücken blank da lag und natürlich auch gleich einmal einen Schlag quer über diesen erhielt. Blut spritzte auf, einen Moment war es still, dann brach lautes Schreien los, vor allen Dingen für Priscus, der schon wie der Sieger erschien. Kara schrie auch. Aber keinen Namen. Es war einfach nur ein kurzer Ausdruck blanken Entsetzens, begleitet von schreckgeweiteten Augen und einer Hand auf ihrem Mund, welche den Schrei beendet hatte.

    Zwar rollte Ashkan sich sofort ab und kam wieder auf die Beine, aber jetzt blutete er ordentlich. Er kämpfte weiter, aggressiver. Kara wusste, dass er es jetzt schnell beenden wollte, schnell beenden musste. Aber Priscus musste nur ordentlich verteidigen und abwarten, bis ihm die Kraft ausging. Natürlich war ein Sieg durch Überlegenheit spektakulärer, aber die hatte er grade gezeigt. Und diese Erkenntnis traf Kara sehr tief in ihrem Inneren. Sie weinte nicht, sie jammerte nicht. Sie versteinerte nur, während sich jeder ihrer Muskeln anspannte, bis er bebte.

  • Nero sah die Kämpfer sie schenkten sich nichts beide hatten inzwischen mehrere Treffer kassiert. Dann aber blieb ihm das Herz fast stehen. Die Szene spielte sich wie in Zeitlupe vor ihm ab. Flamma lag am Boden. Nero sah schon wie der Gegner ihn jetzt wohl den Gar ausmachen würde, aber die geschah nicht. Sein Mann war schon wieder auf den Beinen und kämpfte jetzt autoaggressiv. „Verfluchte Scheiße!“ Murmelte Nero und blickte kurz zu Calvus und seiner Schwester er nickte beiden dankbar zu, denn die Rufe und Sticheleien des Senators gingen ihm gerade gehörig auf die Nerven. Und seien Linke Hand die Kara gerade zerquetschte würde er wohl einen paar Tage nicht gebrauchen können. „Er wird gewinnen!“ Sagte Nero laut zu Clavus und nickte ihm zu, denn ja da würde er, dass musste er.

  • Endlich mal ein Kampf nach ihrem Geschmack. Die Beiden da unten zeigten ihr ganzes Können. Doch dann wurde Flamma getroffen. „Autsch!“ Sagte Lea nur um dann um so lauter zu brüllen. „SIEH ZU DAS DU DEINEN ARSCH BEWEGST!“ Denn ja auch sie wollte das Flamma gewann, sie wollte es nicht sein, die Malachi sagen musste, dass der Mann den er trainiert hatte tot war. Ja der alte Brummbär würde nur mit den Schulter zucken, aber sie wusste, dass es ihm was ausmachen würde. Auch wenn er es nicht zugab. „LOS FLAMMA! ÜBER LINKS!!! ÜBER LINKS!!!“Ja sie hatte es sehr wohl bemerkt, dass der Thraker links ein Handikap hatte warum auch immer, er drehte seinen Kopf immer nach links, wenn von da ein Angriff kam. Es musste doch möglich sein das zu nutzen. „LINKS VERDAMMT NOCH MAL!!!  FLAMMA!“

  • "Salve, Senator Aurelius! Es ist mir eine besondere Freude, dich zu sehen!" begrüßte ich ihn. Rufio half mir Platz zu nehmen, dann schaute ich hinab in die Arena. Oh ja, Rufio hatte absolut recht, von hier aus genoss man einen herlichen Blick auf das Geschehen in der Arena und auch auf den Rängen. Man sah jeden und wurde von jedem gesehen!

    Sein Neffe ging auch relativ schnell los, seine Verlobte suchen. Sextus hatte nichts dagegen, wenn Verlobte sich viel gemeinsam zeigten, noch weniger, wenn dies symbolisch darauf hinwies, dass die Aurelier und die Claudier ihre alten Zwistigkeiten beigelegt hatten. Aber bei den Göttern,d er Junge schien geradezu verliebt in seine Braut zu sein, und von Romantik hielt Sextus wenig bis gar nichts. Er hoffte nur, dass Rufio sich nicht derart übereiferte, dass er sich am Ende noch tatsächlich in seine Frau ernsthaft verliebte. So etwas war in der Politik meistens hinderlich.


    Nach einiger Zeit aber kam er auch mit Claudia Agrippina und einer Unbekannten zurück. Eigentlich hatte Sextus seine Einladung an ihren Tutor ausgesprochen und nicht an eine unbekannte Frau, aber selbstverständlich sagte er nichts dazu. Nicht öffentlich, nichts, was die Claudier so kurz vor der Eheschließung brüskieren würde.

    “Salve, Claudia. Ich hoffe, du genießt die Darbietungen“, grüßte Sextus freundlich zurück, überließ es aber seinem Neffen, für die Unterhaltung der jungen Dame zu sorgen. Er selbst verfolgte die Spiele mit der gebotenen Aufmerksamkeit und ließ sich dann und wann ein wenig Posca oder ein paar kleine Häppchen anreichen.

  • Der Kampf dauerte nun schon sehr lange und immer noch hieben die Beiden aufeinander ein, obwohl ihre Kräfte nachließen. Sie näherten sich nun schon der dimidiam fere horam, was für einen Gladiatoren Kampf schon ungeheuer lange war. Doch war keiner der Beiden bereit sich geschlagen zu geben. Hieb um Hieb wurde ausgeführt.....


    Ich tat was ich immer Tat oder wie Malachi gesagt hatte was alle Dimachaeri ich versuchte durch das Schild beziehungsweise an ihm vorbei zu kommen. Das alte Schlagmuster eben, welches mein Gegner auch erwartete. Ja ich wiegte ihn in Sicherheit, musste ich tun, denn ich spürte wie meine Kräfte immer mehr und mehr schwanden. Natürlich war dies auch bei meinem Gegenüber der Fall man sah deutlich, dass es für ihn immer schwerer wurde das Schild oben zu halten und meine Schläge abzuwehren. Ich setzte genau wieder eine solchen Angriff an, doch im letzten Moment tat ich was Malachi mir beigebracht hatte es war nur eine Täuschung, denn mein Angriff kam über links, damit überraschte ich meinen Gegner und verwirrte ihn. Ja ich griff ihn verkehrt herum an. Der Angriff kam mit links. Und rechts blockte ich nun, damit hatte ich Priscus nun vollkommen überrumpelt. Ein hart ausgeführter Schlag auf seinen Schwertarm und er konnte dieses nicht mehr halten. Es fiel in den Staub der Arena. Seine Kraft reichte nicht mehr aus um sein Schild zwischen uns zu bringen. Mein Schwert in der linken Hand lag nun an seinem Hals während das in der rechten liegende Schwert seien Schild nach unten drückte. Wir sahen uns in die Augen und Priscus wusste, dass er verloren hatte. Wir beiden atmenden schwer und wir beiden konnten sehen, dass der Kampf ohne hin in den nächsten Minuten zu Ende gewesen wäre, denn keine von uns hätte wohl noch die Kraft gehabt viel länger zu kämpfen. In schneller Abfolgen hoben und senkten sich unsere Brustkörbe. Priscus ließ nun auch seien Schild zu Boden gleiten. Nickte mir zu, ich erwiderte dieses Nicken, denn wir waren keine Feinde, wir waren nur hier und heute Gegner gewesen. Dann sank Priscus neben mir auf ein Knie, hielt sich an meinem Bein fest. Ich legte mein Schwert an seinen Hals, bereit sein Leben zu beenden. Ich schob mein Visier nach oben und schaute auf. Bevor meine Blick zum Ausrichter der Spiel ging, suchte ich jedoch den von Kara. Es war ein Lächeln welches nun meine Lippen umspielte. Dann glitt mein Blick weiter und ich heftet ihn auf den Ausrichter, wir beiden Gladiatoren hielten regungslos Position und warteten auf das Urteil wie schon Cicero sagte: "Welche Schläge halten sie aus! Wie oft zeigt sich, dass sie nichts lieber wollen, als ihrem Herrn oder dem Volk zu Willen sein. Auch von Wunden übersät, lassen sie zu ihrem Herrn schicken, um zu fragen, was diese wollen. Wenn sie zufrieden seien, wollten sie den Todesstoß auf sich nehmen. Welcher auch nur mittelmäßige Gladiator hat je auf geseufzt, je seine Miene verzogen? Wer, als er gefallen war und den Befehl erhielt, den Todesstoß anzunehmen, hat den Kopf eingezogen? Das alles bewirkt Übung, Selbstbeherrschung und Gewöhnung."

    Die Menge um uns herum tobte. Leben! Tod! Alles war zu hören. Immer lauter wurde die Stimmen, viele sprangen von ihren Sitzen auf und fällten ihr Urteil.

    „Blut wir wollen sein Blut sehen.“

    „FLAMMA, FLAMMA“ skandierten sie. Und natürlich mischte sich diverse weibliche Stimmen mit in das Geschrei. „Flamma ich will ein Kind von dir.“

    Ich nahm das alles wahr, jedoch stoisch hin. Mein Blick richtete sich auf die Tribüne des Veranstalters, welcher nun entscheiden musste, ob mein Gegner leben oder sterben sollte.

    „Tot dem Verlierer.“

    „Blut wir wollen Blut.“

    „Er hat gut gekämpft, lass ihn am Leben.“

    „Es war ein guter Kampf, keiner soll heute sterben.“


    Man hörte alle Meinungen, in der Haut des Veranstalters wollte ich nicht stecken. Er musste sich nun entscheiden. Ich wartete ruhig und kam so nun endlich auch zum Durchatmen. Am leichten Zittern meiner Hand, welches wohl nur mein Gegner wahrnehmen konnte, sah man mir die Anstrengungen des Kampfes an.

  • Kara machte sich innerlich schon bereit dafür, Ashkans Tod mit anzusehen. Sie war wie eine Statue, absolut unbeweglich, ohne jegliche Emotion im Gesicht, als sie nur darauf wartete, dass ihm die Kräfte ausgehen würden. Denn so, wie er kämpfte, konnte er das unmöglich lange durchhalten. Sie blendete die letzten vier Wochen ihres Lebens aus, blendete ihre Hoffnungen und Gebete aus, blendete die Arena aus, blendete sich selbst aus. Sie sah nur hinunter wie zu Stein erstarrt und dachte an gar nichts mehr. Sie wollte auch an gar nichts denken. Das Leben war nun einmal nicht fair.


    Aber dann hatte die Göttin wohl doch noch final ein Einsehen, denn mit einem Mal war Priscus’ Schwert im Sand, und Ashkans Schwert an seiner Kehle, während das zweite Schwert den Schild blockierte. Es dauerte einen Moment, in dem Priscus schon auf die Knie sank, bis Kara realisiert hatte, dass das keine Wunschvorstellung war, sondern Priscus sich ergab. Zitternd schnappte sie nach Luft, ließ den Tiberier los und packte den Medicus grob am Arm, um ihn mit sich zu zerren. Sie wartete gar nicht auf Erlaubnis durch den Tiberier oder fragte danach. Nur der Medicus beschwerte sich.

    “Hey, au! Warte! Willst du das Ende gar nicht ansehen?“ fragte er.

    “Wen interessiert das?“ schnauzte Kara ihn an, ließ ihn los und rannte schon vor. Sie sah ncihtmal nach, ob der Medicus mit ihr mitkommen würde. Aber sie wollte jetzt die Ränge hinunter, wollte jetzt zu Ashkan in den Unterbau des Amphitheaters, jetzt, sofort. Ehe die Massen sich erheben würden und alle Wege verstopften und sie noch irgendwer daran hindern würde.

    Und so war sie auch schon an dem Durchgang zur Treppe, als die Menge lauthals Tod oder Leben für Priscus forderte.

  • Eben noch hatten Manius Trebellius Saccus und seine Freunde gejubelt, als sie dann wie versteinert auf einmal dasaßen und zusahen, wie Flamma über seinen Gegner siegte und Priscus auf die Knie sank, um sich zu ergeben. Nur kurz warf Trebellius Saccus einen giftigen Blick in Richtung von Tiberius Caudex und bekam so am Rand mit, dass dessen unerzogenes Sklavenpack schon das Weite suchte. Er sagte etwas zu einem seiner Freunde, und dieser nickte und gab eine Nachricht an einen seiner Sklaven weiter. Ansonsten würdigte er den Tiberier keines Blickes.

    Als es nun aber darum ging, den Ausrichter der Spiele um ein Urteil zu bitten, forderten sie einstimmig eines:

    “Tod! Tod! TOD!“

  • Nero atmete erleichter auf, als er realisierte, dass um einen Flamma den Kampf gewonnen und er zum anderen seien linke Hand wieder hatte. Es bedurfte keiner Anweisung, denn Kara war schneller als der Blitz und verschwunden ehe er auch nur was sagen konnte. Er grinste als er sich nun Clavus zuwandte. Ein kurze Nicken und sie waren sich einig, auf drei drehte sie sich um grinsten breit in die Richtung des Senators und dann rief auch Nero. „Lasst ihn leben!“ Und streckte ebenso seinen Daumen in die Höhe.

    Nero grinste immer noch breit. Der alte Haudegen, der sein Sklave war, hatte tatsächlich gewonnen. Auch wenn es zeitweise gar nicht gut für ihn ausgesehen hatte. Ja Flamma hatte seinen Namen als Unbezwungener Parther alle Ehre gemacht. Ja es war wohl so wie viele sagten das der rachesinnende Geist des Großkönigs Dareios über ihn gekommen sei und mache ihn unbesiegbar. Was auch immer es war. Nero war froh, dass es so war.


    Immer mehr Rufen waren zu hören. Leben Tod, es hielt sich die Wagen. Nun blickte auch Nero zu seinem Patron, denn schlussendlich musste er nun entscheiden wie es weitergeht.

  • ...

    gesehen! "Ja, ganz Rom soll sehen, dass ich dein bin und du mein bist!," flüsterte ich und lächelte ihm zu. Ganz unauffällig wanderte meine Hand zu seiner.

    Ich lächelte und griff unauffällig nach ihrer Hand. Zum einen war das ja nicht erlaubt und zum anderen wusste ich, dass meine Onkel wenig bis gar nichts von der Liebe hielt. Ich sah das anders, denn meine Frau und ich sollte ein Team sein. Wir würden immer gemeinsam in der Öffentlichkeit stehen. Sie würde mich begleiten und auch bei Opfern anwesend sein. Von daher war ich erleichtert das sie heute hier war und auch keine Berührungsängste mit Blut hatte. Die Vorkämpfe plätscherten so dahin. Einige waren spannend. Einige eher langweilig. Einige unterhielten die Massen ganz gut, aber es fieberten wohl doch alle dem Hauptkampf entgegen. Und endlich neigte der Tag sich dem Ende und die letzten Kämpfer betraten die Arena. Der Kampf war spannend, er war blutig, er war geprägt von all dem was sich das Publikum wohl von diesem Kampf erhofft hatte. Ja mein Onkel hatte es Gesellschaft eine gute Paarung zu finden und ja die Massen wurden unterhalten. Es hielt kaum noch jemanden auf den Sitzen überall um uns herum brach Jubel oder Entsetzensschreie aus, je nach dem wer welchen Favoriten hatte. Als der Parther zu Boden ging war es für einen Moment still im Rund, doch er kam schnell auf die Beine und zeigte warum er als der Unbesiegbare galt, er kämpft so als sei er nicht gerade schwer getroffen worden. Nein er kämpfte sogar noch verbissener als zuvor. Und tatsächlich er schaffte es seinen Gegner zu entwaffnen und wartete nun seelenruhig auf das Urteil meines Onkels. Ich drückte Agrippina Hand und lächelte ihr zu. „Und was meinst du leben oder sterben?“ Mir war es gleich, ja der Mann hatte gut gekämpft aber es war nun auch schon seien zweite Niederlage gegen den Schlächter von Carrhae und er hatte schon die Erste überlebt. Warum sollte er die Zweite überleben?

  • Endlich machte der Mann was sie ihm schon die ganze Zeit zu gebrüllt hatte er kam über links. Gut er hatte sie nicht gehört aber dennoch Männer hörten eben nie auf die Stimme der Vernunft. Aber das war jetzt egal. Er hatte gewonnen. „JA!!! FLAMMA!“ Brüllte sie. Lea war vor allem erleichtert, weil sie Malachi berichten konnte, dass sein Schützling die Arena überlebt hatte. Ja ja es war ihm egal... am Arsch war es nicht und sie wusste das auch. „LASST IHN LEBEN!“ Brüllte sie nun aber dennoch, weil sie auch die gute Leistung des Gegners anerkannte.

  • Es war der letzte Kampf, die Sonne hing schon tief am Horizont. Die Stimmung im Amphitheatrum war aufgeheizt. Die einen forderten lautstark noch ein letztes Blut, die andere Hälfte wollte nicht beide Gladiatoren heute verlieren. Sextus ließ seinen Blick über die Menge schweifen und versuchte, sich ein Bild der Gesamtgemengelage zu machen. Es war relativ ausgeglichen.

    Sextus erhob sich und trat nach vorne, damit der siegreiche Gladiator ihn sehen konnte. Er wartete den obligatorischen Moment ab, um die Spannung im Stadion zu erhöhen, ehe er sein Zeichen gab.


    Der unterlegene Gladiator durfte leben.

  • Langsam füllten sich die Ränge des flavischen Theaters. Auch due Verwandten ihrer Sitznachbarin, Claudius Calvus und Claudia Agrippina, sowie die Verlobte des Claudius, Tiberia Corvina waren noch zu ihnen gestoßen. "Salve Claudius! Salve Tiberia! Salve Claudia! "

    grüsste Domitilla die Neueingetroffenen.


    Eigentlich war es ihr ganz recht gewesen, dass ihre Freundin Marcella nicht sehr gesprächig war. Denn dadurch konnte Domitilla sich voll und ganz dem Kampf des Parthers gegen seinen Gegner, Priscus, dem Zerstörer widmen. Normalerweise war sie keine Fachfrau für Gladiatorenkämpfe oder gar Wagenrennen. Diesmal jedoch konnte sie mitreden!

    "Ich bin schon sehr gespannt, ob Flamma auch diesen Kampf wieder für sich entscheiden kann. Beim letzten Mal hat er Priscus auch besiegt. "

    Zufälligerweise hatte sie den letzten Kämpf der beiden Gladiatoren auch gesehen. Inzwischen wusste sie, dass der Schlächter von Carrhae noch über viel mehr Qualitäten verfügte, als es den meisten der anderen Zuschauer bewusst war. Daher lag ihr viel daran, dass der Parther nicht ernsthaft verletzt wurde und er am Ende im Idealfall als Sieger aus diesem Kampf hervorging. So fieberte sie also mit ihm. Jedoch ließ sie sich nicht dazu hinreißen, lautstark ihre Präferenzen zu skandieren.

    Als zwischendurch der Parther ins Schwanken geriet und sein Blut floss hielt sie vor Schreck die Luft an. Doch die Kräfte hatten den Parther noch lange nicht verlassen.

    Letztendlich war es dann Priscus, der im Staub der Arena landete und einmal mehr den Kampf gegen den Parther verloren hatte.

    Nun ging es darum, ob der Verlierer leben oder sterben sollte.

    "LASST IHN LEBEN!" rief sie laut

  • Gerade noch rechtzeitig hatte es Domitilla zu den Hauptkämpfen geschafft. Wie immer folgte ihr Praxilla wie ihr Schatten. Es gab mehrere Gründe heute für sie, hier zu sein. Zum einen hatte sie sich mit Claudia Marcella verabredet und zum andern wollte sie es sich nicht entgehen lassen, einem ganz besonderen Kämper zuzujubeln. Flamma, der Schlächter von Carrhae - aktuell Roms bester Gladiator war für heute angekündigt. Wie man so munkelte sollte dies heute sein letzter Kampf sein. Welch ein Jammer! Offenbar hatte sich jemand anderes ebenso von seinen Qualitäten überzeugt. Sie war schon ein wenig neidisch auf den Glücklichen, der den Parther zukünftig sein eigen nennen konnte.


    Doch zunächst galt es nun, sich erst einmal ihrer claudischen Freundin zu widmen. Also hielt sie Ausschau nach einer Frau mittleren Alters, deren Gesichtszüge dank des vielen Bleiweißes fast schon steinern wirkten. Es war schon ein Jammer, wie das Alter einem übel mitspielen konnte! Marcella war dafür das beste Beispiel.

    Dummerweise waren schon viele Plätze besetzt, so dass es gar nicht so einfach war, die Claudia zu finden. Umso überraschter war sie, als plötzlich jemand ihren Namen rief. Domitilla sah sich um und fokussierte schließlich die Claudia, die ihre Hand erhoben hatte. Sie setzte ein Lächeln auf und näherte sich ihrer Freundin, bis sie ihr gegenüber stand.

    "Claudia Marcella! Salve meine Liebe! Danke, mir geht es sehr gut!" begrüßte sie sie und deutete links und rechts einen Wangenkuss an. Aber freilich berührten sie Lippen die Haut der Claudia nicht. Als sie die Claudia so betrachtete, bemerkte sie sofort, dass eine Veränderung in ihrem Gesicht stattgefunden hatte.

    "Meine Liebe, was ist mit dir los? Bist du in einen Jungbrunnen gefallen?" Nicht dass sie neidisch war. Schließlich war sie noch nicht in der misslichen Lage, sich auf Anti-Falten-Mittelchen verlassen zu müssen.


    Als Flavia Domitilla ihren neuen Stil so lobte, freute sich die Claudia und schob ihre Sklavin vor: "Das ist Daphne, meine neue Ornatrix. Sie hat mir eine neue Creme  angerührt, mit Zinkweiß statt Bleiweiß. Das soll gesünder sein. Sie weiß alle möglichen Rezepte im Kopf, wenn du möchtest, borge ich sie dir einmal."


    Bitte melden Sie sich an, um dieses Bild zu sehen.Claudia Marcella konnte ja großzügig sein, wenn sie gut gelaunt war.

    Die Gladiatorenkämpfer fesselten sie, besonders diejenigen, die nicht ganz gepanzert waren. Ein Dimachaerus wie Flamma, der mit zwei Klingen kämpfte und keinen Helm trug, so dass man sein Gesicht und auch anderes bewundern konnte, kam ihr gerade recht.

    Hach, welch attraktiven Burschen waren das doch; attraktiver noch durch die Todesgefahr, in die sie sich begaben und die Todesverachtung.

    Claudia Marcella fasste die Flavia am Arm und sagte: "Was für ein Bild von einem Mann! Ich habe gehört, es gibt Damen, die haben ihn sich für ein hübsches Venusstündchen gemietet."

    Die Claudia hatte derlei nicht nur gehört, sie wusste, dass derlei existierte, auch wenn alle Welt so tat, als seien Patrizierinnen Lukretias und Vestalinnen.

    Aber sie wollte die Reaktion von Flavia Domitilla testen. Wenn diese empört werden würde, könnte man in die allgemeine Empörung über die lockeren Sitten mit einstimmen. Würde sie jedoch eher mit einer für sie typischen witzigen Bemerkung reagieren, dann würde Marcella sie ausfragen: wo und wie. 

    Ein wenig Pikantes gab einem Gespräch doch erst die richtige Würze. Solange es nur bei Gesprächen bliebe, konnte auch niemand was dagegen haben.



    Letztendlich war es dann Priscus, der im Staub der Arena landete und einmal mehr den Kampf gegen den Parther verloren hatte.

    Nun ging es darum, ob der Verlierer leben oder sterben sollte.

    "LASST IHN LEBEN!" rief sie laut.

    Nun hielt es auch Claudia Marcella nicht auf ihrem Sitz. Beide Männer hatten doch so reizend und ungestüm gekämpft; ihr war danach, dass beide die Arena lebend verlassen konnten.

    Sie schwenkte einmal ihre Stola, damit man ihr Aufmerksamkeit schenkte, rief: "mite - lasst ihn gehen!" und gemeinsam mit Flavia Domitilla:

    "LASST IHN LEBEN!"



    Auch zwei edle Damen konnten ganz schön Spektakel machen, wenn es darauf ankam, und ihre Stimmen hatten durchaus Gewicht.

  • Der Ausrichter erhob sich und ja es war wie immer er baute auch dieser Spannung auf und ließ alle warten, dann aber machte er das Zeichen. Ich atmete einmal tief durch und war froh über dieses Urteil. So senkte ich also mein Schwert und reichte Priscus die Hand um ihm beim Aufstehen zu helfen. Hate ich schon mal erwähnt, dass wir keine Feinde waren. Er nickte mir nochmal zu und grüßte in die Menge um sich dann in die Katakomben zurückzuziehen und sich dort versorgen zu lassen. Seine Wunde am Arm war doch recht tief wie ich gerade gesehen hatte und blutet nicht unerheblich. Ich grüßte in die Menge, drehte mich in alle Richtungen und ließ mich feiern. Ja auch das gehörte dazu. Dann endlich konnte auch ich mich zurückziehen.


    Am Tor angekommen übergab ich meine Waffen und erst jetzt nachdem die Anspannung und das Adrenalin im Körper nachließ merkte ich wie Kräfte raubend das ganze gewesen war. Ich begab mich auf den Weg zu einem Medicus, denn ja auch meine Wunden mussten versorgt werden. Immer mal wieder gratulierte man mir, wünschte mir Glück für die Zukunft. Waren die Wege hier unten schon immer so weit? Fragte ich mich noch, bevor mir schwarz vor Augen wurde....

  • Sein Neffe ging auch relativ schnell los, seine Verlobte suchen. Sextus hatte nichts dagegen, wenn Verlobte sich viel gemeinsam zeigten, noch weniger, wenn dies symbolisch darauf hinwies, dass die Aurelier und die Claudier ihre alten Zwistigkeiten beigelegt hatten. Aber bei den Göttern,d er Junge schien geradezu verliebt in seine Braut zu sein, und von Romantik hielt Sextus wenig bis gar nichts. Er hoffte nur, dass Rufio sich nicht derart übereiferte, dass er sich am Ende noch tatsächlich in seine Frau ernsthaft verliebte. So etwas war in der Politik meistens hinderlich.


    Nach einiger Zeit aber kam er auch mit Claudia Agrippina und einer Unbekannten zurück. Eigentlich hatte Sextus seine Einladung an ihren Tutor ausgesprochen und nicht an eine unbekannte Frau, aber selbstverständlich sagte er nichts dazu. Nicht öffentlich, nichts, was die Claudier so kurz vor der Eheschließung brüskieren würde.

    “Salve, Claudia. Ich hoffe, du genießt die Darbietungen“, grüßte Sextus freundlich zurück, überließ es aber seinem Neffen, für die Unterhaltung der jungen Dame zu sorgen. Er selbst verfolgte die Spiele mit der gebotenen Aufmerksamkeit und ließ sich dann und wann ein wenig Posca oder ein paar kleine Häppchen anreichen.

    "Oh ja, sehr!" entgegnete ich lächelnd. Wobei ich dabei weniger die Kämpfe meinte, sondern eher meinen Verlobten, von dem ich kaum meine Augen lassen konnte. Nur hin und wieder warf ich einen Blick auf das Geschehen in der Arena. Natürlich verriet ich niemandem, dass dies mein erster Besuch eines Gladiatorenkampfes war. Am Ende hielt man mich noch für ein hoffnungsloses Landei. Und um ehrlich zu sein, würde ich auch keine Freundin solcher Kämpfe werden. Dann mochte ich doch lieber noch ein Wagenrennen, bei dem der Verlierer in den meisten Fällen mit dem Leben davon kam. Hier in der Arena sah das wohl anders aus. Dabei scheute ich mich nicht vor dem Blut, welches bei solchen Kämpfen oft zu fließen pflegte. Nein, ich war auf einem Landgut aufgewachsen, auf dem hin und wieder auch Tiere geschlachtet worden waren. Sie starben, um uns mit ihrem Fleisch zu ernähren oder uns mit ihrem Fell oder Leder zu kleiden und zu wärmen. Doch diese Kämpfe hier waren dagegen so sinnlos! Erst recht, wenn einer der Kämpfer sterben sollte. Diese Gedanken über die Gladiatorenkämpfe behielt ich tunlichst für mich, um niemanden mit meinen Gedanken zu verschrecken. Auch wollte ich meine Ansichten vorerst nicht mit Rufio teilen, denn ich wusste nicht, ob er sie nachvollziehen konnte. Daher zog ich es eher vor, ihm immer wieder einen verstohlenen Blick zuzuwerfen. Wenigstens waren wir nun durch unsere Hände verbunden, die wir uns gegenseitig hielten.

    ...

     Als der Parther zu Boden ging war es für einen Moment still im Rund, doch er kam schnell auf die Beine und zeigte warum er als der Unbesiegbare galt, er kämpft so als sei er nicht gerade schwer getroffen worden. Nein er kämpfte sogar noch verbissener als zuvor. Und tatsächlich er schaffte es seinen Gegner zu entwaffnen und wartete nun seelenruhig auf das Urteil meines Onkels. Ich drückte Agrippina Hand und lächelte ihr zu. „Und was meinst du leben oder sterben?“ Mir war es gleich, ja der Mann hatte gut gekämpft aber es war nun auch schon seien zweite Niederlage gegen den Schlächter von Carrhae und er hatte schon die Erste überlebt. Warum sollte er die Zweite überleben?

    Während scheinbar alle um uns herum grölten und sich von dem Kampf mitreißen ließen, hielt ich mich zurück und genoss die Zweisamkeit mit meinem Verlobten. Erst als es scheinbar um uns herum ruhig wurde, weil der Favorit zu Boden gegangen war, konzentrierte ich mich wieder etwas mehr auf das, was dort unten in der Arena geschah. In diesem Moment konnte ich beobachten, wie der am Boden liegende wieder auf die Beine kam und hartnäckig weiter kämpfte, bis schließlich er seinen Gegner besiegen konnte. Nun war es an dem Onkel meines Verlobten zu entscheiden, ob der Verlierer sein leben lassen oder behalten sollte.

    Rufi drückte meine Hand und fragte nach meiner Meinung. "Leben!" antwortete ich. Ja, das war meine Überzeugung! Und ich war froh, das sein Onkel dies wohl ähnlich sah.